Jede Person muss in ihrem Leben Verantwortung übernehmen. Und auch Kinder können gerne schon früh an gewisse Verantwortlichkeiten heran geführt werden. Verantwortung stärkt das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein. Deswegen sollten Eltern versuchen, ihre Kinder schon möglichst früh zu eigenverantwortlichen Menschen zu begleiten.

Verantwortung bedeutet für Eltern loszulassen

Viele Eltern packen ihre Kinder im Alltag gerne in Watte. Ein nicht ganz unverständlicher Reflex, den wir alle kennen. Oft müssen sich die Kleinen, gewissen Unannehmlichkeiten nicht stellen, weil wir uns schützend vor sie werfen. Bis zu einem gewissen Grat kann man das jedem Elternpaar einmal durchgehen lassen. Kinder dürfen (und sollten) sich schließlich auch behütet fühlen.

Aber es gibt auch eine im Übermaß ausgeprägte Form des „Beschützens“. Sogenannte Helikopter-Eltern greifen besonders stark (und leider auch destruktiv) in das Leben (und die Entwicklung) ihrer Kinder ein.

Das kann dazu führen, dass das Kind in seiner Entwicklung zur Selbstständigkeit – und zum Verantwortungsbewusstsein – stark gehemmt wird. Dabei müssen Kinder im Erwachsenenalter genau wissen, wie sie eigenständig ihr Leben führen, um für sich und andere Verantwortung übernehmen zu können.

Lernformen: die Kategorisierung

Heutzutage verstehen wir unter dem „Lernen der Verantwortung“ eine Leistung, welche selbstständig und aktivitätsabhängig erbracht wird. Man lernt, indem man Erfahrungen in sozialen Situationen und Beziehungen sammelt, allgemeine Eindrücke – Informationen und bestimmte Inhalte, verinnerlicht. Aber auch durch eigenständige Aufgaben, welche ein gewisses Ziel erreichen müssen, kann man Verantwortung üben.

So kann man das Lernen in drei Kategorien gliedern:

  • Das intentionale Lernen beschreibt die Methoden des Lernens, welche bewusst angeregt werden. Eltern, die ihre Kinder in einem Dialog dazu auffordern, Pflichten zu übernehmen, sprechen ihnen direkt Verantwortung zu. Diese Methode wenden Eltern häufig bei der Hilfe im Haushalt an. Auch wenn das Kind sichtlich keine Lust hat, eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen: Es begreift durch intentionales Lernen, dass diese Aufgabe in sein Verantwortungsbereich fällt. Es ist die einzige Methode, in der die Verantwortlichkeit explizit zum Thema wird.
  • Das indirekte Lernen beschreibt die Methoden des Lernens, welche größtenteils unbewusst geschehen. Hierbei liefert die Umwelt Verantwortungen, die man nicht direkt als solche wahrnimmt
  • Das implizite Lernen betrifft Lernfortschritte, die aus gelebten Beziehungen heraus entstehen. Bestimmte Verhaltensweisen in sozialen Beziehungen können dazu beitragen, dass grundlegende Bausteine für das Verantwortungsbewusstsein gelegt werden. Da jede Art von Verantwortung darauf abzielt, wie ein Mensch in der Gemeinschaft handelt, kann man diese Art der „Verantwortungslehre“ als die bedeutsamste einstufen. Schenken Eltern ihren Kindern Vertrauen, können diese aus dem Umgang mit anderen Kindern lernen, künftig selbstbewusst und eigenverantwortlich zu handeln.

Verantwortung lernt man durch begangene Fehler

Erziehung ist auch immer eine Gratwanderung. Man möchte seine Kinder vor allem Unheil bewahren. Dennoch ist es enorm wichtig, auch Fehler zuzulassen. Man sollte Kinder nicht fortwährend vor unangenehmen Situationen schützen. Wichtiger ist es, sie danach aufzufangen. Denn nur so findet ein Lernprozess statt.

Auch bei der „Verantwortung“ ist es nicht anders. Mitunter kann es wichtig sein, dass bei weniger heiklen Dingen einmal etwas schief läuft. Kinder müssen die daraus folgenden Konsequenzen mit eigenen Augen sehen dürfen. Nur so kann sich die „eigene Verantwortlichkeit“ für die nächste Situation zum positiven wenden.


Über den Autor

Torsten Esser

Torsten hat das Vollzeit-Papa-Diplom. Er hat einen kleinen Sohn und eine Stieftochter, die er liebt, als wäre es seine eigene. Darüber hinaus hat er acht Semester lang "Soziale Arbeit" studiert. Mit einer unübertroffenen Mischung aus Wissen und Bauchgefühl, ist er der geborene Autor für dieses Magazin. Und ganz nebenbei kümmert er sich als Gründer und Inhaber von 1-2-family.de um alle Belange des Magazins.

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