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Tee in der Schwangerschaft: Welche Sorten guttun – und bei welchen du lieber aufpassen solltest

Tee in der Schwangerschaft: Welche Sorten guttun – und bei welchen du lieber aufpassen solltest

Eine warme Tasse Tee kann in der Schwangerschaft richtig guttun. Vielleicht hilft sie dir morgens bei leichter Übelkeit, schenkt dir tagsüber eine kleine Pause oder begleitet dich abends beim Runterkommen. Gerade wenn Kaffee plötzlich nicht mehr so gut schmeckt oder bewusst reduziert wird, greifen viele Schwangere gern zu Tee.

Aber: Nicht jeder Tee ist in der Schwangerschaft automatisch eine gute Wahl. Denn auch Kräuter können Wirkstoffe enthalten, die nicht in jeder Phase der Schwangerschaft sinnvoll sind. Manche Tees gelten als sanft und gut verträglich, bei anderen solltest du eher genauer hinschauen – und einige Sorten lässt du besser ganz weg.

Damit du dich im Tee-Dschungel leichter zurechtfindest, findest du hier eine leicht verständliche Übersicht: Welche Tees sind in der Schwangerschaft eher unproblematisch, bei welchen ist Vorsicht sinnvoll – und welche solltest du lieber meiden?

Tees die in der Schwangerschaft meist gut geeignet sind

Früchtetee

Früchtetee ist für viele Schwangere eine unkomplizierte Wahl. Er ist meist koffeinfrei, schmeckt warm und kalt – und bringt ein wenig Abwechslung ins Trinken. Achte am besten darauf, dass er ungesüßt ist und dir geschmacklich guttut.

Rooibostee

Rooibos ist ebenfalls koffeinfrei und wird von vielen als angenehm mild empfunden. Gerade wenn du dir eine Alternative zu schwarzem oder grünem Tee wünschst, kann Rooibos eine gute Wahl sein.

Kamillentee

Kamille ist ein klassischer Wohlfühltee. Viele trinken ihn gern bei einem empfindlichen Magen oder einfach abends zum Entspannen. In üblichen Mengen gilt Kamillentee meist als gut verträglich.

Melissentee

Melisse wird oft als sanft und beruhigend empfunden. Wenn du innerlich unruhig bist oder einfach ein kleines Abendritual suchst, kann eine Tasse Melissentee sehr angenehm sein.

Lavendeltee

Lavendel ist eher etwas für den Abend. Sein Geschmack ist nicht jedermanns Sache, aber viele mögen ihn zum Abschalten. Auch hier gilt: lieber in normalen Mengen und nicht literweise.

Ingwertee

Ingwertee ist gerade in der Frühschwangerschaft für viele ein Thema, weil Ingwer gegen Übelkeit helfen kann. In üblichen Mengen wird er oft als sinnvoll angesehen. Hochdosiert solltest du ihn aber nicht trinken – eine sanfte, normale Anwendung ist hier die bessere Wahl.

Bei welchen Tees du in der Schwangerschaft vorsichtig sein solltest

Nicht alles, was „natürlich“ ist, ist automatisch unproblematisch. Manche Tees sind nicht direkt verboten – aber eben auch nicht für den täglichen, bedenkenlosen Gebrauch gedacht.

Pfefferminztee

Pfefferminztee kann bei Völlegefühl oder leichtem Unwohlsein angenehm sein. Manche Schwangere vertragen ihn aber bei Sodbrennen eher schlechter. Wenn dir Pfefferminze guttut, ist ab und zu eine Tasse kein Problem – als Dauertee würde ich ihn aber nicht einplanen.

Schwarzer Tee, grüner Tee, Matcha und Chai

Hier spielt vor allem das Koffein eine Rolle. Schwarzer Tee und grüner Tee enthalten Koffein, Matcha oft sogar etwas mehr, und Chai basiert häufig ebenfalls auf schwarzem Tee. Dazu kommen bei Chai oft Gewürze, die man sich ruhig genauer anschauen sollte.

Wenn du schwarzen oder grünen Tee magst, musst du in der Schwangerschaft nicht automatisch komplett darauf verzichten – aber du solltest die Gesamtmenge an Koffein im Blick behalten. Dazu zählen ja oft auch Kaffee, Cola oder Energydrinks.

Himbeerblättertee

Himbeerblättertee ist ein typischer Schwangerschaftstee, über den viel gesprochen wird. Wichtig ist aber: Er ist kein normaler Alltagstee für die gesamte Schwangerschaft.

Traditionell wird er vor allem zur Geburtsvorbereitung empfohlen, weil ihm eine Wirkung auf Gebärmutter, Muttermund und Geburtsverlauf nachgesagt wird. Genau deshalb gehört er aber nicht einfach in jede Schwangerschaftswoche, sondern sollte – wenn überhaupt – eher später und nach Rücksprache mit Hebamme oder Frauenärztin getrunken werden.

Fencheltee

Fencheltee galt lange als klassischer Bauchtee. Inzwischen wird er allerdings deutlich vorsichtiger bewertet. Deshalb würden wir Fencheltee in der Schwangerschaft nicht mehr einfach pauschal empfehlen. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, verzichtet lieber darauf und greift zu anderen, sanfteren Alternativen.

Der Grund: Fenchel enthält von Natur aus Estragol – einen Pflanzenstoff, der inzwischen kritischer gesehen wird. Da der Estragol-Gehalt je nach Tee schwanken kann und für Schwangere keine wirklich sichere Aufnahmemenge festgelegt werden kann, wird Fencheltee heute vorsichtshalber nicht mehr so sorglos empfohlen wie früher.

Welche Tees in der Schwangerschaft lieber tabu sind

Süßholz- oder Lakritztee

Süßholz ist in der Schwangerschaft keine gute Idee. Auch Lakritzprodukte werden in größeren Mengen oft kritisch gesehen – als Tee solltest du Süßholz deshalb besser meiden.

Salbeitee in größeren Mengen

Salbeitee wird oft bei Halskratzen oder Erkältung genannt, ist aber in der Schwangerschaft nicht als regelmäßiger Tee gedacht. Eine gelegentliche kleine Menge ist etwas anderes als häufiger Konsum – als Alltagsgetränk würden wir ihn nicht empfehlen.

Eisenkraut, Ginseng und Johanniskraut

Diese Kräuter solltest du in der Schwangerschaft lieber nicht einfach auf eigene Faust trinken. Gerade Johanniskraut ist auch wegen möglicher Wechselwirkungen kein Tee, den man mal eben unbedacht auswählt.

Brennnesseltee und andere entwässernde Tees

Gerade wenn Wassereinlagerungen auftreten, kommen manche auf die Idee, mit entwässernden Tees nachzuhelfen. Das ist in der Schwangerschaft aber keine gute Idee. Brennnessel-, Birkenblätter-, Detox- oder Entwässerungstees gehören deshalb eher in die Kategorie: bitte lieber weglassen.

Detox- und Abführtees

Alles, was entgiften, entwässern oder abführen soll, passt nicht in eine Schwangerschaft. Hier gilt ganz klar: lieber nicht.

Wie viel Tee ist in der Schwangerschaft okay?

Die gute Nachricht: Du musst auf Tee nicht komplett verzichten. Wichtig ist eher, was du trinkst und wie regelmäßig. Ein guter Grundsatz ist:

  • nicht jeden Tag literweise dieselbe Kräutersorte trinken
  • lieber abwechslungsreich bleiben
  • koffeinhaltige Sorten bewusst einplanen
  • bei speziellen Schwangerschaftstees immer die Zutatenliste prüfen

Gerade bei Kräutertees ist Abwechslung oft die sinnvollste Lösung. So vermeidest du, dass du von einem einzelnen Kraut zu viel aufnimmst.

Welche Tees können bei typischen Schwangerschaftsbeschwerden helfen?

Bei Übelkeit

  • Ingwertee in normaler Menge
  • Kamillentee
  • Melissentee

Bei Unruhe oder am Abend

  • Melissentee
  • Kamillentee
  • Lavendeltee

Bei empfindlichem Magen

  • Kamillentee
  • milde Früchtetees
  • eventuell etwas Melisse

Bei Durst im Alltag

  • Früchtetee
  • Rooibos
  • milde, gut verträgliche Kräutermischungen ohne problematische Zutaten

Vorsicht bei fertigen Teemischungen für Schwangere

„Schwangerschaftstee“ klingt erst einmal automatisch passend – aber ein genauer Blick auf die Zutatenliste lohnt sich immer. Manche Mischungen enthalten Kräuter, die nicht für jede Schwangerschaftsphase ideal sind.

Deshalb gilt: Nicht nur auf den Namen schauen, sondern immer auch auf die Inhaltsstoffe.

Wenn du unsicher bist, frag lieber einmal bei deiner Hebamme oder Frauenärztin nach – besonders dann, wenn du einen Tee regelmäßig trinken möchtest.

LESETIPP: Vorsicht bei Zimt in der Schwangerschaft. Viele Tees sind hier betroffen.

Zusammenfassend: Tee darf in der Schwangerschaft weiter ein schönes Ritual bleiben

Tee kann in der Schwangerschaft etwas sehr Wohltuendes haben. Eine warme Tasse am Morgen, eine kleine Pause am Nachmittag oder ein beruhigender Tee am Abend – das alles darf bleiben. Wichtig ist nur, nicht jede Sorte automatisch als harmlos einzustufen.

Mit einer guten Auswahl bist du meist auf der sicheren Seite: Früchtetee, Rooibos, Kamille oder Melisse sind oft gute Begleiter. Bei Pfefferminze, koffeinhaltigen Tees, Himbeerblättern oder Fenchel lohnt sich ein genauerer Blick. Und Süßholz, Detox- oder entwässernde Tees lässt du besser ganz weg.

Wenn du Vorerkrankungen hast, eine Risikoschwangerschaft besteht oder du bei bestimmten Kräutern unsicher bist, gilt wie immer: Lieber einmal mehr ärztlich oder hebammenseitig nachfragen.

Kurze FAQ zu Tees in der Schwangerschaft


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