In mehreren Proben von kinetischem Spielsand hat das akkreditierte Prüflabor CRB Analyse Service GmbH aus Hardegsen Asbest nachgewiesen – und zwar mit eindeutig bestimmbaren Mineralarten. Damit geht es nicht mehr nur um allgemeine Warnungen, sondern um konkrete laboranalytische Befunde.
Mehr zum Labor:
https://www.crb-gmbh.com/de
Diese Asbestarten wurden im Labor identifiziert
Nach Angaben der Mineralogen wurden in ersten untersuchten Proben zwei verschiedene Asbestminerale nachgewiesen:
- Tremolit (aus der Amphibol-Gruppe)
- Chrysotil (Weißasbest)
Beide Asbestarten gelten als krebserregend. Eine sichere Expositionsgrenze existiert nicht. Der Nachweis von zwei unterschiedlichen Asbesttypen ist besonders relevant. Er spricht gegen eine bloße zufällige Verunreinigung einzelner Partikel und legt nahe, dass die Belastung im verwendeten Rohmaterial liegen könnte.
Hinweise auf die Rohstoff-Herkunft
Nach Einschätzung des Labors handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um sogenannten geogenen Asbest. Das bedeutet:
Die Fasern wurden vermutlich nicht bewusst zugesetzt, sondern stammen aus natürlichen Gesteinsbestandteilen.
Die untersuchten Proben wiesen laut Labor eine sogenannte karbonatische Matrix auf – ein Gesteinsmehl aus unreinen calcitischen und dolomitischen Marmoren. In solchen Gesteinen können natürlicherweise Asbestfasern vorkommen. Das ist entscheidend: Es könnte sich um ein Problem in der Rohstoffkette handeln – nicht um eine nachträgliche Verunreinigung im Handel.
Produkte aus China im Fokus
Nach bisherigen Erkenntnissen stammen die auffälligen Produkte aus China. Dort wird Asbest weiterhin industriell genutzt. Darüber hinaus gelten dort andere Grenzwerte, als in Europa. Produkte dürfen unter bestimmten Bedingungen als „asbestfrei“ gelten, obwohl sie bis zu fünf Masse-Prozent Asbest enthalten. Warum sie dennoch nach Europa eingeführt werden konnte, bleibt bisher unklar.
Im Handel wurden betroffene Produkte unter anderem unter folgenden Bezeichnungen verkauft:
- Magic Sand
- Rainbow Sand
- Kinetic Sand
- Glow Art Sand
- Material für Montessori-Sandtische
Die Produkte waren sowohl online als auch im stationären Handel erhältlich.
Verbraucherzentrale NRW warnt ebenfalls
Auch die Verbraucherzentrale NRW weist inzwischen auf mögliche Risiken durch verunreinigten kinetischen Sand hin.
Die aktuelle Einschätzung findet ihr hier:
https://www.verbraucherzentrale.nrw/
Mehrere internationale Behörden – darunter Stellen in Australien, Neuseeland, den Niederlanden und Belgien – hatten zuvor bereits Warnungen veröffentlicht.
Spielsand testen lassen – so funktioniert es
Eltern, die unsicher sind, können ihren Spielsand professionell analysieren lassen. Das Prüflabor bietet dafür ein eigenes Privatkundenportal an. Dort kann eine Probe angemeldet und anschließend luftdicht verpackt eingesendet werden. Die Untersuchung erfolgt mithilfe hochauflösender Rasterelektronenmikroskopie nach aktuellen Richtlinien und Normen.
Zum Privatkundenportal:
https://www.crb-gmbh.com/de/privatkundenportal
Die Auswertung erfolgt laut Labor innerhalb weniger Werktage. (Der angebotene Test geschieht nicht kostenlos.)
Rückrufe und konkrete Tipps für Eltern
Welche Produkte konkret betroffen sind, welche Rückrufe bereits veröffentlicht wurden und wie ihr euch jetzt am besten verhaltet, haben wir hier für euch zusammengefasst:
Dort findet ihr aktuelle Rückrufmeldungen, Hinweise zum Umgang mit geöffnetem Sand und praktische Schutzempfehlungen.
Fazit
Die zentrale Neuigkeit ist der konkrete mineralogische Nachweis von Tremolit und Chrysotil, sowie Hinweise auf eine mögliche geologische Herkunft, über die verwendeten Rohstoffe.
Das ist aufgrund der neuesten Erkenntnisse keine bloße Vermutung mehr, sondern ein laboranalytisch belegter Befund. Für euch bedeutet das: informiert bleiben, Herkunft prüfen und bei Unsicherheit vorsorglich handeln.
Wir beobachten das Thema weiter für euch.
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