Flugreise: Bei Säuglingen unter sechs Wochen „grünes Licht“ vom Kinder- und Jugendarzt einholen

Baby im Flugzeug
Bild: © nadezhda1906 / Adobe Stock

Ein vier bis sechs Wochen alter Säugling sollte nur in Ausnahmefällen ins Flugzeug, da seine Lunge eventuell noch nicht vollständig entwickelt ist.

„Auch wenn ein Baby unter chronischen Herz- oder Lungenproblemen oder einem Atemwegsinfekt leidet, sollte es nur nach Konsultation des Kinder- und Jugendarztes fliegen. Denn in der Kabine ist die Sauerstoffsättigung geringer als auf dem Boden“, erklärt Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) mit jahrelanger Klinikerfahrung.

[blockquote align=“none“ author=““]Aber auch Kleinkinder bis zum Vorschulalter sind durch Flüge hochbelastet (Druck- und Sauerstoffschwankungen, sehr laute Geräusche, Änderung des Schlafrhythmus und hohe Stressbelastung).[/blockquote]



Hatte ein Kind zwei Wochen vor der Flugreise eine Ohrinfektion oder Ohroperation durchgemacht, sollten Eltern ebenso sicherheitshalber die Flugfähigkeit mit ihrem Pädiater oder einem auf Kinder spezialisierten HNO-Arzt abklären. „Bei kleinen Kindern funktioniert der Druckausgleich über die eustachische Röhre noch nicht wie bei Erwachsenen. Sind die Gehörgänge nicht frei, gelingt dies schwer. Das kann starke Schmerzen verursachen und im Extremfall auch ein Barotrauma mit Verletzung des Trommelfells zur Folge haben“, so Prof. Nentwich.

Gesunde kleine Kinder können nur durch ständiges Schlucken den Druck verringern. Säuglinge und Kleinkinder sollten beim Steig- und beim Sinkflug (Starten und Landen) nicht schlafen und in kurzen Abständen etwas zu trinken bekommen. Bei älteren Kindern kann ein Bonbon oder Kaugummi den Druckausgleich im Mittelohr erleichtern. Bei Bedarf kann der Kinder- und Jugendarzt bzw. der HNO-Arzt ein abschwellendes Nasenspray empfehlen.

Fernreisen mit Langstreckenflügen sind im Trend, doch sind tropische Ziele für kleine Kinder meist eine Herausforderung. Sie reagieren empfindlich auf veränderte Tagesabläufe, ungewohnte Nahrungsmittel, Hitze und Flüssigkeitsverluste. Ihre Körperkerntemperatur steigt im Vergleich zu Erwachsenen schneller an und ihr Körper kann sich weniger gut selbst abkühlen. Für Kinder mit chronischen Krankheiten können Reisen in ressourcenbeschränkte tropische Länder oft mit einer Krankheitsverschlechterung verbunden sein, darauf macht eine französische Studie aufmerksam.

 


 


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