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So feiern andere Länder Ostern: 15 überraschende Bräuche

Osterbräuche weltweit Die skurrilsten Traditionen aus Europa

Bild: © cobaltstock / Adobe Stock


Osterbräuche weltweit sind so vielfältig wie die Kulturen selbst. Während bei uns der Osterhase seine bunten Eier versteckt, erleben Familien in anderen Ländern ganz besondere Traditionen. Von feierlichen Prozessionen in Spanien bis zu fröhlichen Wasserschlachten in Polen – wir nehmen euch mit auf eine spannende Reise durch die skurrilsten Ostertraditionen Europas und der Welt.

Osterbräuche in Deutschland: Was wir kennen

Unsere deutschen Ostertraditionen sind uns natürlich absolut vertraut. Gemütlich und voller verspielter Erinnerungen. Bevor wir gemeinsam zu unseren europäischen Nachbarn reisen, schauen wir uns erst einmal an, was wir hier zu Hause so lieben. Diese Traditionen bilden die perfekte Grundlage, um zu verstehen, wie unterschiedlich Ostern gefeiert werden kann.

Ostereier bemalen und verstecken

Die Küche verwandelt sich in ein kleines Künstleratelier, überall stehen Schälchen mit bunten Farben, und eure Kinder haben mehr Farbe an den Fingern, als auf den Eiern. Diese schöne Tradition der bunten Ostereier reicht weit zurück. Bereits im frühen 13. Jahrhundert wurden gefärbte Eier erstmals im deutschen Raum erwähnt. Das Verstecken für Kinder kam dann im 17. Jahrhundert hinzu.

Hier ein praktischer Tipp für euch: Ihr könnt eure Eier wunderbar mit natürlichen Farben aus Lebensmitteln färben. Spinat, Brennnesseln und Minze ergeben wunderschöne Grüntöne. Zwiebel- und Karottenschalen färben gelb bis goldbraun. Rote Beete sorgt für kräftige Rottöne, und Rotkohl wird mit einem Schuss Essig zu einem herrlichen Blau.

Die Sorben haben diese Kunst zur Perfektion gebracht. Ihre Ostereier sind echte Kunstwerke, wobei jede Verzierung eine besondere Bedeutung trägt. Kreise und Punkte sollen vor Dämonen schützen, Striche stehen für Sonnenstrahlen, und Dreiecke symbolisieren die göttliche Dreifaltigkeit.

Eure Kinder lieben sicher auch die traditionellen Eierspiele! Beim Eierkippen schlagen zwei Spieler ihre Eier gegeneinander. Wessen Ei unbeschädigt bleibt, gewinnt. Beim Eierrollen lassen Kinder ihre Eier einen Hügel hinunterrollen. Das Ei, das am weitesten rollt oder unbeschädigt bleibt, gewinnt.

Der Osterhase als Symbol

Unser geliebter Osterhase hat eine lange Geschichte. Erstmals wurde er 1682 in der Dissertation des Frankfurter Arztes Johannes Richier erwähnt. Er beschrieb für Oberdeutschland, Pfalz, Elsass und Westfalen den Brauch, wonach ein Osterhase die Eier legt – und in Gärten versteckt.

Der Hase gilt seit Jahrhunderten als Fruchtbarkeitssymbol, da er eines der ersten Tiere ist, die im Frühling Nachwuchs bekommen. Das ist auch der Grund, warum er so perfekt zu Ostern passt! Wichtig in Beziehung zu Ostern ist auch: In der byzantinischen Tier-Symbolik steht er für die Auferstehung, weil Wildhasen beim Schlafen die Augen nicht schließen.

Aber wusstet ihr, dass der Hase nicht überall der Eierbringer war? In der Schweiz galt der Kuckuck als Eierlieferant, in Tirol waren es die Hühner selbst, und in Thüringen brachte der Storch die Ostereier. Jede Region hatte ihre eigenen Vorstellungen!

Osterfeuer und Osterlamm

Viele von euch kennen sicher auch heute noch gemütliche Osterfeuer in eurer Gemeinde. Diese Tradition ist seit dem 11. Jahrhundert in Deutschland nachgewiesen. Sie werden meist am Karsamstag oder in der Osternacht entzündet. Der Brauch hat heidnische Wurzeln und symbolisierte ursprünglich die Sonne. Christen deuteten das Feuer später als das Licht Jesu um.

Das Osterlamm ist ein weiterer schöner Brauch. Es erinnert an Jesus als “Lamm Gottes”, das die Sünden der Welt trägt. Früher wurde zum Osterfest ein echtes Lamm geschlachtet und als Osterbraten serviert. Heute findet sich das Lamm häufiger als gebackener Kuchen aus Rührteig, in traditioneller Lammform auf dem Ostertisch. Eure Kinder freuen sich bestimmt über dieses süße Osterlamm-Rezept!

Osterbräuche Europa: Skurrile Traditionen

Habt ihr euch schon mal Gedanken darüber gemacht, was eure Nachbarskinder zu Ostern erleben? Direkt vor unserer Haustür feiern Familien das Osterfest auf völlig andere Weise. Diese europäischen Traditionen zeigen uns, wie bunt und vielfältig christliche Bräuche mit alten Volkstraditionen verschmelzen können. Lasst uns gemeinsam einen Blick über den Gartenzaun werfen!

Schweden: Osterhexen statt Osterhase

Stellt euch vor, es klopft am Gründonnerstag an eurer Tür. Draußen stehen kleine Gestalten mit Kopftüchern und langen Röcken – die schwedischen Påskkärringar, die Osterhexen. Diese verkleideten Kinder ziehen mit großen Kaffeekesseln von Haus zu Haus und machen dabei ordentlich Krach. Erst wenn die Erwachsenen ihre Kessel mit Münzen oder Süßigkeiten füllen, wird es wieder ruhig. Dafür bekommen sie liebevoll gebastelte Osterkarten.

Früher glaubten die Schweden, dass Hexen auf ihren Besen zum Berg Blåkulla flogen – so ähnlich wie unser deutscher Brocken. Um diese Hexen und böse Wintergeister fernzuhalten, entzünden besonders die Familien in Westschweden traditionelle Osterfeuer. Feuerwerk und Schüsse gehören ebenfalls in Schweden dazu.

Polen: Wasserschlachten am Ostermontag

Am Ostermontag wird es in polnischen Familien richtig nass! Beim traditionellen Śmigus-dyngus, dem “nassen Montag”, geht es hoch her. Ursprünglich besprühten Männer Frauen mit Wasser, um ihre Zuneigung zu zeigen. Stadtfamilien verwendeten dabei dezent Parfüm, während Landfamilien gleich ganze Wassereimer ins Spiel brachten.

Der Brauch hat mittelalterliche Wurzeln und geht auf slawische Reinigungsrituale zurück. Heute beteiligen sich alle Familienmitglieder an der fröhlichen Wasserschlacht – die Emanzipation macht (glücklicherweise) auch vor Osterbräuchen nicht halt.

Tschechien: Der Peitschen-Montag

Am Ostermontag erleben tschechische Familien eine (aus unserer Sicht) relativ bizarr anmutende Tradition. Männer besuchen Verwandte und Nachbarn mit handgeflochtenen Weidenruten, der sogenannten Pomlázka. Unter lautem Gejohle, jagen sie die Frauen durchs Haus – und berühren sie sanft mit den festlich geschmückten Ruten auf Rücken oder an den Beinen. Diese Berührung soll die Kraft der jungen Weidenzweige übertragen und Jugendlichkeit schenken. Als Dankeschön erhalten die Männer bunt bemalte Eier, Süßigkeiten oder Pflaumenschnaps.

Gut zu wissen: Wird eine Frau nicht “verjüngt”, könnte sie das als Beleidigung empfinden – schließlich bliebe ihr dann das ganze Jahr über Schönheit und Jugend verwehrt.

Österreich: Grüne Speisen am Gründonnerstag

Kennt ihr das auch? Am Gründonnerstag gibt es bei vielen österreichischen und deutschen Familien traditionell grüne Speisen. Spinat, Grünkohl, Erbsen oder Frankfurter Grüne Soße. Aber hier versteckt sich ein weit verbreitetes Missverständnis! Das “Grün” dieses Tages hat nichts mit der Farbe zu tun. Der Name stammt vom alten Wort “Greinen”, was weinen oder klagen bedeutet – bezogen auf den Abschied von Jesus am Abend vor seinem Tod.

Osterbräuche andere Länder: Südeuropa feiert skurril

Habt ihr schon einmal überlegt, eine Osterreise nach Südeuropa zu machen? Dann solltet ihr euch auf einige Überraschungen gefasst machen! Während unsere nördlichen Nachbarn eher spielerische Bräuche pflegen, erwartet euch im Süden eine Mischung aus tiefer Religiosität und spektakulären Volksfesten.

Spanien: Semana Santa und Todestanz

Stellt euch vor, ihr spaziert mit euren Kindern durch die Straßen von Sevilla, und plötzlich verwandelt sich die ganze Stadt in eine riesige Bühne. Die Semana Santa (Karwoche) ist ein Erlebnis, das eure Familie nie vergessen wird. Bruderschaften ziehen in stundenlangen Prozessionen durch die Straßen. Die Nazarenos tragen spitze Kapuzen – ein Anblick, der euren Kindern vielleicht etwas unheimlich vorkommt, da diese Kostüme noch aus der Zeit der Spanischen Inquisition stammen.

Besonders beeindruckend sind die Pasos. 40 bis 50 kräftige Männer balancieren diese prunkvollen, mit lebensgroßen Heiligenfiguren geschmückten Festwagen auf ihren Schultern. Eure Kinder werden staunend zusehen, wie diese schweren Kunstwerke durch die engen Gassen getragen werden.

Noch skurriler wird es in dem kleinen Örtchen Verges. Dort erlebt ihr am Gründonnerstag den Dansa de la Mort – den Totentanz. Fünf Skelettfiguren tanzen zu monotonen Trommelrhythmen durch die mittelalterlichen Gassen. Jede Figur erzählt ihre eigene Geschichte: Der Anführer schwingt eine Sense, andere tragen Teller mit Asche oder eine Uhr ohne Zeiger. Diese einzigartige Aufführung gibt es seit über 300 Jahren nur hier!

Italien: Feuerwerkswagen in Florenz

Florenz am Ostersonntag – das ist ein Spektakel für die ganze Familie! Beim Scoppio del Carro erlebt ihr die vielleicht dramatischste Ostertradition Europas. Ein über 500 Jahre alter, neun Meter hoher Wagen wird von weißen Ochsen zur Piazza del Duomo gezogen. Eure Kinder werden mit offenem Mund zusehen, wie während der Ostermesse eine taubenförmige Rakete vom Altar durch die gesamte Kathedrale zum Wagen fliegt.

Dann folgt das große Finale: Ein 20-minütiges Feuerwerk explodiert direkt vor dem Dom! Gelingt alles perfekt, verspricht das kommende Jahr Glück und eine gute Ernte. Ein wahrlich explosives Ostererlebnis für eure Familie!

Griechenland: Tontopfwerfen auf Korfu

Korfu am Karsamstag um 11 Uhr morgens – da solltet ihr mit euren Kindern definitiv nicht unter den Balkonen stehen! Dann beginnt das Botides-Ritual, bei dem Bewohner riesige, mit roten Bändern geschmückte Tontöpfe aus ihren Fenstern werfen. Der ohrenbetäubende Krach symbolisiert das Erdbeben bei Christi Auferstehung.

Dieser verrückte Brauch stammt ursprünglich von den Venezianern, die zum Neujahr alte Gegenstände wegwarfen. Die Scherben gelten als Glücksbringer.

Griechenland: Heiliges Licht und rote Eier

Griechische Familien haben am Gründonnerstag eine ganz besondere Aufgabe: Sie färben ihre Ostereier ausschließlich rot. Das tiefe Rot symbolisiert das Blut Christi. Das allererste gefärbte Ei gehört der Jungfrau Maria und wird ein ganzes Jahr lang aufbewahrt. Die anderen Eier nutzen die Familien für das Tsougrisma, ein fröhliches Eierklopf-Spiel nach der Ostermesse.

Das Heilige Licht wird sogar per Flugzeug aus Jerusalem nach Griechenland gebracht! Um Mitternacht verteilt der Priester die Flamme an die Gläubigen, die ihre Kerzen anzünden und in feierlicher Stille nach Hause tragen. Ein magischer Moment, der besonders eure Kinder beeindrucken wird.

Osterbräuche weltweit: Außergewöhnliche Rituale

Habt ihr gedacht, europäische Ostertraditionen seien schon außergewöhnlich? Wartet ab, bis ihr erfahrt, was Familien auf anderen Kontinenten erleben. Von niedlichen Beuteltieren in Australien über merkwürdige Fischbegräbnisse, bis hin zu ganz besonderen Glaubenstraditionen.

Australien: Der Oster-Bilby ersetzt den Hasen

Kennt ihr den Bilby? Falls nicht, solltet ihr ihn unbedingt kennenlernen! Australische Familien haben nämlich ihren ganz eigenen Osterhelfer. Statt des klassischen Osterhasen bringt der Bilby die Schokoladeneier. Die von Europäern eingeschleppten Wildkaninchen entwickelten sich zur Landplage und bedrohen einheimische Arten. Der Große Kaninchennasenbeutler wurde deshalb zum offiziellen australischen Ostertier ernannt.

Seit den frühen 1990er-Jahren gibt es Schoko-Bilbys in den Geschäften, wobei ein Teil der Erlöse Schutzprojekte unterstützt. Das ist doch eine wunderbare Idee – Ostern feiern und gleichzeitig Tiere schützen! Leider leben nur noch etwa 10.000 Bilbys in abgelegenen Regionen.

Irland: Heringsbegräbnis nach der Fastenzeit

Diese Tradition bringt eure Kinder garantiert zum Lachen! In der Region um Cork feiern die Iren ein ziemlich skurriles Heringsbegräbnis. Während der 40-tägigen Fastenzeit waren gesalzene Heringe das Hauptnahrungsmittel. Am Karsamstag befestigen Metzger einen Hering an einer Holzstange und tragen ihn unter lautem Beschimpfen durch die Straßen. Der arme Fisch wird anschließend ins Wasser geworfen.

Stellt euch das Spektakel vor: Erwachsene Menschen ziehen schimpfend mit einem Fisch durch die Stadt! 🙈🤷

USA: Easter Egg Roll im Weißen Haus

Das ist ein Ostertraum für jede Familie! Seit 1878 findet am Ostermontag das Easter Egg Roll im Weißen Haus statt. Die Geschichte dahinter ist interessant: Zuvor rollten über 10.000 Kinder ihre Eier am Capitol Hill, bis der Kongress das Turf Protection Law erließ. Präsident Rutherford B. Hayes öffnete daraufhin den South Lawn.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Kinder rollen hart gekochte Eier mit Holzlöffeln über den Rasen. Was für ein Erlebnis das für amerikanische Familien sein muss – Ostern im Garten des Präsidenten zu feiern! (Zumindest je nach aktueller Regierung 🙈)

Philippinen: Brutale Glaubenstraditionen an Karfreitag

Was für uns kaum vorstellbar ist, gehört auf den Philippinen für einige Gläubige tatsächlich zur Karfreitags-Tradition: In Orten wie San Pedro Cutud lassen sich Männer freiwillig an Holzkreuze nageln – als Ausdruck ihres Glaubens und als persönliches Bußritual. Besonders bekannt ist dabei Ruben Enaje, der diese Rolle bereits mehrfach übernommen hat und zuvor ein schweres Kreuz über mehrere Kilometer trägt.

Die katholische Kirche steht diesen extremen Praktiken kritisch gegenüber und ermutigt sie nicht – greift jedoch auch nicht aktiv ein. Für viele Besucher wirkt das Geschehen verstörend, für die Teilnehmenden selbst ist es jedoch ein tief religiöses Erlebnis.

Unser gemeinsames Ostererlebnis

Von den geheimnisvollen Osterhexen Schwedens, bis hin zu den ziemlich coolen Wasserschlachten in Polen – jede Familie, jedes Land, hat seine ganz eigene Art, dieses besondere Fest zu feiern.

In manchen Ländern, oder an manchen Orten, gibt es allerdings auch Osterbräuche, die sich uns (hier) wirklich nicht auf den ersten (oder auf den zweiten) Blick erschließen. Sie wirken düster und martialisch. Ich selber bleibe dann lieber dabei, fröhliche Ostereier zu verzieren – und für die Kinder im Garten zu verstecken. Aber – ein paar der Bräuche, die ich für euch gefunden habe, würde ich trotzdem gerne einmal mit eigenen Augen sehen.

Ich wünsche euch frohe Ostern!


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