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Wie beginnt man eine Arbeit als Betreuungskraft für ältere Menschen?

Wie beginnt man eine Arbeit als Betreuungskraft für ältere Menschen?

Die Arbeit als Betreuungskraft für ältere Menschen kann eine gute Wahl für Personen sein, die geduldig und verantwortungsbewusst sind und gerne im täglichen Kontakt mit anderen Menschen arbeiten. Sie erfordert nicht immer eine medizinische Ausbildung, wohl aber Reife, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, im Zuhause eines Seniors zu arbeiten.

In Deutschland und Österreich suchen viele Familien Betreuungskräfte, die mit einer älteren Person zusammenwohnen und sie im Alltag unterstützen können. Eine solche Arbeit ist mit großer Verantwortung verbunden. Deshalb sollte man vor der Ausreise wissen, wie der Aufgabenbereich aussieht, welche Unterlagen benötigt werden und wie man eine Zusammenarbeit sicher beginnt.

Worin besteht die Arbeit einer Betreuungskraft für ältere Menschen?

Eine Betreuungskraft für ältere Menschen unterstützt den Senior im täglichen Leben. Ihre Aufgabe besteht darin, die ältere Person so zu begleiten, dass sie möglichst lange zu Hause, in ihrer vertrauten Umgebung und mit ihren gewohnten Abläufen leben kann.

Meistens wohnt die Betreuungskraft im Haushalt des Seniors. Sie hat ein eigenes Zimmer, Zugang zum Badezimmer und erhält Verpflegung. Sie hilft bei den vereinbarten Tätigkeiten, leistet Gesellschaft und achtet auf einen ruhigen Tagesrhythmus.

Tägliche Aufgaben einer Betreuungskraft

Der Aufgabenbereich hängt vom Gesundheitszustand des Seniors, seiner Selbstständigkeit und den Vereinbarungen mit der Familie ab. Bei einer mobilen Person kann die Betreuung vor allem aus Gesellschaft, Haushaltsführung und dem Erinnern an Medikamente bestehen. Bei einer bettlägerigen Person oder bei Demenz ist der Arbeitsumfang deutlich größer.

Zu den typischen Aufgaben einer Betreuungskraft gehören:

  • Hilfe beim Aufstehen und Hinlegen,
  • Unterstützung beim Ankleiden,
  • Hilfe bei der Körperpflege,
  • Zubereitung von Mahlzeiten,
  • Anreichen von Mahlzeiten, wenn der Senior dies benötigt,
  • Erinnerung an Medikamente,
  • Einkäufe,
  • Ordnung im unmittelbaren Umfeld des Seniors halten,
  • Waschen und Bügeln der Kleidung des Seniors,
  • gemeinsame Spaziergänge,
  • Gespräche und Gesellschaft leisten,
  • Beobachtung des Wohlbefindens des Seniors,
  • Kontakt mit der Familie oder dem Koordinator.

Eine Betreuungskraft sollte keine medizinischen Tätigkeiten übernehmen, wenn sie dafür nicht qualifiziert ist. Dazu gehören unter anderem Injektionen, der Wechsel spezieller Verbände, Wundbehandlung oder eigenständige Entscheidungen über Medikamentendosen.

Wie sieht ein Arbeitstag aus?

Der Tag einer Betreuungskraft beginnt in der Regel mit der morgendlichen Unterstützung des Seniors. Dazu können Hilfe beim Aufstehen, bei der Toilette, beim Anziehen und beim Frühstück gehören. Später folgen Haushaltstätigkeiten, Einkäufe, ein Spaziergang, die Zubereitung des Mittagessens und die Ruhezeit des Seniors.

Alltag in der Seniorenbetreuung
Bild: © Monkey Business / Adobe Stock

Am Abend hilft die Betreuungskraft beim Abendessen, bei der Hygiene und bei der Vorbereitung auf die Nacht. Wenn der Senior nachts Hilfe benötigt, muss der Umfang dieser Unterstützung im Voraus klar vereinbart werden.

Der Begriff „24-Stunden-Betreuung” bedeutet nicht, dass ohne Pause gearbeitet wird. Die Betreuungskraft wohnt beim Senior und ist im Haus anwesend, hat aber Anspruch auf Erholung, Schlaf und Freizeit.

Wer kann Betreuungskraft für ältere Menschen werden?

Eine Tätigkeit in der Betreuung können Personen mit familiärer Erfahrung, beruflicher Erfahrung oder nach Betreuungskursen aufnehmen.

Nicht jedes Angebot setzt ein Pflegediplom voraus, doch Familie und Agentur achten auf den Umgang mit dem Senior, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, in einem privaten Haushalt zu arbeiten.

Eine gute Betreuungskraft sollte ruhig, geduldig und aufmerksam sein. Senioren brauchen oft nicht nur körperliche Unterstützung, sondern auch ein Gefühl von Sicherheit.

Eigenschaften, die in der Betreuungsarbeit hilfreich sind

In dieser Arbeit spielen persönliche Eigenschaften eine große Rolle. Selbst eine Person mit Erfahrung kann Schwierigkeiten haben, wenn sie nicht ruhig auf Stress, Müdigkeit oder sich wiederholende Fragen des Seniors reagieren kann.

Hilfreiche Eigenschaften sind:

  • Geduld,
  • Verantwortungsbewusstsein,
  • Genauigkeit,
  • Empathie,
  • Pünktlichkeit,
  • Ehrlichkeit,
  • Belastbarkeit,
  • gute Organisation des Tages,
  • Bereitschaft, beim Senior zu wohnen,
  • Respekt vor der Privatsphäre einer anderen Person.

Die Betreuungskraft arbeitet im Zuhause des Seniors. Deshalb sollte sie diskret sein und sich an die Regeln des jeweiligen Haushalts anpassen können.

Braucht man Erfahrung?

Erfahrung ist hilfreich, aber bei leichteren Einsätzen nicht immer zwingend erforderlich. Eine Kandidatin, die sich um einen Elternteil, Großelternteil oder eine andere nahestehende Person gekümmert hat, kann mit einfacheren Aufträgen beginnen.

Bei schwierigeren Fällen ist Erfahrung sehr wichtig. Das gilt für die Betreuung von Personen:

  • die bettlägerig sind,
  • nach einem Schlaganfall,
  • mit Parkinson,
  • mit Demenz,
  • mit Alzheimer,
  • die Hilfe beim Transfer benötigen,
  • die Probleme beim Essen haben,
  • die nachts aufstehen.

Wenn eine Kandidatin gerade erst anfängt, sollte sie ihre Möglichkeiten ehrlich einschätzen. Ein zu schwieriger Einsatz am Anfang kann sowohl für die Betreuungskraft als auch für den Senior belastend sein.

Muss man Deutsch sprechen?

Deutschkenntnisse erhöhen die Chancen auf einen besseren Einsatz. Familien in Deutschland und Österreich erwarten häufig zumindest eine grundlegende Kommunikation, da die Betreuungskraft mit dem Senior, der Familie, dem Arzt oder dem Koordinator sprechen muss.

Für den Anfang sind Wörter und Redewendungen zu folgenden Themen hilfreich:

  • Körperpflege,
  • Essen,
  • Medikamente,
  • Schmerzen,
  • Wohlbefinden,
  • Bewegung,
  • Einkäufe,
  • Uhrzeiten,
  • Arztbesuch,
  • Notfallsituationen.

Sehr gute Deutschkenntnisse können ein höheres Gehalt bedeuten. Bei Senioren, die viel sprechen und selbstständig sind, ist Kommunikation besonders wichtig. Bei Personen mit eingeschränkter Sprache spielen Erfahrung und Aufmerksamkeit eine größere Rolle, doch Grundkenntnisse der Sprache erleichtern die Arbeit weiterhin deutlich.

Wie bereitet man sich auf die erste Arbeit in der Betreuung vor?

Arbeit mit Senioren
Bild: © peopleimages.com / Adobe Stock

Die Vorbereitung auf die Arbeit sollte mit einer ehrlichen Einschätzung der eigenen Möglichkeiten beginnen. Die Betreuung eines Seniors erfordert Geduld, psychische Stärke und die Bereitschaft, mehrere Wochen oder Monate im Zuhause einer anderen Person zu leben.

Vor dem ersten Einsatz sollte klar festgelegt werden, welche Aufgaben man übernehmen kann, mit welchen Krankheiten man Erfahrung hat und welches Sprachniveau vorhanden ist.

Unterlagen vorbereiten

Eine Agentur oder ein Arbeitgeber kann Unterlagen verlangen, die Identität, Erfahrung und die Möglichkeit einer legalen Arbeit bestätigen. Der genaue Umfang der Dokumente hängt vom Land, von der Form der Zusammenarbeit und von der Staatsangehörigkeit der Kandidatin ab.

Meistens werden benötigt:

  • Ausweisdokument,
  • aktuelle Telefonnummer,
  • Wohnadresse,
  • Lebenslauf oder Beschreibung der Erfahrung,
  • Referenzen,
  • Foto,
  • Angaben zu Sprachkenntnissen,
  • Nachweise über Kurse oder Schulungen,
  • Daten für den Vertrag,
  • Informationen zur Verfügbarkeit.

Wenn die Kandidatin Referenzen von einer früheren Familie oder einem früheren Arbeitgeber hat, sollte sie diese bereithalten. Für Agenturen und Familien ist das ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Person Erfahrung hat und ihre Aufgaben zuverlässig erfüllt hat.

Erfahrung beschreiben

Der Lebenslauf einer Betreuungskraft muss nicht lang sein, sollte aber konkret sein. Statt allgemeiner Aussagen ist es besser zu beschreiben, welche Personen die Kandidatin betreut hat und welche Tätigkeiten sie ausgeführt hat.

In der Beschreibung der Erfahrung können erwähnt werden:

  • Alter der betreuten Personen,
  • Erkrankungen der Senioren,
  • Mobilitätsgrad,
  • Hilfe bei der Hygiene,
  • Kochen,
  • Haushaltsführung,
  • Transfer vom Bett in den Rollstuhl,
  • Nachtbetreuung,
  • Arbeit mit einer Person mit Demenz,
  • Dauer der Einsätze,
  • Länder, in denen die Kandidatin gearbeitet hat.

Beispiel für eine gute Beschreibung:

„Ich habe 8 Monate lang eine Seniorin nach einem Schlaganfall betreut. Ich half beim Ankleiden und bei der Hygiene, bereitete Mahlzeiten zu, erledigte Einkäufe und begleitete sie zu Arztterminen. Die Seniorin bewegte sich mit einem Rollator fort.”

Eine solche Beschreibung sagt deutlich mehr aus, als der Satz: „Ich habe Erfahrung in der Betreuung.”

Mentale Vorbereitung

Die Arbeit als Betreuungskraft bedeutet, viele Stunden täglich mit einem Senior zu verbringen. Manchmal treten Müdigkeit, Heimweh, schwierige Gespräche mit der Familie oder Anspannung wegen des Gesundheitszustands der betreuten Person auf.

Vor der Ausreise ist es sinnvoll, sich einige Fragen zu stellen:

  • Bin ich bereit, im Zuhause eines Seniors zu wohnen?
  • Kann ich ruhig auf sich wiederholende Fragen reagieren?
  • Komme ich mit Einsamkeit nach der Arbeit zurecht?
  • Kann ich über meine Grenzen sprechen?
  • Akzeptiere ich Arbeit im Bereich der Körperpflege?
  • Bin ich bereit, mit Krankheit und Alter konfrontiert zu werden?
  • Kann ich den Koordinator um Hilfe bitten, wenn die Situation schwierig ist?

Das Bewusstsein für die eigenen Grenzen hilft dabei, einen Einsatz zu wählen, der für beide Seiten sicher ist.

Wie findet man das erste Stellenangebot als Betreuungskraft?

Das erste Angebot kann man über eine Agentur, durch Empfehlung, über Anzeigen oder direkt bei einer Familie finden. Am sichersten ist der Einstieg über ein Unternehmen, das Einsätze prüft, Unterlagen vorbereitet und auch nach Arbeitsbeginn in Kontakt bleibt.

Arbeit ohne Vertrag oder über eine zufällige Anzeige kann riskant sein. Die Kandidatin kennt möglicherweise nicht den tatsächlichen Zustand des Seniors, die Wohnbedingungen, die Vergütungsregeln oder den genauen Aufgabenbereich.

Arbeit über eine Agentur

Eine Agentur hilft dabei, eine Betreuungskraft mit einer Familie zusammenzubringen, die Unterstützung sucht. Sie sollte Informationen über die Kandidatin sammeln, ihre Erfahrung prüfen, die Bedingungen besprechen und einen konkreten Einsatz vorstellen.

Eine gute Agentur sollte der Betreuungskraft mitteilen:

  • Informationen über den Senior,
  • Beschreibung von Krankheiten und Einschränkungen,
  • Aufgabenbereich,
  • Wohnbedingungen,
  • Beginn des Einsatzes,
  • Dauer des Einsatzes,
  • Höhe der Vergütung,
  • Regeln zur Anreise,
  • Vertragsform,
  • Kontakt zum Koordinator.

MK Care arbeitet mit Betreuungskräften zusammen, die bereit sind, umzuziehen und in Haushalten von Senioren in Deutschland und Österreich zu arbeiten. Das Unternehmen setzt auf geprüfte Personen, transparente Regeln und eine passende Zuordnung der Betreuungskraft zu den Bedürfnissen der Familie. So weiß die Kandidatin, wohin sie fährt und was sie beim Einsatz erwartet.

Arbeit durch Empfehlung

Eine Empfehlung von einer bekannten Betreuungskraft kann hilfreich sein, ersetzt aber weder einen Vertrag noch die Prüfung der Bedingungen. Auch wenn eine Familie empfohlen wurde, sollten die Details genau geklärt werden.

Vor Annahme eines Einsatzes sollte festgelegt werden:

  • wer den Vertrag unterschreibt,
  • wer die Vergütung auszahlt,
  • wann die Auszahlung erfolgt,
  • ob ein eigenes Zimmer vorhanden ist,
  • welche Aufgaben anfallen,
  • ob der Senior nachts aufsteht,
  • ob Transfer erforderlich ist,
  • ob weitere Personen im Haushalt leben,
  • wer die Anreise bezahlt,
  • was im Krankheitsfall der Betreuungskraft passiert.

Mündliche Absprachen können unzureichend sein, besonders bei einer Arbeit im Ausland.

Legale Arbeit in Deutschland und Österreich

Die Legalität der Arbeit ist wichtig für Vergütung, Versicherung, Sicherheit und die Möglichkeit, eigene Rechte geltend zu machen. Vor der Ausreise muss klar sein, auf welcher Grundlage die Arbeit ausgeführt wird.

Vertragliche und rechtliche Voraussetzungen Seniorenbetreuung
Bild: © Anastasiya Marchenko / Adobe Stock

In Deutschland und Österreich können verschiedene Modelle der Zusammenarbeit vorkommen. Die Beschäftigungsform sollte vor der Ausreise eindeutig beschrieben werden.

Vertrag und Arbeitsbedingungen

Der Vertrag sollte die wichtigsten Arbeitsbedingungen festlegen. Die Kandidatin sollte die Unterlagen vor Beginn des Einsatzes oder spätestens bei Arbeitsbeginn erhalten.

Im Vertrag oder in den Einsatzunterlagen sollten stehen:

  • Daten der Vertragsparteien,
  • Arbeitsort,
  • Dauer der Zusammenarbeit,
  • Vergütung,
  • Auszahlungstermin,
  • Aufgabenbereich,
  • Regeln zur Unterkunft,
  • Regeln zur Verpflegung,
  • Informationen zur Freizeit,
  • Verfahren zur Beendigung des Einsatzes,
  • Kontakt zum Koordinator.

Man sollte nicht ausreisen, ohne bestätigte Bedingungen zu haben. Ein Telefongespräch allein bietet keine ausreichende Sicherheit.


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