Keuchhusten ist als typische Kinderkrankheit bekannt, doch auch Erwachsene können sich mit der tückischen Krankheit anstecken. Gerade die Kleinsten leiden sehr unter den permanenten Hustenattacken, die gerade Nachts besonders quälend sind. Mit lauten und heftigen Hustenstößen versucht der Körper den zähen Schleim, der sich in den Bronchien gesammelt hat, loszuwerden. Danach atmen die Kinder pfeifend und keuchend. Es entsteht das typische Geräusch, dem der Keuchhusten seinen Namen verdankt. Eine kräftezehrende Zeit für Eltern und ihre Sprösslinge, denn an Schlaf ist in dieser Zeit nicht zu denken.

Keuchhusten beginnt wie eine Erkältung 

Keuchhusten beginnt meist mit Erkältungsanzeichen wie Husten, Schnupfen und Fieber. Treten diese Anzeichen auf, liegt die Ansteckung bereits ein bis zwei Wochen zurück. Das tückische – die Betroffenen sind bereits zu diesem Zeitpunkt hoch ansteckend. Meist ziehen sich die erkältungsartigen Symptome zwei Wochen, bis der Keuchhusten richtig ausbricht und seine typischen Hustenattacken zeigt. Bis dies geschieht, haben sich meist schon viele andere Kinder, Freunde und Bekannte angesteckt. Ab dem Stadium, in dem die Hustenattacken starten, beginnt für die Kinder der Leidensweg. Bis zu 40 solcher Hustenattacken am Tag kann ein Kind erleiden. Gerade Nachts quälen sie die Kinder und es raubt ihnen den Schlaf.

Diese belastende Phase dauert zwischen vier bis sechs Wochen. Anschließend geht es langsam bergauf. Die Hustenattacken werden weniger und klingen schließlich ab. Bis der kleine Patient jedoch wieder ganz gesund ist, kann es weitere sechs bis zehn Wochen dauern. Wichtig bei der Behandlung von Keuchhusten ist ein frühest möglicher Therapiebeginn mit Antibiotika. Denn nur so lässt sich der Krankheitsverlauf verkürzen.

Längst keine reine Kinderkrankheit mehr 

Keuchhusten ist längst keine reine Kinderkrankheit mehr. Studien zeigen, dass immer mehr Erwachsene von der Krankheit betroffen sind. Wo vor 30 Jahren noch überwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern Keuchhusten auftrat, sind heute acht von zehn Patienten über 15 Jahren, und jeder dritte sogar älter als 45 Jahre.

Das liegt vor allem daran, dass die Kinder heute überwiegend gegen Keuchhusten geimpft sind. Doch der Impfschutz hält nicht ein Leben lang. Sogar eine durchgestandene Erkrankung bietet keine Immunsicherheit. Etwa nach zehn Jahren verliert die Impfung ihre Wirkung. Heißt, eine Ansteckung mit Keuchhusten ist jederzeit möglich. Das Problem: Die wenigsten Jugendlichen und Erwachsenen bemerken, dass sie tatsächlich an Keuchhusten erkrankt sind. Denn anders als bei Kindern, verläuft die Krankheit milder und nicht so eindeutig. So wird bei Erwachsenen eher eine Bronchitis, Asthma oder eine langwierige Erkältung diagnostiziert, als die eigentliche Erkrankung. Gerade für die Kleinsten ist das oft tückisch, denn die eigenen Eltern können so als gefährliche Infektionsquelle dienen.

Keuchhusten für Säuglinge lebensgefährlich 

Neugeborene sind gerade am Anfang durch ihre Mutter bzw. den „Nestschutz“ vor Krankheiten geschützt. Vor Keuchhusten jedoch nicht. Und Impfen kann man die Kleinen erst mit frühestens acht Wochen. Der Impfschutz besteht sogar erst nach der dritten Impfung. Diese erfolgt meist am Ende des vierten Lebensmonats. In der Zeit davor sind Babys besonders gefährdet sich mit Keuchhusten anzustecken.

Für Säuglinge ist der Keuchhusten äußerst gefährlich. Es zeigen sich zwar nur selten die typischen Hustenanfälle, aber dafür kann es bei Säuglingen zu lebensbedrohlichen Atemstillständen kommen. Grund dafür sind die noch sehr engen Bronchien der Babys. Diese können schneller zuschwellen, was zu akuter Erstickungsgefahr führen würde. Zudem können die Atemaussetzer zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn führen, was dauerhafte Schäden hervor rufen kann. Daher werden erkrankte Säuglinge meist in einer Kinderklinik Stationär behandelt.

Wichtig zu wissen: Eltern sollten wissen, dass manche Babys mit Keuchhusten (Pertussis) überhaupt nicht husten. Stattdessen leiden infizierte Babys oft unter Luftnot, sodass sich die Lippen blau verfärben können. Mehr dazu in unserem Lesetipp.

Impfen ist der beste Schutz! 

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, ist die Impfung gegen Keuchhusten der beste Schutz. Da aber Neugeborene nicht geimpft werden können, ist es umso wichtiger, dass die Umgebung der Babys geimpft ist. So sollten alle Geschwister und die Eltern geimpft sein. Das sagt auch die Ständige Impfkommission (STIKO). Sie empfiehlt gerade Erwachsenen bei der nächsten Tetanus und Diptherie Impfung eine Auffrischung der Keuchhusten-Impfung vorzunehmen. Denn da es keinen Einzelimpfstoff für Keuchhusten gibt, wird diese in der Kombination Tetanus-Diptherie-Keuchhusten geimpft.

Um dem Säugling dann den bestmöglichen Schutz zu bieten, sollte ab der achten Lebenswoche die Grundimmunisierung gegen Keuchhusten beginnen. Und bei älteren Kindern die Auffrischung nicht versäumt werden. Schwere Nebenwirkungen sind bei der Impfung nicht zu erwarten, da der Impfstoff nur einen Teil des Erregers enthält. Dadurch gilt er als sehr gut verträglich.


Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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