Fast jedes dritte Kind hat sie – Wachstumsschmerzen. Meist treten sie Abends und Nachts auf. Kinder können dann vor Schmerzen nicht gut schlafen. Tut wachsen wirklich weh? Und was kann man dagegen machen?

Was sind Wachstumsschmerzen?

Wachstumsschmerzen sind kindliche Schmerzen in den Beinen und Armen, die auf keine Verletzungen oder Erkrankungen zurückzuführen sind. Sie treten meist im Alter zwischen 4 und 16 Jahren auf. Am häufigsten haben Vorschulkinder und Grundschulkinder unter ihnen zu leiden. Woher die Wachstumsschmerzen kommen, ist bisher tatsächlich nicht eindeutig geklärt.

Forscher gehen davon aus, dass abendliche und nächtliche Wachstumsschübe von etwa 0,2 Millimetern pro Stunde, zu einer starken Dehnung der Bänder und Sehnen führen, welche dann diese Schmerzen auslösen. Manchmal wachsen die Knochen schlicht ein wenig schneller, als die darum liegenden Muskeln. Dabei können Wachstumsschmerzen, auch wenn sie völlig normal und harmlos sind, mitunter sehr stark und dadurch enorm belastend für die Kinder sein.

Woran erkennt man Wachstumsschmerzen?

Die Beine sind im Kindesalter besonders wachstumsintensiv. Aus diesem Grund treten dort am häufigsten Schmerzen auf. Vor allem die Knie und Unterschenkel sind häufig davon betroffen. Ob euer Kind wirklich unter Wachstumsschmerzen leidet, könnt ihr an folgenden Anzeichen erkennen:

  • Die Schmerzen treten Nachmittags, Abends oder Nachts auf, und sind am nächsten Morgen wie weggeblasen.
  • Das Kind beschreibt die Schmerzen als dumpf, stechend und brennend.
  • Der Schmerz hält einige Minuten, bis hin zu Stunden, an.
  • Die Schmerzen kehren alle paar Monate zurück.
  • An der schmerzenden Stelle sind keine Veränderungen erkennbar (keine Blutergüsse, Schwellungen oder Ausschläge).
  • Es treten keine anderen Symptome auf, wie Fieber, Taubheitsgefühle oder Übelkeit.

Was tun bei Wachstumsschmerzen?

Ihr solltet euer Kind immer ernst nehmen und Verständnis zeigen. Oft hilft es Kindern bereits, wenn sie spüren, dass sie und ihre Schmerzen ernst genommen werden. Fürsorge ist ein echtes Heilmittel. Elterliche Nähe und Zuwendung, lässt Kinder die Schmerzen häufig schon etwas weniger stark wahrnehmen.

Darüber hinaus hilft vor allen Dingen zugeführte Wärme sehr gut gegen Wachstumsschmerzen. Ob Wärmekissen, Wärmflasche, oder ein warmes Bad, wohlige Wärme führt zu Entspannung und lindert den Schmerz oft merklich. In einigen Fällen kann, wenn Wärme nicht gut hilft, übrigens auch das Kühlen der betroffenen Stellen eine Option sein. Einige Menschen werden diesen Effekt vielleicht von Zahnschmerzen kennen. Es gibt Betroffene, die den pochenden Zahn wärmen müssen, um Linderung zu spüren. Andere wiederum müssen die Stelle kühlen, um den Schmerz zu bekämpfen.

Auch eine sanfte, kreisende Massage der schmerzenden Stellen mit Arnikasalbe oder Sportlercremes, bringen Linderung. Hilfreich kann außerdem das homöopathische Mittel GUAIACUM D 6 sein. Lasst euch dazu von eurem Arzt oder Apotheker zu den Globuli beraten.

Wenn homöopathische Mittel nicht ausreichen, um den Wachstumsschmerz zu bekämpfen, kann auch mit einer geeigneten Dosierung Paracetamol oder Ibuprofen behandelt werden. Holt euch auch hierzu den Rat eures Arztes.

Kann man den Schmerzen vorbeugen?

Wirklich Vorbeugen kann man Wachstumsschmerzen leider nicht. Um das Risiko jedoch zu verringern, ist es wichtig, dass Kinder sich beispielsweise vor dem Sport gut aufwärmen und nachher dehnen. Auch eine ausgewogene, mineralstoffreiche und gesunde Ernährung, kann dazu beitragen, dass sich die Schmerzen in Grenzen halten.


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Wer hat's geschrieben?

Jacqueline Esser

Erzieherin, Mutter, Autorin

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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