Mutter und Tochter streiten

Zwischen dem vierten und fünften Lebensjahr beginnen Kinder bewusst und absichtlich zu Lügen. Sie lernen, dass es manchmal Vorteile für sie bringt, wenn sie die Unwahrheit sagen.

10 Tipps für die richtige Reaktion auf Kinderlügen

1. Ehrlichkeit loben

Kommt euer Kind auf euch zu und erzählt euch von der schlechten Note, der kaputten Vase, oder dem handgreiflichen Streit im Kindergarten, solltet ihr es für seine Ehrlichkeit loben. Natürlich hat es für die Situationen selbst keinen Lob verdient. Aber wohl dafür, dass es euch die Wahrheit erzählt hat. Kinder die Anerkennung für ihre Ehrlichkeit und Offenheit erhalten, lügen seltener.

2. Konsequenzen aufzeigen

Eine Lüge hat immer Konsequenzen. Diese sollten den Kinder aufgezeigt werden. Man kann erklären, dass man ihnen irgendwann nicht mehr glauben kann, und an ihnen zweifelt, auch wenn sie die Wahrheit sprechen. Außerdem kann man ihnen vermitteln, dass andere Kinder sich von ihnen abwenden, wenn man andauernd lügt.

Oftmals sind sich Kinder nicht bewusst, welche Konsequenzen ihr Handeln mit sich bringt.

3. Vertrauensvoller Umgang

Vertrauen ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Kinder ehrlich und offen sind und sich ihren Eltern anvertrauen. Kinder brauchen das Gefühl mit allen Problemen zu ihren Eltern kommen zu können. Sie müssen darauf vertrauen, dass ihre Eltern immer zu ihnen stehen, ganz gleich, was sie gerade angestellt haben. So sind sie eher bereit, ehrlich zu sein, und die Verantwortung für ihre Verfehlungen zu übernehmen.

4. Umgang mit Fehlern und unangenehmen Situationen lernen

Kinder müssen lernen, mit ihren Fehlern umzugehen und zu ihnen zu stehen. Natürlich ist es eine unangenehme Situation, wenn man gerade die Vase der Oma zerstört hat. Doch Kinder müssen lernen zu ihren Fehlern zu stehen. Ermutigt eure Kinder in solchen Situationen immer wieder dazu, die Wahrheit zu sagen und reagiert nicht wütend, sondern gebt den Kindern den Freiraum, ihre Fehler wieder gut zu machen.

5. Wutanfälle vermeiden

Hat euer Kind euch etwas gebeichtet, solltet ihr Wutanfälle vermeiden. Das verängstigt euer Kind nur unnötig, und es wird beim nächsten Mal doch wieder den Weg der Lüge gehen. Es wird eine solche Situation ist Zukunft vermeiden wollen. Erklärt euren Kindern aber ruhig, dass ihr sauer oder enttäuscht seit. Die Gefühle anderer zu verstehen ist ein wichtiger Entwicklungsschritt.

6. Lügen aufdecken und benennen

Habt ihr euer Kind bei einer Lüge ertappt, sollte ihr dies unbedingt ansprechen. Denn es muss merken, dass es aufgeflogen ist. Eine Lüge stillschweigend hinzunehmen hat keinen Lerneffekt für euer Kind. Es wird denken, dass es damit durch kommt und wird weiter lügen.

Ein gemeinsames Gespräch in dem hinterfragt wird, warum gelogen wurde, hilft auch euch, euer Kind zu verstehen und gegebenenfalls auch etwas an eurem Verhalten zu ändern.

7. Alternativen für Lügen finden

Hat man in einem gemeinsamen Gespräch herausgefunden, warum ein Kind gelogen hat, gilt es Alternativen zur Lüge zu finden. Gemeinsam sollte man erarbeiten, was ein Kind bei der nächsten Situation tun kann, anstatt zu lügen. Man sollte das Kind nochmal bestärken ehrlich zu sein, über Fehler zu sprechen und diese einzugestehen.

8. Strafen helfen nicht

Harte Strafen sind eher kontraproduktiv. Ein Kind das wegen einer Lüge, eine Strafe erhält, ist schnell der Meinung, es müsste beim nächsten Mal nur besser lügen, um nicht ertappt zu werden. Besser ist ein Gespräch, in dem geklärt wird, warum gelogen wurde, und in dem ihr erklärt, dass Lügen keinen Sinn haben. Solltet ihr euch trotzdem für eine Strafe entscheiden, sollte diese unbedingt im Zusammenhang zur Lüge stehen.

9. Verständnis zeigen

Auch wenn es vielleicht schwer fällt – Verständnis ist der beste Weg, wenn man sein Kind beim Lügen erwischt hat. Man kann dem Kind ruhig sagen, das man versteht, das es einfacher ist zu Lügen als die Wahrheit zu sagen. Das eine Lüge aber niemals ein Ausweg aus der Situation darstellt und keine gute Möglichkeit ist, um einem Konflikt aus dem Weg zu gehen. Hat das Kind das Gefühl, dass seine Eltern es verstehen, wird es beim nächsten Mal vielleicht keine Lüge benutzen.

10. Vorbild sein 

Kinder benutzen ihre Eltern als Vorbild. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder nicht anlügen. Nur wer mit gutem Vorbild voran geht, kann erwarten, dass sein Kind ehrlich und aufrichtig ist. Sollte man eine „Notlüge“ nutzen müssen – um zum Beispiel jemanden zu schützen –  sollte man dies den Kindern erklären.

Erwischen die Kinder ihre Eltern beim Lügen, werden sie denken, das es in Ordnung ist zu lügen, und ahmen dieses Verhalten nach.



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