Stillen kann äußerst abwechslungsreich sein. Denn mit den verschiedenen Stillpositionen lassen sich nicht nur wunde Brustwarzen vermeiden, sondern auch entspannte Momente mit dem Baby genießen. Ob im Liegen oder Sitzen, wir zeigen euch vier Varianten, die das Stillen abwechslungsreich gestalten. 

Die StillpositionenEs gibt verschiedene Stillpositionen, die zum gemütlichen Stillen einladen. Eines ist bei jeder jedoch gleich – die stillende Mami muss bequem sitzen oder liegen, und alles nötige um sich herum drapiert haben. Nur so kann sie auch längere Zeit in der jeweiligen Position verharren.

In den ersten Tagen nach der Geburt und nachts bietet sich das Stillen im liegen nahezu an. Es ist kräfteschonend und wird als besonders angenehm empfunden. Die verschiedenen sitzenden Stillpositionen sind gerade beim Stillen in der Öffentlichkeit praktisch.

Auch wenn es bereits ein Geschwisterchen gibt, das während der Stillmahlzeit des Babys beschäftigt werden möchte, sind die sitzenden Stillpositionen von Vorteil. Wichtig dabei ist jedoch, den Arm der das Baby hält, zu stützen, so werden Verspannungen im Rücken und Nacken vermieden. Für welche Position sich eine Mutter entscheidet, liegt ganz in ihren Vorlieben. Das wechseln der Stillpositionen beugt wunden Brustwarzen und einem Milchstau vor.

Die Stillpositionen

Der Wiegegriff

Die Wiegehaltung ist die wohl klassischste Stillposition. Bequem sitzend auf dem Sofa, Bett oder Stuhl kann es los gehen. Das Baby liegt mit seinem Kopf in der Armbeuge der Mutter und ist mit dem Gesicht zur Brust gewandt. Seine Knie sind ebenfalls zur Mutter gerichtet und werden sanft an deren Körper gedrückt.

Damit das Gewicht des Babys nicht über die ganze Dauer der Stillmahlzeit auf dem Arm lastet, sollte ein Stillkíssen zum abstützen genutzt werden. Bequemer wird das Stillen, wenn die Mutter ihre Beine leicht erhöht lagert, beispielsweise auf dem Sofa oder einem Stuhl. Liegt das Kind optimal im Arm der Mutter, muss sich diese zum andocken und stillen des Babys nicht nach vorne beugen. Sollte dies nicht der Fall sein, muss das Baby noch etwas näher an den Körper der Mutter oder etwas höher positioniert werden.

Der Kreuzgriff 

Der Kreuzgriff ähnelt dem Wiegegriff. Der Unterschied der beiden Positionen liegt darin, dass der Kopf des Babys beim Kreuzgriff nicht mit der Armbeuge gestützt wird, sondern mit der Hand. Wie der Name bereits vermuten lässt, findet dier Griff über Kreuz statt. Bedeutet: wird das Baby mit der rechten Brust gestillt, wird es mit der Linken Hand gestützt.

Auch in dieser Stillposition sind das Gesicht, Bauch und Beine des Babys zur Mutter gewandt. Nun wird der Kopf mit der Hand gestützt. Großer Vorteil dieser Position ist, das der Mund des Babys gezielter zur Brustwarze geführt werden kann und es so deutlich besser andocken kann. Auch hier sollte ein Stillkissen genutzt werden, um das Gewicht des Babys nicht alleine mit dem Arm tragen zu müssen. Besonders geeignet ist diese Stillposition für Babys, die häufig von der Brust ablassen oder Schwierigkeiten beim Anlegen an der Brust haben.

Der Rückengriff 

Diese Stillposition wird auch liebevoll „Footballhaltung“ genannt. Der Grund liegt darin, dass in dieser Position das Baby wie ein Football unter den Arm „geklemmt“ wird. Das Baby liegt seitlich neben der Mutter. Seine Füße zeigen hinter die Mutter und die Nase liegt auf Höhe der Brustwarze. Damit das Baby hoch genug liegt, eignet sich ein Stillkissen, auf dem es gelagert wird. Der Arm der Mutter legt sich nun um das Kind, stützt so seinen Rücken, und mit der Hand wird der Kopf des Babys gehalten.

Diese Position ist gerade nach einem Kaiserschnitt sehr angenehm, da das Baby nicht auf der frischen Wunde liegt. Auch Zwillinge können so wunderbar gleichzeitig gestillt werden. Besonderes Augenmerk sollten Mütter jedoch darauf legen, dass sie ihr Kind nicht zu stark an die Brust drücken. Das erschwert das Trinken und das Baby fühlt sich schnell eingeengt.

Die Seitenlage 

Die Seitenlage empfinden viele Mütter als bequemste Position beim Stillen. Gerade nach der Geburt und in der Nacht ist sie äußert angenehm, da sie kräfteschonend ist. Bei dieser Position liegt das Baby dicht neben der Mutter. Sein Bauch, Beine und der Kopf zeigen zum Körper der Mutter. Mit dem Arm wird nun das Baby gestützt. Ein Stillkissen kann das Baby zusätzlich stützen.

Damit auch die Mutter bequem liegt, können einige Kissen im Rücken und unter dem Kopf drapiert werden. So entsteht meist eine kuschelig angenehme Liegeposition. Auch ein Kissen zwischen den Beinen empfinden viele Frauen als angenehme Entlastung für den Rücken. Um herauszufinden wie die Seitenlage am bequemsten ist, können die stillenden Mütter einfach etwas experimentieren.

Auch in dieser Position sollte sich die Mutter nicht zum Kind beugen müssen, um zu stillen. Dann ist die richtige Position des Kindes noch nicht gefunden. Vielleicht muss es etwas näher an die Mutter heran, oder sein Kopf muss etwas erhöht gelagert werden. Auch hier kann ein Kissen oder das Stillkissen behilflich sein.

Probieren geht über Studieren 

Welche Stillposition die ideale für eine Mutter und ihr Kind ist, wird meist in der Praxis schnell deutlich. Viele Kinder bevorzugen eine bestimmte Position, in der sie besonders gut trinken. Ratsam ist es trotzdem, nicht immer die selbe Position zu nutzen, sondern regelmäßig zu variieren. Das ist der beste Schutz vor wunden Brustwarzen. Außerdem schont es Muskeln und Gelenke.

Hier geht es zum Hauptartikel: Alles wissenswerte rund ums Stillen.

Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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