Die größte Angst einer werdenden Mutter ist es, die Geburtswehen zu spät zu bemerken und nicht rechtzeitig in die Klinik zu kommen. Solche Sturzgeburten sind jedoch die Ausnahme. Meist kündigt sich die Geburt schon Stunden vorher an, und zwar so, dass es keine Frau verkennen kann. Lest hier, wie ihr Geburtswehen erkennen könnt, und was zu tun ist, wenn es wirklich los geht. 

Die richtige Vorbereitung ist wichtig

Damit die werdenden Eltern nicht in Panik verfallen, wenn es tatsächlich losgeht, ist eine gute Vorbereitung das wichtigste. Die Kliniktasche sollte am besten ab der 35. Schwangerschaftswoche gepackt und für den Notfall bereit stehen. Viele Kliniken begrüßen es, wenn sich werdende Mütter bereits vor den ersten Wehen bei ihnen anmelden. Dies geschieht meist ein paar Wochen vor dem Entbindungstermin. Alle Formalitäten werden bereits dann geklärt, spezielle Wünsche für die Geburt notiert, und eine Akte über den Verlauf der Schwangerschaft angelegt. Ist es dann soweit – und die Geburt beginnt, braucht die Schwangere nur noch in die Klinik zu fahren. Dort kennt man sie und kann gemeinsam enspannt der Geburt entgegen sehen.

Die ersten Anzeichen

Viele Frauen verspüren schon vor den Eröffnungswehen einige Anzeichen, die auf eine bevorstehende Geburt hinweisen können. Es kann zu Übelkeit und Durchfällen kommen, oder einer starken Müdigkeit. Ein Zeichen, dass die Geburt nicht mehr lange auf sich warten lässt, ist der Abgang des Schleimpfropfens. Er verschließt den Muttermund – und geht ab, wenn dieser weich wird und sich dehnt.

Geht es wirklich los? Senkwehen oder Geburtswehen?

Bereits einige Wochen vor der Geburt spüren schwangere Frauen Senkwehen. Diese leichte Form der Wehen sorgt dafür, dass das Köpfchen des Kindes nach unten ins Becken rutscht, und sich so für die Geburt in Position bringt. Senkwehen kommen nicht in regelmäßigen Abständen und äußern sich mit einem leichten ziehen in den Leisten.

Senkwehen werden meist weniger, wenn die Frau ein Bad nimmt, Geburtswehen jedoch, werden durch das warme Wasser eher noch stärker.

Die Eröffnungswehen der Geburt, kommen in regelmäßigen, sich immer weiter verkürzenden Abständen, und nehmen kontinuierlich an Intensität zu. Werdende Mütter können diese nicht ignorieren. Es besteht also kein Grund zur Sorge, dass man sie verpasst. Geburtswehen werden häufig als starke Menstruationsbeschwerden, mit starkem ziehen im Rücken beschrieben. Auch ein Druck nach unten kann vorkommen.

Eine Wehe dauert zwischen 25 und 60 Sekunden. Währenddessen wird der Bauch häufig sehr hart und spannt sich an.

Was ist zu tun, wenn die Wehen beginnen?

Erst einmal sollten die werdenden Eltern ganz ruhig bleiben – jede Wehe ist etwas tolles – denn sie bringt euch ein Stück näher zu eurem Baby. Um den Überblick über die Wehen zu behalten, ist es hilfreich, sich die Wehen-Abstände und deren Stärke zu notieren. Dazu kann einfach die Uhrzeit und die gefühlte Stärke auf einer Skala von 1-10 notiert werden.

Da die Wehen meist über Stunden wiederkehren, bis sie so stark sind, dass man in die Klinik fahren muss, sollten sich die aufgeregten Eltern etwas Entspannung gönnen. Ein schöner Spaziergang, eine DVD anschauen und dabei auf dem Sofa kuscheln, oder noch ein letztes Mal zu Zweit Essen gehen. Alles was gut tut – ist erlaubt.

Auf in den Kreisssaal

Wenn der Moment gekommen ist, in dem sich die werdende Mutter zu Hause nicht mehr wirklich wohl fühlt, sollte der Weg zum Kreisssaal angegangen werden. Denn das Wohlergehen der Schwangeren steht an erster Stelle.

Allgemein gilt, kommen die Wehen regelmäßig alle 5-10 Minuten, sollte man in die Klinik oder in das Geburtshaus fahren. Es gibt jedoch Symptome, bei denen man sofort die Klinik aufsuchen sollte, diese sind:

  • Blutungen
  • Kreislaufprobleme
  • Abgang von Flüssigkeit (das könnte Fruchtwasser sein)
  • Fieber oder erhöhte Temperatur
  • Übelkeit und starkes Erbrechen

Der Blasensprung

Viele Geburten starten mit einem Blasensprung. Plötzlich läuft das Fruchtwasser buchstäblich an den Beinen herunter. Ruhe bewahren, dies ist kein Grund zur Panik!

In den letzten Wochen der Schwangerschaft wird die Hebamme oder der Frauenarzt kontrolliert haben, ob das Köpfchen des Babys bereits im Becken sitzt. Ist das der Fall, kann die Schwangere sich in Ruhe duschen, umziehen und sich dann in aller Ruhe zum Kreisssaal begeben. Sitzt der Kopf noch nicht fest im Becken, sollte man sich aufs Bett oder Sofa legen, und einen Krankenwagen rufen, der einen liegenden Transport in die Klinik durchführt.

Warum Liegend-Transport: Sitzt der Kopf des Babys nicht fest im Becken, kann die Nabelschnur vorfallen. Das bedeutet, sie fällt durch den Fruchtwassermangel zwischen Kopf und Becken und kann so abgedrückt werden. Das geschieht zwar sehr selten, doch sollte man nichts riskieren.

Vorzeitige Wehen

Normalerweise beginnt eine Geburt erst dann, wenn das Baby fertig entwickelt und geburtsreif ist. Doch manchmal beginnen die Wehen frühzeitig und eine Frühgeburt droht. Frühzeitige Wehen können zur Verkürzung des Gebärmutterhalses und zur Öffnung des Muttermundes führen. Beides sind Anzeichen für eine Frühgeburt.

Als problematisch sehen Ärzte Wehen, die schmerzhaft sind und dabei 5-6 mal je Stunde auftreten. Diese können sich bereits negativ auf den Muttermund auswirken. Als Frühgeburt gelten alle Geburten, die vor der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche stattfinden. Zwar ist die Medizin heute in der Lage bereits sehr kleine Frühgeborene, schon ab der 24. SSW geborene, zu retten, jedoch birgt das immernoch viele Risiken für das Kind.

Daher ist es wichtig, dass Schwangere mit vorzeitigen Wehen sofort ihren Arzt aufsuchen. Dieser wird die nötigen Vorkehrungen treffen, um die Schwangerschaft so lange wie möglich stabil zu halten.

In manchen Fällen reicht die Gabe von Magnesium und eine entsprechende Schonung. Doch in einigen Fällen ist eine stationäre Aufnahme nötig. Dort bekommt die Schwangere Wehen hemmende Mittel und muss strenge Bettruhe halten, um ihr Kind vor einer drohenden Frühgeburt zu bewahren.


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