In Finnland gehört die Sauna zum alltäglichen Leben dazu. Und auch in Deutschland genießen rund 30 Millionen Menschen die Hitze der Sauna. Doch wie ist es in der Schwangerschaft? Darf auch mit Babybauch ein Honigaufguss genossen werden? Der Besuch in der Sauna ist auch in der Schwangerschaft erlaubt, wenn die Frauen ein paar Regeln beachten. 

Sauna in der Schwangerschaft

Bild: roesli48/pixelio.de

Gerade wenn es draußen kühl und regnerisch ist, gibt es nichts schöneres, als die wohlige Wärme einer Sauna. Davon sind nicht nur die Finnen überzeugt. Immer mehr deutsche genießen ihre Freizeit in einer Therme, und nutzen dort auch die Saunawelt. Die Hitze und die angenehmen Aufgüsse sorgen für Entspannung und fördern zudem das Immunsystem. Doch ist saunieren auch in der Schwangerschaft erlaubt?

Der deutsche Saunabund befürwortet den Besuch einer Schwangeren in der Sauna. Die Wärme und die damit verbundene Entspannung, sind sowohl für die werdende Mutter, als auch für das ungeborene Kind, gesund und wohltuend. Es sollten jedoch ein paar Regeln eingehalten werden.

Die Sauna ist wohltuend für Körper und Geist  

In Deutschland ist die finnische Sauna, die am meist verbreitete Sauna. Der kleine Holzraum wird mittels Ofen auf eine Temperatur zwischen 80°C und 100°C erhitzt. Besondere Aufgüsse, wie beispielsweise mit leckerem Honig, steigern die Entspannung und das Wohlbefinden. Die meisten Saunagänger betreten diese unbekleidet, nur mit einem Handtuch im Schlepptau. Vor dem Saunieren wird ausgiebig geduscht und dann ca. 15 Minuten geschwitzt. Im Anschluss wird wieder geduscht oder ein Bad im Schwimmbereich genommen. Nach dem Besuch der Sauna bieten viele Thermen spezielle Ruheräume an, in denen zwischen den Saunagängen eine kleine Erholungspause eingelegt werden kann, und sollte.

Die Wärme der Sauna fördert die Durchblutung, und in Kombination mit der darauf folgenden Abkühlung, wird der Kreislauf angeregt und das Immunsystem stimuliert. Wassereinlagerungen, mit denen viele Schwangere zu kämpfen haben, werden durch regelmäßige Saunabesuche minimiert und können sogar gänzlich verhindert werden. Auch die Muskulatur wird entspannt und gelockert. So können lästige Rückenschmerzen ein Ende finden.

Risikoschwangere sollten die Sauna meiden 

So schön und gesund der Saunabesuch auch sein mag – er ist nicht für jede werdende Mutter geeignet. So sollten Frauen, die noch nie eine „Schwitzkur“ in der Sauna erlebt haben, es nicht in der Schwangerschaft zum ersten Mal testen. Denn nur wenn der Körper das Saunieren gewöhnt ist, stellt der Saunabesuch keine Belastung dar. Frauen mit einer Risikoschwangerschaft, vorzeitigen Wehen, oder Komplikationen wie Bluthochdruck, oder Problemen mit den Nieren, sollten auf den Sauna-Spaß verzichten.

Schwangere die auch schon vor der Schwangerschaft oft und gerne in die Sauna gegangen sind, können sich die „Schwitzkur“ auch weiterhin gönnen. Zu empfehlen ist in jedem Fall, sich individuell mit dem behandelnden Frauenarzt oder der Hebamme zu beraten, ob das Saunieren erlaubt ist oder nicht.

Die Hitze schadet dem Ungeborenen nicht 

Erzählt man der Familie oder Freunden, dass man auch mit Babybauch die Sauna besucht, ernten viele Schwangere Einwände wegen der Hitze und der vermeintlichen Gefahr für das Ungeborene. Diese Bedenken sind jedoch unnötig. Der Saunagang stellt keine Gefahr für das Baby dar. Die Körpertemperatur der werdenden Mutter steigt bei einem Saunabesuch nur kurzfristig um maximal 1 Grad Celsius an. Dies belastet weder die Mutter, noch das Kind.

Kritisch würde es erst ab einer Körpertemperatur von über 40 Grad werden. Diesen enormen Anstieg schafft jedoch nur der Körper selbst, und zwar mit Fieber. Durch ein Saunabad sind solche Körpertemperaturen jedoch nicht zu erreichen. So kann eine schwangere Frau unbedenklich in der Sauna schwitzen und entspannen. Die mütterliche Entspannung überträgt sich sogar auf das Kind und tut ihm gut.

Regeln für den Saunabesuch in der Schwangerschaft 

Wenn der Frauenarzt oder die Hebamme grünes Licht zum Saunabesuch gegeben haben, kann der Spaß beginnen. Doch auch erfahrene Saunagängerinnen sollten in der Schwangerschaft, beim Besuch der Sauna, auf ein paar Dinge achten.

Der Saunagang 

Eine werdende Mutter sollte nur zwei Saunagänge pro Saunabesuch anstreben, und dies nur einmal die Woche. Außerdem kann es sein, dass der Saunagang kürzer ausfallen muss, als im „nicht schwangeren“ Zustand. Sobald sich eine Schwangere unwohl fühlt, sollte sie den Saunagang abbrechen und die Sauna verlassen. Der einzelne Saunagang sollte nicht länger als 12 Minuten dauern. Saunen mit niedrigen Temperaturen um die 50 bis 60 Grad, werden meist besser vertragen als solche, die 80 Grad und wärmer werden. Außerdem ist es ratsam die unteren Bänke in der Sauna zu bevorzugen, da es dort weniger heiß wird, und der Ausgang schneller erreicht ist, falls der Kreislauf doch nicht mitspielt.

Der Aufguss 

Besondere Vorsicht ist bei Aufgüssen geboten. Manche Öle können Wehen auslösen und sollten daher gemieden werden. Schwangere Frauen sollten sich vor einem Aufguss auf jeden Fall erkundigen, welches Öl genutzt wird, und sich beraten lassen, ob dieses für Schwangere geeignet ist. Im Zweifelsfall sollte auf einen Saunabesuch mit Aufguss verzichtet werden.

Der Kreislauf 

Gerade Schwangere müssen beim Besuch der Sauna auf ihren Kreislauf achten. Sie sollten den Körper vor dem Saunagang  mit einem warmen Fußbad auf die bevorstehende Erwärmung vorbereiten. Auch nach dem Schwitzen ist wichtig den Körper langsam an den Temperaturwechsel zu gewöhnen. Zu schnelles abkühlen, durch einen Sprung in den See, ein Schneebad, oder ein Bad im kaltem Schwimmbecken, sind jetzt tabu. Der Kreislauf verträgt in der Schwangerschaft diesen enormen und plötzlichen Temperaturabfall nicht, und kann zusammenbrechen. Daher sollten Schwangere zum abkühlen eher einen Schlauch oder die Dusche nutzen.

Trinken, trinken, trinken

Werdende Mütter haben einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf und sollten täglich mehrere Liter Wasser oder ungesüßte Tees trinken. Durch das Schwitzen in der Sauna wird dem Körper Flüssigkeit entzogen. Dieser Verlust muss unbedingt wieder ausgeglichen werden. Daher ist es besonders wichtig, dass schwangere Frauen nach dem Saunagang genügend trinken. Geeignet sind hier Mineralwasser und Fruchtschorlen.

Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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