Wenn sich ein etwa drei bis acht Wochen altes Baby immer circa eine halbe Stunde nach dem Essen schwallartig erbrechen muss, kann eine verdickte Muskulatur des Magenausgangs die Ursache sein. „Eine verdickte Muskulatur des Magenausganges verhindert den Durchtritt des Essens in den Darm.

Erbrechen bei Babys: Magenpförtner kann verengt sein

Anzeichen ist ein typischerweise schwallartiges Erbrechen etwa 30 Minuten nach dem Füttern. Bevor das Baby sich übergibt, können Eltern evtl. Bewegungen in der Magengegend erkennen, wenn der Magen das Essen durch die Engstelle weiterbefördern will. Da diese sogenannte hypertrophe Pylorusstenose (angeborene Verengung des Magenausgangs/ Magenpförtners) die Nahrungsaufnahme im Darm verhindert, haben Babys häufig nach dem Übergeben wieder Hunger. Längerfristig nehmen sie nicht an Gewicht zu. Muss sich ein Säugling also mehrmals nach dem Essen schwallartig übergeben, sollten Eltern mit ihm zum Kinder- und Jugendarzt.

Insbesondere kleine Kinder können durch den Flüssigkeitsverlust schnell austrocknen“, warnt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Der Pädiater klärt u.a. auch, ob andere Gründe für das Erbrechen vorliegen, wie z.B. ein Infekt, Zurückfließen von Magensäure (Reflux) oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Maßnahmen wenn ein Baby erbricht

Wenn Babys sich erbrechen, sollten Eltern es aufrecht hinsetzen, um ein Verschlucken von Erbrochenem zu vermeiden. Übergibt ein Kind sich im Liegen, sollte man es sofort mit dem Gesicht nach unten hochnehmen.

„Bei Verdacht auf eine hypertrophe Pylorusstenose hilft diagnostisch die Ultraschalluntersuchung des Magenausganges weiter. Mit ihr kann sicher erkannt werden, ob der Muskel des Magenausganges (Ringmuskel) verdickt ist“, erklärt Dr. Fegeler. „Wenn eine verdickte Magenringmuskulatur der Grund dafür ist, dass das Baby die Nahrung nicht bei sich behalten kann, so muss eine kleine Operation – offen chirurgisch oder minimal-invasiv – vorgenommen werden, bei der der zu stark ausgebildete Ringmuskel gespalten wird. Häufig kann das Baby bereits 2 bis 4 Stunden nach der Operation Milchnahrung bekommen.“

Etwa 2 von 1000 Säuglingen leiden unter der Magenentleerungsstörung. Jungen sind etwa viermal häufiger als Mädchen betroffen. Da die Störung in manchen Familien gehäuft auftritt, stehen genetische Faktoren als Auslöser im Verdacht. Doch warum sich die Muskulatur des Magenausgangs verdickt, ist letztendlich noch nicht völlig geklärt.

Anmerkung der Redaktion: Mitunter verordnen Kinderärzte eine Spezialnahrung (AR = Anti Reflux). In einigen Fällen kann sie helfen, wenn die Magenpförtnerenge nicht allzu ausgeprägt ist. Auf diese Weise überbrückt man ein paar Monate, bis das Baby ein Stück gewachsen ist. Die AR-Nahrung ist etwas dickflüssiger, als „normale“ Flaschennahrung, und wird aus diesem Grund etwas anders von Magen verarbeitet. In manchen Fällen kann auf diese Weise eine Operation unnötig werden.


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