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Dein Baby im 13. Monat: Entwicklung, Schlaf & Förderung

Dein Baby im 13. Monat: Entwicklung, Schlaf & Förderung

Der erste Geburtstag ist gefeiert – und plötzlich fühlt sich vieles anders an. Euer Kind ist natürlich immer noch euer Baby. Aber im Alltag merkt ihr wahrscheinlich immer häufiger: Da wächst gerade ein kleiner Mensch heran, der ganz genau weiß, was er will. Oder zumindest ziemlich entschlossen zeigen kann, was er gerade nicht will.

Inhaltsverzeichnis

Aus dem Baby wird ein Kleinkind

Mit 13 Monaten steckt euer Kind mitten im Übergang vom Baby zum Kleinkind. Es wird mobiler, neugieriger, eigenwilliger und oft auch überraschend mutig. Manche Kinder laufen jetzt schon los, andere hangeln sich noch an Möbeln entlang, krabbeln blitzschnell durch die Wohnung oder üben das freie Stehen nur dann, wenn niemand hinschaut. Alles davon kann völlig normal sein. Viele Kinder machen rund um diese Zeit erste Schritte; manche brauchen aber auch bis 15 oder 18 Monate, bis sie frei laufen.

Gleichzeitig passiert im Kopf eures Kindes unglaublich viel. Es versteht mehr, als es sagen kann. Es beobachtet euch, ahmt euch nach, räumt Schubladen aus, stapelt Becher, zeigt auf Dinge, möchte helfen – und kann furchtbar frustriert sein, wenn der eigene Plan nicht klappt. Willkommen im 13. Monat: wunderbar, wild, klebrig, laut, innig und manchmal wirklich anstrengend.

In diesem Beitrag erfahrt ihr, was euer Kind im 13. Monat gerade lernt, wie sich Schlaf und Essen verändern können, welche Spielideen jetzt sinnvoll sind – und warum Sicherheit zu Hause noch einmal ein ganz neues Thema wird.

Entwicklung deines Babys im 13. Monat

Mit 13 Monaten ist euer Kind offiziell im zweiten Lebensjahr angekommen. Euer Kind ist noch sehr klein, braucht weiterhin Nähe, Trost, Begleitung und zuverlässige Rituale. Aber es entdeckt gerade das Wissen: Ich kann etwas bewirken.

Es kann Dinge wegwerfen und schauen, ob sie wiederkommen. Es kann den Löffel selbst halten. Es kann zur Tür krabbeln, wenn jemand nach Hause kommt. Es kann protestieren, wenn ihr ihm etwas wegnehmt. Und manchmal sieht es euch mit einem Blick an, der bedeutet: „Ich habe einen Plan. Ihr werdet ihn aber nicht mögen.“

Körperliche Entwicklung: Gewicht, Größe und Wachstum

Nach dem enormen Wachstum im ersten Lebensjahr geht es jetzt etwas gemächlicher weiter. Viele Kinder haben um den ersten Geburtstag herum ihr Geburtsgewicht ungefähr verdreifacht. Mit 13 Monaten wiegen viele Kinder grob um die 9 bis 10 Kilogramm, aber Abweichungen nach oben oder unten sind häufig – und hängen stark von Geburtsgewicht, Körperbau, Ernährung, Genetik und bisheriger Wachstumskurve ab.

Wichtiger als ein einzelner Wert ist die Entwicklung entlang der eigenen Kurve. Ein zierliches Kind muss nicht plötzlich immens „aufholen“, nur weil ein gleichaltriges Kind kräftiger wirkt. Und ein größeres Kind ist nicht automatisch „weiter“. Genau dafür gibt es die Vorsorgeuntersuchungen und die Perzentilenkurven im gelben Untersuchungsheft.

Was ihr im Alltag eher bemerken werdet: Euer Kind wirkt körperlich kompakter. Das Gesicht verändert sich, die Bewegungen werden zielgerichteter, die Muskeln kräftiger. Viele Kinder wirken in diesem Alter nicht mehr so rund-babyhaft, sondern bekommen langsam diesen typischen Kleinkind-Ausdruck: neugierig, wach, entschlossen – und meistens irgendwo auf dem Weg zu einem Ort, an dem sie gerade nicht sein sollten.

Motorische Meilensteine: Laufen, Stehen und Klettern

Der 13. Monat ist für viele Familien der Monat der ersten wackeligen Schritte. Manche Kinder laufen schon frei durch das Wohnzimmer, andere machen zwei Schritte und lassen sich dann lachend auf den Po plumpsen. Wieder andere haben überhaupt keine Eile und kommen krabbelnd oder robbend, so schnell ans Ziel, dass Laufen aus ihrer Sicht offenbar noch kein dringendes Upgrade braucht.

Das ist völlig in Ordnung. Man kann nur immer wieder betonen, dass die ersten Schritte rund um den 13. Monat kommen können, aber nicht müssen. Milupa nennt sogar ausdrücklich, dass das Laufenlernen bis 15 Monate, und auch bis 18 Monate, noch im normalen Bereich liegen kann.

Typisch im 13. Monat: Euer Kind zieht sich an Möbeln hoch, läuft seitlich am Sofa entlang, schiebt Stühle oder Kisten vor sich her, geht an eurer Hand, geht in die Hocke, greift nach Dingen oberhalb seiner Augenhöhe oder versucht, aus dem Stand wieder kontrolliert ins Sitzen zu kommen.

Und dann kommt ein Punkt, der Eltern schlagartig altern lässt: Klettern. Was gestern noch ein harmloser Hocker war, ist heute ein Gipfel. Was gestern noch ein Couchtisch war, ist heute eine Bühne. Euer Kind testet seinen Körper – und oft auch eure Reaktionsgeschwindigkeit.

Barfußlaufen oder rutschfeste Socken sind in der Wohnung weiterhin ideal, weil euer Kind den Untergrund spürt und seine Fußmuskulatur trainieren kann. Schuhe braucht es vor allem draußen, wenn es wirklich längere Strecken läuft, oder der Boden Schutz erfordert. Das Barfußlaufen beziehungsweise Anti-Rutsch-Socken können die Wahrnehmung über die Füße und die Fußmuskulatur enorm unterstützen.

Feinmotorik: Greifen, Stapeln, Einräumen

Wenn ihr euch fragt, warum euer Kind neuerdings alles in Kisten, Schüsseln, Schuhe, Taschen oder Waschmaschinen steckt: Das ist keine Schikane. Jedenfalls meistens nicht.

Mit 13 Monaten wird das Ein- und Ausräumen für eure Kleinen richtig spannend. Euer Kind lernt dabei räumliche Zusammenhänge. Was passt wo hinein? Was passiert, wenn ich den Becher umdrehe? Wie viele Bausteine passen in den Topf? Wo ist mein Schnuller, wenn ich ihn in Papas Schuh stecke?

Auch Stapeln wird interessanter. Zwei Klötze aufeinanderzusetzen, ist für Erwachsene banal. Für euer Kind ist es ein kleines Bauprojekt mit Koordination, Balance, Augen-Hand-Abstimmung und sehr viel Stolz.

Die CDC nennt für 15 Monate unter anderem das Stapeln von mindestens zwei kleinen Gegenständen, und das Benutzen der Finger zum Essen, als typische Meilensteine; im 13. Monat sind viele Kinder gerade auf dem Weg dorthin.

Sinnvolle Spielideen sind jetzt:

Stapelbecher, große Bauklötze, Sortierboxen, Schüsseln mit ungefährlichen Alltagsgegenständen, dicke Wachsmalstifte, Pappbilderbücher, Bälle, kleine Körbe und Schubladen, die euer Kind gefahrlos ausräumen darf.

Der beste Satz für diese Phase lautet: „Nicht diese Schublade – aber diese hier darfst du ausräumen.“ Kleinkinder brauchen nicht nur Verbote, sondern brauchbare Alternativen.

Sprache: Euer Kind versteht mehr, als es sagen kann

Im 13. Monat passiert sprachlich oft etwas sehr Schönes: Euer Kind beginnt, Sprache als Werkzeug zu benutzen. Vielleicht sagt es „Mama“, „Papa“, „da“, „nein“, „Ball“, „Auto“, oder ein sehr individuelles Wort, das nur eure Familie versteht. Vielleicht sagt es noch kaum erkennbare Wörter, zeigt aber, winkt, brabbelt, nickt, protestiert und versteht erstaunlich viel.

Das ist wichtig: Sprachentwicklung besteht nicht nur aus gesprochenen Wörtern. Zeigen, Blickkontakt, Reagieren auf den eigenen Namen, Verstehen einfacher Aufforderungen und gemeinsames Interesse an einem Gegenstand, sind ebenfalls starke Kommunikationssignale. Die CDC nennt für 15 Monate unter anderem, dass Kinder versuchen, ein bis zwei Wörter außer Mama oder Papa zu sagen, bekannte Gegenstände ansehen, wenn sie benannt werden, einfachen Anweisungen mit Geste folgen – und zeigen, wenn sie Hilfe möchten.

Euer Kind kann jetzt vielleicht:

auf bekannte Dinge zeigen, wenn ihr sie benennt, euch ein Spielzeug geben, wenn ihr die Hand ausstreckt, bei „tschüss“ winken, bei „wo ist der Ball?“ suchen, einfache Geräusche nachmachen oder ein Wort für mehrere ähnliche Dinge verwenden.

Auch „falsche“ Wörter sind übrigens kein Beinbruch. Wenn euer Kind zu Ball, Apfel und zu Lampe „Ball“ sagt, hat es nicht „falsch gelernt“. Es sortiert die Welt nach Merkmalen: rund, auffällig, bekannt. Genau daraus wächst Sprache.

Nachahmung und erste Rollenspiele

Mit 13 Monaten seid ihr das spannendste Vorbild der Welt. Euer Kind sieht, wie ihr telefoniert – und hält sich einen Bauklotz ans Ohr. Es sieht, wie ihr mit dem Löffel umrührt – und rührt im leeren Becher. Es sieht, wie ihr putzt – und wischt mit einem Tuch über den Boden. Vielleicht füttert es schon eine Puppe, kämmt ein Kuscheltier oder versucht, euch beim Anziehen zu helfen.

Das ist ein großer Entwicklungsschritt. Euer Kind spielt nicht mehr nur mit Dingen, sondern beginnt zu verstehen, wofür Dinge da sind.

Ihr könnt das wunderbar fördern, ohne daraus ein Lernprogramm zu machen. Gebt eurem Kind einen eigenen Lappen, wenn ihr wischt. Einen ungefährlichen Kochlöffel, wenn ihr kocht. Ein altes Telefon oder eine Fernbedienung ohne Batterien, wenn es „telefonieren“ möchte. Kleine Kinder lernen in diesem Alter nicht durch Belehrung, sondern durch Mitmachen.

Sozialverhalten: Nebeneinander ist schon viel

Viele Eltern erwarten nach dem ersten Geburtstag, dass Kinder nun „miteinander spielen“. In Wahrheit passiert in diesem Alter meistens etwas anderes: Kinder spielen nebeneinander. Sie beobachten sich, nehmen sich gegenseitig Spielzeug weg, imitieren Bewegungen, laufen hintereinander her, zeigen Interesse – aber ein echtes gemeinsames Spiel mit Regeln und Rollen ist in dieser Phase noch echte Zukunftsmusik.

Trotzdem sind Kontakte zu anderen Kindern natürlich absolut wertvoll. Euer Kind erlebt: Da gibt es andere kleine Menschen, die auch greifen, lachen, weinen, Dinge wollen – und manchmal genau denselben Eimer spannend finden, wie ich.

Für euch als Eltern heißt das: Bleibt nah dran. In diesem Alter braucht „Spielen mit anderen Kindern“ noch Begleitung. Teilen ist noch keine echte Fähigkeit, auf die ihr euch verlassen könnt. Wenn euer Kind einem anderen Kind die Schaufel wegnimmt, ist das nicht böse. Es ist 13 Monate alt.

Ernährung und Essverhalten im 13. Monat

Mit 13 Monaten ist euer Kind meist mitten in der Familienkost angekommen. Das heißt nicht, dass es plötzlich ordentlich mit Messer und Gabel am Tisch sitzt und dankbar Brokkoli lobt. Es heißt eher: Euer Kind kann immer mehr von dem mitessen, was ihr als Familie esst – angepasst, weich genug, nicht zu salzig, nicht zu scharf und sicher geschnitten.

Das Netzwerk „Gesund ins Leben“ empfiehlt für Ein- bis Dreijährige reichlich Wasser und pflanzliche Lebensmittel, mäßig tierische Lebensmittel und sparsam Fettes sowie Süßes.

Was euer Kind jetzt essen kann

Viele Kinder können im 13. Monat gut am Familientisch mitessen. Geeignet sind zum Beispiel weich gegartes Gemüse, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Brotstücke, weiches Obst, Naturjoghurt, milde Aufstriche, Ei in geeigneter Form, Fisch oder Fleisch in kleinen weichen Stücken und viele einfache Familiengerichte.

Babys können etwa ab dem zehnten Monat allmählich an normale Familienkost herangeführt werden können, wenn Speisen gut bekömmlich und wenig gewürzt sind. Lasst eure Kinder gerne das selbstständige Essen ausprobieren – auch wenn anfangs wenig im Mund und viel auf dem Boden landet.

Wichtig bleibt: Euer Kind isst nicht jeden Tag gleich viel. Manche Tage wirken, als würde es für einen kleinen Ess-Marathon trainieren. An anderen Tagen besteht die Hauptmahlzeit aus drei Nudeln, einem Schluck Wasser und einem sehr entschlossenen „Nein“. Das kann Eltern verunsichern, ist aber eigentlich normal.

Schaut nicht nur auf die einzelne Mahlzeit. Schaut eher auf mehrere Tage. Kinder regulieren Hunger und Sättigung oft besser, als Erwachsene es ihnen zutrauen.

Kleine Portionen, große Sauerei

Der Magen eures Kindes ist noch klein. Riesige Portionen können überfordern. Besser sind kleine Mengen, die ihr bei Bedarf ergänzt. Das nimmt Druck vom Tisch – und euer Kind erlebt Essen nicht als Prüfung.

Hilfreich ist:

kleine Portion anbieten, Nachschlag ermöglichen, nicht zum Aufessen zwingen, Süßigkeiten nicht als Belohnung einsetzen, Wasser als Standardgetränk anbieten, neue Lebensmittel mehrfach entspannt anbieten.

Viele Kinder brauchen mehrere Kontakte mit einem neuen Geschmack, bis sie ihn aus vollem Herzen akzeptieren. Ein ausgespucktes Stück Gurke bedeutet also nicht automatisch: „Dieses Kind hasst Gurke.“ Manchmal bedeutet es nur: „Heute nicht. Und schon gar nicht, wenn ihr mich so angespannt nervt.“

Selbst essen lassen

Mit 13 Monaten wollen viele Kinder selbst essen. Das klappt selten elegant, aber es ist wichtig. Der Löffel landet falsch herum im Mund, die Banane wird zerquetscht, der Becher kippt um – aber euer Kind lernt dabei unglaublich viel.

Selbstständiges Essen trainiert Feinmotorik, Koordination, Körpergefühl und Selbstvertrauen. Wenn ihr nur füttert, ist es sauberer. Wenn ihr euer Kind mitmachen lasst, ist es entwicklungsfördernder.

Ein guter Kompromiss: ein Löffel für euch, ein Löffel fürs Kind. Ihr helft, euer Kind probiert. Und ja, eine abwischbare Unterlage unter dem Hochstuhl ist in dieser Phase kein Luxus, sondern Seelenpflege.

Trinken: Wasser gewinnt

Wasser ist das beste Alltagsgetränk. Ungesüßte Tees sind ebenfalls fein. Saft, Fruchtsaftgetränke, Limonade oder süße Kindergetränke, sollten nicht zur Gewohnheit werden.

Wichtig für euch: Milch ist kein Durstlöscher.

Ein normaler Becher, oder ein kleiner offener Lernbecher, ist jetzt sinnvoll. Natürlich geht dabei immer mal was daneben. Aber genau so lernt euer Kind, wie viel Kippen zu viel Kippen ist.

LESETIPP: Welche Trinkmengen sind für Kinder wichtig?

Schlaf und Wachphasen im 13. Monat

Wenn euer Kind im 13. Monat schlechter schläft als vorher, seid ihr nicht allein. Nach dem ersten Geburtstag wird der Schlaf in vielen Familien noch einmal unruhiger. Das kann mit motorischer Entwicklung, Zahnen, Trennungsangst, neuen Eindrücken, veränderten Tagesschläfchen, oder schlicht mit einem sehr vollen kleinen Kopf zu tun haben.

Wie viel Schlaf braucht euer Kind jetzt?

Der Schlafbedarf ist absolut individuell. Als Orientierung: Kinder im Alter von 12 Monaten schlafen durchschnittlich etwa 14 Stunden in 24 Stunden. Mit 18 Monaten etwa 13,5 Stunden. Kinder im Alter von 13 Monaten liegen also irgendwo dazwischen. Geht grob von 11 bis 14 Stunden pro Tag aus.

Meist verteilt sich der Schlaf auf eine längere Nacht und ein bis zwei Schläfchen tagsüber. Manche Kinder brauchen noch zwei Nickerchen. Andere steuern langsam auf einen längeren Mittagsschlaf zu. Wieder andere wechseln wochenlang hin und her – was für Eltern organisatorisch ungefähr so planbar ist, wie das Wetter im April.

Ein oder zwei Tagesschläfchen?

Der Übergang von zwei Tagesschläfchen zu einem Mittagsschlaf passiert nicht bei allen Kindern zur gleichen Zeit. Manche Kinder sind mit 13 Monaten bereit. Andere brauchen bis 15, 16 oder 18 Monate noch zwei kurze Pausen.

Anzeichen, dass euer Kind langsam bereit sein könnte:

Das Vormittagsschläfchen wird sehr kurz, euer Kind schläft abends deutlich später ein, der zweite Tagschlaf klappt kaum noch, oder euer Kind wirkt mit einem längeren Mittagsschlaf insgesamt ausgeglichener.

Anzeichen, dass es noch zu früh ist:

Euer Kind ist am Vormittag völlig übermüdet, schläft beim Essen ein, wird ab dem späten Nachmittag untröstlich oder wacht nachts deutlich häufiger auf.

Der beste Schlafplan ist nicht der, der in einer Tabelle perfekt aussieht. Es ist der, mit dem euer Kind und eure Familie halbwegs gut durch den Tag kommen.

Warum das Einschlafen plötzlich schwieriger wird

Euer Kind kann jetzt mehr. Und genau das kann leider auch das Einschlafen erschweren.

Wer gerade das Laufen lernt, möchte im Bett vielleicht noch etwas üben. Wer tagsüber erlebt, dass Mama oder Papa auch mal den Raum verlassen, kann abends mitunter stärker klammern. Wer neue Wörter versteht, verarbeitet nachts mehr Eindrücke. Wer Zähne bekommt, schläft ziemlich sicher eher unruhig. Und wer gerade entdeckt, dass ein „Nein“ Wirkung hat, nutzt dieses neue Werkzeug natürlich auch mal gerne beim Schlafanzug.

Das ist nicht böse. Das ist Entwicklung in Reinform. 🤗

Bleibt möglichst ruhig und vorhersehbar. Ein klares Abendritual hilft: Abendessen, waschen, Schlafanzug, Zähne putzen, Buch, Lied, Kuscheln, schlafen. Es muss nicht kompliziert sein. Es muss wiedererkennbar sein.

Einschlafrituale, die eure Nerven schonen

Kinder in diesem Alter lieben Wiederholungen. Ein Buch, das ihr schon 80-mal vorgelesen habt, ist für euer Kind nicht langweilig. Es ist Sicherheit. Ein Lied, das jeden Abend kommt, ist kein monotoner Programmpunkt. Es ist ein Signal. Jetzt wird die Welt kleiner, leiser und verlässlicher.

Hilfreich sind gedimmtes Licht, ruhige Stimme, kein wildes Toben kurz vor dem Schlafen. Möglichst ähnliche Abläufe, ein vertrautes Kuscheltier, kurze Sätze, liebevolle Klarheit.

Nicht jeder Abend wird friedlich. Manche Abende sind einfach anstrengend. Aber Rituale tragen euch langfristig durch diese Phase.

LESETIPP: Ratgeber zu Einschlafritualen

Euer Kind fördern und unterstützen

Förderung im 13. Monat bedeutet nicht, möglichst viele Lernspielzeuge anzuschaffen. Es bedeutet, euer Kind sicher und liebevoll ausprobieren zu lassen. Die besten Förderideen entstehen im Alltag.

Spielideen für den 13. Monat

Euer Kind braucht jetzt Dinge, die es anfassen, bewegen, stapeln, öffnen, schließen, schieben, ziehen, hineinlegen und wieder herausholen kann.

Bauklötze stapeln und umwerfen, Becher ineinanderstecken, Bälle rollen, Kartons erkunden, Tücher aus einer Box ziehen, ungefährliche Küchenschüsseln sortieren, einfache Pappbilderbücher anschauen, Tiere nachmachen, Musik anmachen und tanzen, Puppen oder Kuscheltiere füttern, Versteckspiele spielen.

Musik ist in diesem Alter oft wunderbar. Viele Kinder wippen, klatschen oder quietschen, wenn sie einen Rhythmus hören. Musik, Rhythmus und kleine Tanzeinlagen sind ganz großartige passende Impulse im 13. Monat.

Trotzdem wichtig: Dauerbeschallung braucht kein Kind. Ein paar Minuten bewusst Musik, gemeinsam klatschen, tanzen, lachen – das ist wertvoller, als ein ständig laufendes Kinderlied im Hintergrund.

Bilderbücher: Kleine Sprachwunder im Alltag

Bilderbücher sind im 13. Monat Gold wert. Nicht, weil euer Kind schon der Handlung folgen muss. Sondern weil ihr gemeinsam schaut, zeigt, benennt, wartet und reagiert.

„Wo ist der Hund?“
„Da!“
„Ja, da ist der Hund. Wau-wau.“

Das klingt simpel. Für euer Kind ist es Sprache, Beziehung, Aufmerksamkeit und Weltwissen in einem. Bilderbücher anzuschauen ist und bleibt eine ganz wunderbare Möglichkeit, um die Sprachentwicklung mit Volldampf zu fördern.

Am besten sind robuste Pappbilderbücher mit klaren Bildern: Tiere, Fahrzeuge, Alltagsszenen, Kinder, Essen, Schlafen, Baden. Euer Kind wird wahrscheinlich nicht brav von vorne nach hinten blättern. Es wird Lieblingsseiten haben, Seiten überspringen, zurückblättern – und vielleicht das Buch abschlecken. Auch das ist Literaturerfahrung – nur kleinkindgerecht.

Im Alltag mitmachen lassen

Euer Kind will helfen. Nicht effizient. Aber begeistert.

Lasst es kleine Dinge übernehmen. Eine Socke in den Wäschekorb werfen, einen Löffel auf den Tisch legen, ein Tuch halten, ein Spielzeug in die Kiste räumen, beim Ausziehen die Mütze abnehmen, beim Anziehen den Fuß entgegenstrecken.

Das dauert länger. Aber es stärkt Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit. Euer Kind merkt: Ich bin nicht nur dabei. Ich kann etwas beitragen.

Sicherheit im Alltag: Jetzt wird die Wohnung neu entdeckt

Mit 13 Monaten verändert sich euer Zuhause. Nicht optisch – aber aus Sicht eures Kindes. Plötzlich sind Tischkanten, Treppen, Schubladen, Steckdosen, Kabel, Stühle, Pflanzen, Mülleimer, Hunde- oder Katzenfutter, Fernbedienungen und Badschränke, hochspannend.

Der 13-Monate-Sicherheitscheck

Geht einmal auf Kniehöhe durch eure Wohnung. Wirklich. Das sieht albern aus, hilft aber enorm. Achtet auf:

Steckdosen, Kabel, Tischdecken, heiße Getränke, Herd, Backofen, Putzmittel, Medikamente, Kosmetik, Kleinteile, Münzen, Knopfbatterien, Magnete, offene Treppen, ungesicherte Fenster, kippende Regale, Zimmerpflanzen, Haustiernäpfe, Mülleimer, Toilettendeckel, Badewanne, Wassereimer.

Ein besonders unterschätztes Risiko sind Möbel. Ein Kind, das sich hochzieht oder klettert, kann leichte Regale, Kommoden oder Fernseher zum Kippen bringen. Alles, was kippen kann, gehört gesichert.

LESETIPP: Unser Ratgeber zur Kindersicherheit in Haus und Wohnung

Lauflernhilfen: Lieber nicht

Klassische Lauflernhilfen, in die Kinder hineingesetzt werden, sind aus Sicherheitsgründen problematisch. Das Sturzrisiko, nicht zuletzt an Treppen, ist einfach unfassbar groß.

Das Laufen lernt euer Kind nicht schneller, wenn es in einem Gerät herumrollt. Es lernt Laufen durch Ziehen, Hinstellen, Fallen, Aufstehen, Balancieren, Barfußspüren und viele kleine Versuche – und Fehlversuche.

Ein stabiler Schiebewagen kann für manche Kinder okay sein, wenn er kippsicher ist – und nicht zu schnell wegrollt. Aber auch hier gilt: bitte nur unter Aufsicht.

Gesundheit im 13. Monat

Nach dem ersten Geburtstag ist meist keine klassische U-Untersuchung vorgesehen, wenn die U6 bereits zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat stattgefunden hat. Trotzdem ist der 13. Monat ein guter Zeitpunkt, um offene Themen zu sortieren: Impfstatus, Zähne, Ernährung, Schlaf, Entwicklung, Sicherheit.

Impfstatus prüfen

Viele Familien haben rund um den ersten Geburtstag mehrere Impftermine im Blick. Der genaue Plan hängt vom bisherigen Impfstatus ab und sollte immer mit der Kinderarztpraxis besprochen werden.

Wichtig aktuell: Die STIKO empfiehlt die Meningokokken-B-Impfung für Säuglinge ab zwei Monaten; die Impfserie soll im Alter von 2, 4 und 12 Monaten gegeben werden. Verpasste MenB-Impfungen sollen nachgeholt werden, spätestens bis zum 5. Geburtstag. Gleichzeitig entfällt die frühere allgemeine Empfehlung für die MenC-Impfung im Alter von 12 Monaten, laut aktueller Infektionsschutz/BZgA-Information; in Einzelfällen kann sie ärztlich dennoch sinnvoll sein.

Das ist genau der Punkt, an dem ihr nicht googeln und raten solltet. Nehmt das gelbe Heft und den Impfpass mit in die Praxis und lasst prüfen, was bei eurem Kind konkret ansteht.

Zähneputzen wird ein Thema

Viele Kinder haben mit 13 Monaten schon mehrere Zähne. Sobald Zähne da sind, brauchen sie natürlich Pflege. Macht daraus kein Drama, aber bleibt konsequent. Kurzes Putzen ist besser, als ein täglicher Kampf. Ein Lied, ein Spiegel, eine zweite Zahnbürste für die Hand eures Kindes, oder gemeinsames Putzen können helfen.

Wenn euer Kind gerade besonders anhänglich ist

Viele Kinder werden im 13. Monat anhänglicher. Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Sie wollen selbst laufen, selbst essen, selbst ausräumen – aber wehe, ihr geht drei Schritte weg.

Tatsächlich passt das zusammen. Selbstständigkeit braucht Sicherheit. Euer Kind entfernt sich innerlich und äußerlich ein kleines Stück von euch – und muss sich gleichzeitig rückversichern: Seid ihr noch da? Kommt ihr wieder? Haltet ihr das aus, wenn ich wütend werde?

Trennungsangst, Fremdeln und starkes Nähebedürfnis können in dieser Phase noch einmal zunehmen. Das ist nicht verwöhnt. Das ist Bindung in Bewegung.

Ihr müsst nicht jeden Protest sofort verhindern. Aber ihr solltet verlässlich bleiben. Sagt kurz, was passiert: „Ich gehe kurz in die Küche und komme wieder.“ Dann kommt wirklich wieder. Diese vielen kleinen Erfahrungen bauen Vertrauen auf.

Kleine Wut, großer Wille

Mit 13 Monaten beginnt bei vielen Kindern das, was später deutlicher als Autonomiephase (Trotzphase) sichtbar wird. Euer Kind will etwas – und kann es noch nicht. Es will etwas sagen – und findet die Worte nicht. Es will auf den Arm – und dann sofort wieder runter. Es will den roten Becher – aber wenn er da ist, ist er falsch, weil eigentlich der blaue Becher gemeint war, den es selbst auch erst nach dem Weinen erkennt.

Das ist nicht manipulativ. Das ist in erster Linie Überforderung.

Euer Kind hat schon starke Gefühle, aber noch kaum Werkzeuge, um sie zu steuern. Es braucht euch als Co-Regulation. Das heißt: Ihr seid der ruhige Teil, solange euer Kind es nicht sein kann.

Hilfreiche Sätze:

„Du wolltest das alleine machen.“
„Das hat nicht geklappt. Das ärgert dich.“
„Ich helfe dir.“
„Nein, das Messer bekommst du nicht. Hier ist der Löffel.“
„Ich sehe, dass du wütend bist. Ich bleibe bei dir.“

Wann ihr ärztlichen Rat einholen solltet

Vergleiche mit anderen Kindern bringen selten Frieden. Trotzdem gibt es Punkte, bei denen frühe Abklärung sinnvoll ist.

Raising Children empfiehlt bei 12 bis 15 Monaten ärztliche Beratung, wenn ein Kind unter anderem keinen Blickkontakt aufnimmt, nicht auf Geräusche reagiert, nicht auf seinen Namen reagiert, nicht brabbelt oder keine einzelnen Wörter nutzt, keine Gesten wie Winken oder Zeigen verwendet, einfache Wörter/Gesten nicht zu verstehen scheint, keine Gefühle zeigt, nicht stehen kann, auch nicht mit Festhalten, oder eine Hand sehr viel stärker nutzt, als die andere. Besonders wichtig ist außerdem: Wenn ein Kind Fähigkeiten verliert, die es schon hatte, solltet ihr fachlich nachfragen.

Die CDC formuliert es ähnlich direkt: Wenn Kinder Meilensteine nicht erreichen, Fähigkeiten verlieren oder Eltern Sorgen haben, sollten sie früh mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen.

Das heißt nicht, dass jede Abweichung ein Problem ist. Aber frühes Nachfragen ist keine Panik. Es ist gute Begleitung.

13 Monate mit Baby: Zwischen Loslassen und Festhalten

Der 13. Monat mit Baby ist ein Monat voller Widersprüche. Euer Kind will weg – und auf den Arm. Es will alleine essen – und dann doch gefüttert werden. Es will sprechen – und schreit, weil die Worte fehlen.

Für euch als Eltern ist das wunderschön und anstrengend zugleich. Ihr erlebt gerade, wie aus eurem Baby Schritt für Schritt ein Kleinkind wird. Nicht über Nacht, nicht sauber sortiert, nicht ohne Tränen. Aber mit jedem Tag ein bisschen sichtbarer.

Versucht, euch nicht von Tabellen verrückt machen zu lassen. Sie geben Orientierung, aber sie kennen euer Kind nicht. Euer Kind darf vorsichtig sein. Es darf wild sein. Es darf später laufen als andere. Und ihr dürft müde sein, genervt sein, gerührt sein und trotzdem wissen, dass ihr einen guten Job macht.


FAQs zum 13. Lebensmonat mit eurem Baby


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