Dürfen sich Fremde einmischen wenn es um mein Kind geht? Diese Frage stellen wir uns alle. Ob auf Spielplätzen, beim Einkaufen oder im Wartezimmer. Wir begegnen recht häufig anderen Menschen, die unsere Kinder maßregeln. Wann ist das durchaus erlaubt und wann sollte man tunlichst eingreifen? 

Anderer Haushalt – anderer Erziehungsstil

Befindet man sich bei Freunden zu Besuch herrschen dort andere Regeln. Jede Familie hat ihre eigenen Vorstellungen von Benimm, Ordnung und Verhalten. Die verschiedenen Erziehungsstile kennen zu lernen ist oft recht interessant und auch lehrreich. Denn die ein oder andere Regel könnte auch in der eigenen Familie gut funktionieren.

Kinder sollten tatsächlich lernen, dass der Besuch bei Anderen auch bedeutet, deren grundsätzlichen Regeln einzuhalten. So kommt es manchmal vor, dass das eigene Kind von der „Gastmutter“ zurecht gewiesen wird. Daran sollte man sich nicht stören oder aufreiben. Denn wenn auch dort Kinder leben, wäre es natürlich ein falsches Signal, wenn die Gastkinder Dinge erlaubt bekommen, welche den dort wohnenden Kindern verboten sind. Allerdings sollte man umgekehrt ein Auge zudrücken können. Denn mitunter sind kleine Besonderheiten oder Freiheiten bei guten Freunden ein toller Bonus für die eigenen Kinder.

Dürfen auch wildfremde Menschen mein Kind maßregeln?

An diesem Punkt scheiden sich die Geister recht impulsiv. Und das oftmals zurecht. Denn es kommt allenfalls auf einzelne Situationen an, ob man fremde Einmischungen akzeptieren kann. Droht ein Kind unachtsam auf die Straße zu laufen, kann man natürlich jedem Fremden mehr als dankbar sein, wenn er sich davor wirft, und vielleicht noch warnende Worte findet. Bestimmt allerdings eine fremde Mutter auf dem Spielplatz, ohne vorherige Absprache unter Elternteilen, wie die Sandsachen eures Kindes mit ihrem geteilt werden sollen, dann ist das nicht in Ordnung.

In vielen unterschiedlichen Situationen muss man sich mit Menschen beschäftigen, die keine natürliche Distanz zu fremden Kindern halten. Gerade kleine Kinder haben eine gewisse Wohlfühlzone im Umfeld ihrer Eltern. Wird diese Zone ohne triftigen Grund „gewaltsam“ durchbrochen, sollte man sofort einschreiten.

Wenn also der Mann an der Kassenschlange zum dritten Mal von einem übermütigen Kind angerempelt wird, darf er auf jeden Fall vorsichtig reagieren, indem er darauf aufmerksam macht, dass er tatsächlich dort stehen darf. Würde er das Kind jedoch wütend gestikulierend angehen, wäre das in jedem Fall vollkommen unangemessen und anmaßend.

Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

Alle Beiträge ansehen