Zum Inhalt springen
Startseite » Beitragsarchiv » Nachrichten » Frühstartrente vom Bundestag beschlossen: Welche Kinder profitieren

Frühstartrente vom Bundestag beschlossen: Welche Kinder profitieren

Frühstartrente vom Bundestag beschlossen: Welche Kinder profitieren

Der Bundestag hat die Frühstartrente für Kinder beschlossen. Damit ist die staatliche Hilfe für die spätere Altersvorsorge einen wichtigen Schritt weiter. Für Familien bleibt aber eine entscheidende Einschränkung: Die Förderung soll mit dem Geburtsjahrgang 2020 starten. Ältere Kinder bekommen die monatlichen zehn Euro nicht.

Am 16. Oktober 2026 stimmte der Bundestag dem Gesetz zu. Bevor es in Kraft treten kann, muss noch der Bundesrat zustimmen. Geplanter Start ist der 1. Januar 2027. Die zehn Euro sollen in die Altersvorsorge fließen. Anders als beim Kindergeld für euren Familienalltag landet dieses Geld nicht auf eurem Girokonto.

Aktualisiert am 19. Oktober 2026. Wir erklären den Stand nach dem Bundestagsbeschluss. Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Die Frühstartrente auf einen Blick

  • Beschluss: Der Bundestag hat zugestimmt, die Zustimmung des Bundesrates steht noch aus.
  • Förderung: Zehn Euro im Monat für berechtigte Kinder ab sechs bis vor dem 18. Geburtstag.
  • Jahrgänge: Zunächst 2020; ab 2027 kommt jeweils der Jahrgang hinzu, der sechs wird.
  • Rückwirkung: Für berechtigte Kinder des Jahrgangs 2020 sollen auch Fördermonate aus 2026 zählen.
  • Verwendung: Aufbau einer privaten Altersvorsorge, grundsätzlich mit Auszahlung ab 65.

Welche Kinder sollen die Frühstartrente bekommen?

Zum vorgesehenen Start 2027 sollen die Jahrgänge 2020 und 2021 dabei sein. Weitere Jahrgänge folgen nach und nach.

Die Förderung ist nicht für alle heutigen Sechs- bis 17-Jährigen vorgesehen. Der Bericht des Bundestages zum Beschluss nennt einen schrittweisen Einstieg:

  • Geboren 2020: Förderung rückwirkend für berechtigte Monate ab 2026.
  • Geboren 2021: Einstieg 2027, wenn das Kind sechs Jahre alt wird.
  • Geboren 2022: Einstieg 2028. Danach geht es entsprechend weiter.
  • Geboren vor 2020: Keine staatlichen Einzahlungen in die Frühstartrente.

Zusätzlich gelten Voraussetzungen wie der erste Wohnsitz in Deutschland und eine Steuer-Identifikationsnummer für das Kind. Das ist die persönliche Nummer vom Bundeszentralamt für Steuern. Die Förderung ist nicht vom Einkommen der Eltern abhängig.

Ein älteres Geschwisterkind geht bei der Förderung leer aus: Ist ein Kind 2018 und sein Geschwisterkind 2020 geboren, soll nur das jüngere die staatlichen Einzahlungen erhalten. Eine spätere Aufnahme der älteren Jahrgänge ist in der beschlossenen Fassung nicht vorgesehen.

Wie funktioniert die Frühstartrente?

Der Staat zahlt in einen Sparvertrag für die spätere Rente ein. Über zwölf volle Förderjahre ergeben die monatlichen Beiträge zusammen 1.440 Euro.

Für ein eigenes Depot sollen Eltern einen zertifizierten Standarddepot-Vertrag auf den Namen ihres Kindes abschließen können. Zertifiziert bedeutet: Der Vertrag erfüllt die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen. Ein gewöhnliches Kinderkonto oder ein beliebiger Fondssparplan reicht dafür nicht.

Die Prüfung des Anspruchs soll über einen digitalen Datenabgleich erfolgen. Der Anbieter übermittelt dafür unter anderem die Steuer-ID des Kindes. Nach dem vorgesehenen Verfahren wird die Förderung vierteljährlich rückwirkend in den Vertrag eingezahlt.

Eltern und Großeltern dürfen zusätzlich eigenes Geld einzahlen. Dafür ist eine Grenze von insgesamt 6.840 Euro pro Kalenderjahr vorgesehen. Solche Einzahlungen sind freiwillig. Auch für ältere minderjährige Kinder sollen entsprechende Verträge möglich sein – allerdings ohne die zehn Euro vom Staat.

Was passiert, wenn Eltern kein Depot eröffnen?

Auch dann soll das Kind seine Förderung bekommen. Dafür ist eine gemeinsame Geldanlage durch den Bund vorgesehen.

Diese Auffanglösung soll die Deutsche Bundesbank verwalten. Das Geld wird dabei gemeinsam für die berechtigten Kinder angelegt. Laut der vom Bundestag angenommenen Fassung darf es ausschließlich in breit gestreute globale Aktien oder Aktienfonds fließen. Das bedeutet: Die Anlage verteilt sich auf viele Unternehmen weltweit.

Ein Wechsel in einen persönlichen Altersvorsorgevertrag soll später möglich sein. Dafür gibt es eine Altersgrenze: Der entsprechende Vertrag muss vor dem 35. Geburtstag abgeschlossen werden. Wer das Startkapital nicht rechtzeitig in einen passenden Vertrag überführt, kann es verlieren. Nicht verwendete Mittel sollen nach den gesetzlichen Fristen an den Bund zurückfließen.

Kann mein Kind das Geld mit 18 nutzen?

Das staatlich geförderte Geld ist für das Alter bestimmt. Zum 18. Geburtstag steht es nicht einfach zur freien Verfügung.

Eine Auszahlung ist grundsätzlich erst ab dem 65. Lebensjahr vorgesehen. Die Förderung ist deshalb kein frei verfügbares Startgeld für Führerschein, Ausbildung oder die erste Wohnung. Ab der Volljährigkeit kann das Altersvorsorgedepot mit eigenem Geld weiter bespart werden.

Die Erträge sollen während der Ansparzeit steuerfrei bleiben. Spätere Auszahlungen im Alter werden dagegen besteuert. Diese Unterscheidung ist wichtig: Steuerfrei sparen bedeutet nicht, dass auch die spätere Rente steuerfrei ist.

Wie viel kann aus zehn Euro im Monat werden?

Das hängt davon ab, wie sich die Geldanlage entwickelt und welche Kosten entstehen. Einen festen späteren Auszahlungsbetrag kann euch heute niemand versprechen.

Zum Bundestagsbeschluss werden Modellrechnungen mit hohen Summen im Rentenalter genannt. Solche Beispiele sind keine Zusage. Sie beruhen auf Annahmen über jahrzehntelange Erträge. Außerdem mindert die Inflation die Kaufkraft: Für denselben Eurobetrag kann man später voraussichtlich weniger kaufen.

Wichtig für eure Planung: Die staatlichen Einzahlungen lassen sich beziffern. Der spätere Wert der Geldanlage steht dagegen nicht fest. Eine bestimmte Rendite ist nicht garantiert; bei der kollektiven Anlage gleicht der Bund Verluste nicht aus.

Warum gibt es weiterhin Kritik?

Die Grundidee ist ein früher Start beim Sparen. Umstritten bleibt, ob alle Kinder dadurch die gleichen Chancen bekommen.

Wer als Familie viel Geld übrig hat, kann das Depot zusätzlich aufstocken. Wer jeden Euro für Miete, Lebensmittel und Kleidung braucht, hat dafür kaum Spielraum. Derselbe staatliche Monatsbetrag führt deshalb nicht automatisch zu ähnlichen Ersparnissen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisierte am 16. Oktober außerdem die Unterschiede zwischen einem eigenen Depot und der gemeinsamen Anlage. Kinder ohne eigenes Depot könnten die Entwicklung ihres Geldes nicht von Anfang an selbst verfolgen. Der Verband fordert bessere unabhängige Finanzbildung und einen gut geregelten Übergang in die spätere private Vorsorge.

Müssen Eltern jetzt schon etwas unternehmen?

Wegen des Bundestagsbeschlusses müsst ihr jetzt keinen Vertrag überstürzt abschließen. Noch steht die Zustimmung des Bundesrates aus.

Prüft zunächst, ob euer Kind zu einem der vorgesehenen Jahrgänge gehört. Für einen späteren Vertrag sind die offiziellen Informationen zum Start, die Teilnahme des Anbieters und die konkreten Kosten wichtig. Ein Werbeversprechen allein macht aus einem Sparprodukt noch keinen förderfähigen Vertrag.

Der geplante Start 2027 und die rückwirkende Förderung für 2026 sind zwei verschiedene Dinge. Rückwirkend heißt hier: Berechtigte Fördermonate werden später berücksichtigt. Es bedeutet nicht, dass Eltern bereits 2026 monatlich Geld aufs Konto bekommen.

Für Familien mit älteren Kindern bleibt die zentrale Enttäuschung bestehen: Der Bundestagsbeschluss öffnet die staatliche Förderung nicht für die vor 2020 geborenen Jahrgänge.


Quellen und Stand der Aktualisierung

Stand: 19. Oktober 2026. Grundlage sind der Bundestagsbeschluss und die dazugehörigen Gesetzesunterlagen. Die Zustimmung des Bundesrates steht noch aus.

Wir hoffen sehr, dass dir unser Artikel gefallen hat. Vielleicht hat er dir geholfen, eine Frage zu beantworten. Oder er hat dich nachdenklich, traurig oder fröhlich gestimmt. Wir freuen uns jederzeit über deine Rückmeldung oder Anregung per Kommentar, Email oder Social-Media. Gerne kannst du uns auf Facebook, Pinterest oder Flipboard folgen. Wir freuen uns auch dich! 🤗

Torsten Esser
Wer hat’s geschrieben?

Torsten Esser

Torsten hat das Vollzeit-Papa-Diplom. Er hat einen kleinen Sohn und eine Stieftochter, die er liebt, als wäre es seine eigene. Darüber hinaus hat er acht Semester lang "Soziale Arbeit" studiert. Mit einer unübertroffenen Mischung aus Wissen und Bauchgefühl, ist er der geborene Autor für dieses Magazin. Und ganz nebenbei kümmert er sich als Gründer und Inhaber von 1-2-family.de um alle Belange des Magazins.
Autorenbild: © Chantal Reimann
Im Gespräch

Was denkst du darüber?

Teile deine Gedanken, Erfahrungen oder Fragen mit uns. Wir freuen uns, von dir zu lesen.

Deine Gedanken zum Beitrag

Deine E-Mail-Adresse bleibt privat. Mit * markierte Felder sind erforderlich.

Wir lesen mit und schalten Kommentare nach Prüfung frei.

Noch ist es hier still. Mach den Anfang – wir freuen uns auf deine Gedanken.

Verschiedene Erfahrungen. Ein respektvoller Austausch.

Nach oben scrollen