Eine Höhle aus Decken, Kissen und Stühlen gehört zu diesen Kindheitserinnerungen, die fast jeder kennt. Kaum ist ein Tisch frei, ein Sofa erreichbar oder ein paar Decken griffbereit, entsteht daraus ein geheimer Rückzugsort, eine Räuberhöhle, ein Kuschelnest, ein Schloss, ein Raumschiff oder ein gemütliches Lager für den nächsten Regentag. Die Idee steht, jetzt geht es darum, wie man eine richtig gute Höhle bauen kann.
Das Schöne daran: Ihr braucht dafür meistens nichts Besonderes. Viele Dinge, die sich zum Höhlenbauen eignen, habt ihr längst zuhause. Mit ein paar Decken, Kissen, Stühlen, Wäscheklammern und etwas Fantasie, lässt sich im Wohnzimmer, Kinderzimmer oder sogar auf dem Balkon, eine richtig schöne Kinderhöhle bauen.
Damit die Höhle nicht nach fünf Minuten wieder zusammenfällt, lohnt sich aber ein bisschen Planung. Denn je besser das Grundgerüst steht, desto entspannter können Kinder darin spielen, lesen, kuscheln, oder ihre eigene kleine Welt einrichten.
LESETIPP: Wenn ihr noch mehr spontane Ideen für zuhause, draußen oder bei schlechtem Wetter sucht, findet ihr hier unseren großen Überblick: Was kann man heute machen? 67 Ideen für Familien.
Warum Kinder Höhlen so sehr lieben
Kinderhöhlen sind viel mehr, als ein paar Decken über Stühlen. Für Kinder entsteht daraus ein eigener Raum im Raum. Ein Ort, der kleiner, geschützter und gemütlicher wirkt, als das normale Kinderzimmer oder Wohnzimmer.
In einer Höhle können Kinder sich zurückziehen, Rollen spielen, Geschichten erfinden oder einfach mal für sich sein. Gerade im Familienalltag, in dem viel vorgegeben ist, kann so ein selbst gebauter Ort etwas Besonderes sein. Die Kinder entscheiden mit, wie die Höhle aussehen soll, wer hineindarf und was dort passiert.
Außerdem verbindet das Höhlenbauen viele Dinge, die Kinder mögen. bauen, ausprobieren, scheitern, neu befestigen, einrichten und am Ende stolz sagen: „Das haben wir gemacht.“
Was braucht man zum Höhlenbauen?
Für eine einfache Höhle reichen oft schon wenige Materialien. Trotzdem lohnt es sich, einmal durch Wohnung, Kinderzimmer, Abstellkammer oder Wäschekorb zu schauen. Viele Dinge eignen sich besser, als man im ersten Moment denkt.
Klassische Materialien
Diese Dinge funktionieren fast immer:
- Decken
- Bettlaken
- Sofakissen
- Stühle
- Tische
- Kissen
- Wäscheklammern
- große Handtücher
- leichte Tagesdecken
- Spielmatten oder Teppiche
Besonders praktisch sind leichte Stoffe. Schwere Wolldecken sehen zwar gemütlich aus, ziehen aber stärker nach unten und können eine Höhle schneller zum Einstürzen bringen. Für das Dach sind Bettlaken, dünne Decken oder große Tücher oft besser geeignet.
Dinge, an die man nicht sofort denkt
Richtig spannend wird es, wenn ihr nicht nur die typischen Höhlenmaterialien nutzt. Viele Alltagsgegenstände lassen sich wunderbar zweckentfremden.
Gut geeignet sind zum Beispiel:
- Spannbettlaken
- Vorhänge
- Tischdecken
- große Kartons
- Wäscheständer
- Besenstiele
- Yogamatten
- Sitzsäcke
- Stillkissen
- Poolnudeln
- Gartenstuhlauflagen
- leichte Gardinen
- Koffer oder stabile Boxen als Beschwerung
- Pop-up-Tunnel
- Regenschirme als kleines Dach
- Kleiderständer
- Matratzen vom Gästebett
Ein Spannbettlaken ist besonders praktisch, weil es sich durch den Gummizug gut über Stühle, Matratzen oder Sofalehnen ziehen lässt. Große Kartons eignen sich dagegen gut für Eingänge, Fenster oder kleine Anbauten. So entsteht nicht nur eine Höhle, sondern fast schon ein kleines Haus.
Die einfachste Höhle: Tisch, Decke, fertig
Die schnellste Variante ist die Tischhöhle. Dafür legt ihr eine große Decke oder ein Bettlaken über einen Esstisch, Couchtisch oder Kindertisch. Die Seiten hängen herunter und bilden automatisch Wände.
Damit es gemütlicher wird, legt ihr innen Kissen, eine Decke oder eine Spielmatte auf den Boden. Eine Seite bleibt als Eingang offen. Wenn die Decke zu weit herunterhängt, könnt ihr sie an einer Stelle mit Wäscheklammern etwas hochraffen. So entsteht ein Eingang, der wie ein kleiner Vorhang wirkt.
Diese Variante ist ideal, wenn es schnell gehen soll. Sie ist stabil, braucht wenig Material – und lässt sich nach dem Spielen genauso schnell wieder abbauen.
Eine größere Höhle mit Stühlen bauen
Für eine größere Höhle stellt ihr mehrere Stühle mit den Lehnen nach außen auf. Darüber legt ihr ein großes Bettlaken oder mehrere leichte Decken. Die Stühle bilden das Gerüst, die Stoffe werden zu Dach und Wänden.
Achtet darauf, dass die Stühle stabil stehen und nicht kippen können. Wenn Kinder in der Höhle herumkrabbeln, an den Stoffen ziehen oder sich gegen die Seiten lehnen, sollte das Grundgerüst nicht sofort verrutschen.
Praktisch ist es, die Decken nicht zu stramm zu spannen. Ein bisschen lockerer Stoff macht die Höhle gemütlicher und nimmt Zug aus der Konstruktion. Die Seiten könnt ihr mit Kissen beschweren oder mit Wäscheklammern an den Stuhllehnen befestigen.
Eine Sofa und Couchtisch Höhle bauen
Wenn ihr im Wohnzimmer baut, ist das Sofa oft die beste Basis. Die Rückenlehne ist stabil, die Sitzfläche gemütlich und viele Kissen sind direkt in Reichweite.
Ihr könnt eine Decke vom Sofa zum Couchtisch spannen oder Stühle gegenüber vom Sofa aufstellen. So entsteht ein länglicher Tunnel oder ein gemütlicher Raum zwischen Sofa und Tisch.
Besonders schön wird diese Variante, wenn ihr die Höhle direkt mit Sofakissen auslegt. Dann müssen die Kinder nicht auf dem harten Boden sitzen. Für kleinere Kinder ist diese Version oft angenehmer, weil sie niedrig, weich und übersichtlich bleibt.
Höhle im Kinderzimmer bauen
Im Kinderzimmer könnt ihr vorhandene Möbel gut einbeziehen. Ein Bett, ein Regal, ein kleiner Tisch oder ein Spielzelt können Teil der Höhle werden. Wichtig ist nur, dass nichts wackelig ist und keine schweren Gegenstände herunterfallen können.
Ein Bett eignet sich zum Beispiel als Rückwand. Davor stellt ihr zwei Stühle oder einen kleinen Tisch und legt ein Laken darüber. So entsteht eine Höhle, die direkt ans Bett anschließt. Kinder können darin lesen, Hörspiel hören oder ihre Kuscheltiere einziehen lassen.
Achtet bei Regalen darauf, keine Decken an losen Gegenständen, Lampen oder wackeligen Dekoteilen zu befestigen. Alles, woran gezogen wird, sollte stabil sein.
Eine andere Variante wäre übrigens noch, an allen vier Bettkanten jeweils einen Besenstiel (oder ähnliches) zu fixieren. Über die Stiele kann man dann große Decken oder Bettlaken werfen und mit Wäscheklammern befestigen. Auch so entsteht über dem Bett ein tolles Zeltdach, unter dem es sich unfassbar gemütlich aushalten lässt.
Aus Kartons eine Höhle bauen
Große Kartons sind perfekt für Kinderhöhlen. Aus ihnen können Eingänge, Fenster, Tunnel oder sogar kleine Häuser entstehen. Besonders geeignet sind Umzugskartons, Versandkartons von großen Geräten oder stabile Verpackungen.
Schneidet mit einem Cutter oder einer Schere Fenster und Türen vor. Das sollten Erwachsene übernehmen. Kinder können anschließend die Wände bemalen, Schilder basteln oder Gardinen aus Stoffresten ankleben.
Wenn ihr mehrere Kartons habt, könnt ihr sie zu einem kleinen Höhlensystem verbinden. Ein Karton wird der Eingang, ein anderer das Zimmer, ein weiterer vielleicht die Garage für Kuscheltiere oder Spielzeugautos. Mit Malerkrepp oder breitem Paketband lassen sich die Kartons verbinden. Achtet aber darauf, dass keine scharfen Kanten oder losen Klebestreifen in Kopfhöhe hängen.
Höhle mit Wäscheständer bauen
Ein Wäscheständer ist ein unterschätztes Höhlen-Gerüst. Er lässt sich aufklappen, bietet viele Streben zum Auflegen leichter Stoffe und ist schnell wieder weggeräumt.
Legt ein großes Laken über den Wäscheständer und lasst an einer Seite einen Eingang frei. Innen könnt ihr eine Matte, Kissen und Kuscheltiere auslegen. Gerade für kleinere Höhlen ist das eine praktische Lösung.
Wichtig: Der Wäscheständer sollte stabil stehen und nicht zusammenklappen können. Wenn er sehr leicht oder wackelig ist, beschwert ihn nicht riskant, sondern nehmt lieber eine andere Basis.
Tipi-Höhle aus Besenstielen oder Stangen
Eine Tipi-Höhle sieht besonders schön aus, braucht aber etwas mehr Aufmerksamkeit beim Aufbau. Ihr könnt dafür Besenstiele, leichte Holzstangen oder stabile Rohre verwenden. Die Stangen werden oben zusammengeführt und unten im Kreis aufgestellt.
Danach legt ihr ein großes Tuch oder mehrere leichte Stoffe darüber. Der Eingang bleibt vorne offen. Damit nichts wegrutscht, könnt ihr die Stoffe mit Klammern fixieren oder unten mit Kissen beschweren.
Bei dieser Variante ist wichtig, dass die Stangen nicht kippen oder auseinanderfallen. Für jüngere Kinder sollte ein Erwachsener beim Spielen in der Nähe bleiben. Noch sicherer wird es, wenn das Tipi an einer Wand oder in einer Zimmerecke steht.
Höhle unter dem Hochbett
Falls ihr ein Hochbett habt, ist der Platz darunter fast schon von Natur aus eine Höhle. Mit Vorhängen, Laken oder leichten Decken lässt sich daraus ein geschützter Spielbereich machen.
Ihr könnt eine Seite offenlassen und die anderen Seiten mit Stoff abhängen. Innen passen Kissen, Bücher, Kuscheltiere, eine kleine Lampe oder eine Box mit Spielsachen hinein.
Wichtig ist auch hier: Keine langen Schnüre oder Kordeln lose herunterhängen lassen. Wenn Stoffe befestigt werden, sollten sie kurz, sicher und ohne Schlaufen angebracht sein.
So baut ihr eine stabile Höhle Schritt für Schritt
Eine gute Höhle entsteht am besten nicht zufällig, sondern in einfachen Schritten.
1. Erst den Platz auswählen
Überlegt zuerst, wo die Höhle stehen soll. Ideal ist ein Ort, an dem sie nicht ständig im Weg ist und nicht direkt an Türen, Treppen oder Laufwegen steht. Im Wohnzimmer kann eine Ecke gut funktionieren, im Kinderzimmer der Bereich neben dem Bett.
Der Boden sollte möglichst frei sein. Kleine Spielzeuge, Bausteine oder Kabel räumt ihr vorher weg, damit niemand beim Hineinkrabbeln stolpert.
2. Das Grundgerüst aufbauen
Dann stellt ihr Tische, Stühle, Sofa, Wäscheständer oder Kartons so auf, dass ein stabiler Raum entsteht. Achtet darauf, dass die Kinder bequem hineinkommen und innen genug Platz zum Sitzen haben.
Die besten Höhlen sind nicht unbedingt riesig. Oft sind kleine, gemütliche Höhlen viel beliebter, weil sie sich geschützter anfühlen.
3. Das Dach auflegen
Für das Dach nutzt ihr am besten leichte Stoffe. Bettlaken, dünne Decken oder Vorhänge lassen sich gut spannen und ziehen das Gerüst nicht so stark nach unten. Legt den Stoff zuerst locker auf. Danach könnt ihr prüfen, wo er befestigt werden muss. Zieht nicht zu fest, sonst kippen Stühle oder andere Teile leichter um.
4. Seiten schließen
Wenn das Dach hält, könnt ihr die Seiten ergänzen. Dafür eignen sich weitere Tücher, Decken oder Kissen. Eine Seite sollte immer als Eingang offenbleiben.
Kinder mögen es oft, wenn eine Höhle nicht komplett geschlossen ist. Kleine Öffnungen machen sie spannender und sorgen gleichzeitig dafür, dass genug Luft und Licht hineinkommen.
5. Innen einrichten
Jetzt kommt der schönste Teil: die Einrichtung. Kissen, Kuscheldecken, Bücher, Stofftiere, Taschenlampen und kleine Schätze machen aus der Konstruktion einen richtigen Rückzugsort.
Lasst die Kinder mitentscheiden. Oft haben sie sehr klare Vorstellungen davon, ob die Höhle ein Schloss, eine Tierstation, ein Piratenschiff oder ein geheimer Club sein soll.
Decken richtig befestigen: Was funktioniert gut?
Damit die Höhle nicht dauernd zusammenrutscht, braucht ihr gute Befestigungen. Dabei gilt: lieber sanft fixieren als riskant festbinden.
Wäscheklammern
Wäscheklammern sind für leichte Stoffe ideal. Ihr könnt damit Laken an Stuhllehnen, anderen Stoffen oder am Wäscheständer befestigen. Sie halten gut genug, lösen sich aber meistens, bevor etwas Gefährliches passiert.
Große Papierklammern oder Foldback-Klammern
Foldback-Klammern halten stärker als normale Wäscheklammern. Sie sind gut für dickere Stoffe, sollten aber so angebracht werden, dass Kinder sich nicht daran kratzen oder die Finger einklemmen.
Kissen als Gewicht
Kissen sind eine einfache und sichere Möglichkeit, Stoffe am Boden zu beschweren. Ihr legt die Deckenkanten einfach unter ein Kissen oder zwischen Sofakissen. Das hält oft erstaunlich gut und lässt sich schnell verändern.
Möbel clever nutzen
Eine Decke kann zwischen Sofakissen eingeklemmt, über eine Stuhllehne gelegt oder unter einer Matratze fixiert werden. Das ist meist besser, als Stoffe mit Schnüren festzubinden.
Malerkrepp für Karton und Papier
Wenn ihr mit Kartons arbeitet, ist Malerkrepp praktisch. Es klebt nicht so aggressiv wie Paketband und lässt sich leichter wieder entfernen. Für Stoffe ist Klebeband meistens weniger geeignet, weil es schlecht hält oder Rückstände hinterlässt.
Was ihr beim Befestigen besser vermeidet
Vermeidet lange Schnüre, Kordeln oder Seile, die in Schlaufen herunterhängen. Gerade beim Spielen, Krabbeln und Klettern können solche Dinge gefährlich werden. Wenn ihr Schnur nutzt, dann nur kurz, fest und außer Reichweite kleiner Kinder.
Auch schwere Bücher auf hohen Möbeln sind keine gute Idee, wenn sie nur dazu dienen, eine Decke festzuhalten. Werden sie heruntergezogen, können sie Kinder verletzen. Besser sind Kissen, leichte Boxen oder stabile Klemmstellen.
Nicht geeignet sind außerdem heiße Lampen, wackelige Regale, scharfkantige Gegenstände und Konstruktionen, bei denen Kinder auf Möbel klettern müssen, um in die Höhle zu kommen.
Fenster in die Höhle einbauen
Fenster machen eine Kinderhöhle sofort spannender. Sie sorgen außerdem für Licht und Luft. Dabei müsst ihr nicht kompliziert basteln.
Fenster aus Stoff
Die einfachste Lösung: Ihr rafft eine Seite der Decke etwas hoch und befestigt sie mit einer Wäscheklammer. So entsteht ein kleines Fenster, durch das Kinder hinausschauen können. Noch schöner wird es, wenn ihr leichte Gardinen oder transparente Stoffe nutzt. Dann fällt Licht hinein, aber die Höhle fühlt sich trotzdem gemütlich und geschlossen an.
Die aufwendigere Lösung: Natürlich kann man auch mit ein wenig Nähmaschinen-Erfahrung, ein schickes Fentser in eine Stoffbahn rein schneidern, wie oben im Bild gezeigt. Das kostet zwar ein wenig Zeit und Mühe, ist aber immer wieder verwendbar.
Fenster aus Karton
Bei einer Kartonhöhle könnt ihr richtige Fenster ausschneiden. Erwachsene schneiden die Öffnungen vor, Kinder malen Rahmen, Fensterläden oder Blumen daneben. Wenn ihr mögt, könnt ihr hinter das Fenster ein Stück Transparentpapier kleben. Dann sieht es aus wie buntes Glas. Achtet aber darauf, dass das Fenster groß genug bleibt, damit Luft hineinkommt.
Guckloch oder Geheimklappe
Für ältere Kinder ist ein kleines Guckloch spannend. Das kann ein rundes Loch im Karton sein oder eine kleine Stoffklappe, die sich öffnen lässt. Daraus wird schnell ein Spionagefenster, ein Verkaufsschalter oder die Tür einer geheimen Kommandozentrale.
Den Eingang schön gestalten
Der Eingang ist für Kinder oft fast wichtiger, als die Höhle selbst. Er entscheidet darüber, ob die Höhle wie ein Zelt, ein Schloss, ein Versteck oder ein Haus wirkt.
Ein einfacher Eingang entsteht, wenn ihr eine Seite offenlasst. Gemütlicher wird es mit einem Vorhang aus einem leichten Tuch. Dieser kann oben über eine Decke gelegt oder mit Klammern befestigt werden.
Für eine Kartonhöhle könnt ihr eine Tür ausschneiden, die sich auf- und zuklappen lässt. Kinder können ein Schild darüber kleben, zum Beispiel „Geheime Höhle“, „Nur mit Einladung“ oder „Kuschelclub“.
Türen und Fenster aus Karton kann man enorm gut mit Hilfe kleiner Löcher und einem Wollfaden öffnen und schließen. Einfach oben, in der Mitte und unten kleine Löcher durchstechen – das Gleiche auf der noch offenen Wandseite, an der die jeweiligen Teile befestigt werden sollen – und mit einem Wollfaden locker ran knoten. So lassen sich Türen und Fenster, wie an einem Scharnier, gut bewegen.
Bei kleineren Kindern sollte der Eingang groß genug sein, damit sie nicht hängenbleiben oder beim Hineinkrabbeln mit dem Kopf anstoßen.
Die Höhle gemütlich einrichten
Wenn die Höhle steht, beginnt der Innenausbau. Genau hier wird aus ein paar Decken, ein echter Lieblingsplatz.
Gut geeignet sind:
- weiche Kissen
- Kuscheldecken
- kleine Matten
- Lieblingsbücher
- Stofftiere
- Hörspielbox
- Taschenlampe
- LED-Teelichter
- kleine Snackbox
- Trinkflasche
- Malblock und Stifte
- kleine Körbchen für Schätze
- Fotos oder selbst gemalte Bilder
Ein schöner Trick: Legt eine „Höhlenkiste“ an. Darin liegen Dinge, die nur in der Höhle benutzt werden: kleine Bücher, eine Taschenlampe, ein paar Postkarten, Spieltiere oder ein Notizbuch. So bekommt die Höhle direkt einen besonderen Charakter.
Sichere Beleuchtung für die Kinderhöhle
Licht macht eine Höhle gemütlich, aber hier solltet ihr natürlich vorsichtig sein. Echte Kerzen gehören natürlich niemals in eine Kinderhöhle. Auch Lampen, die heiß werden, sind völlig ungeeignet.
Besser sind:
- batteriebetriebene LED-Teelichter
- kleine LED-Nachtlichter
- Taschenlampen
- Stirnlampen
- batteriebetriebene Lichterketten
- Projektionslichter mit Sternenhimmel
- kleine Campinglampen mit LED
Achtet darauf, dass keine langen Kabel quer durch den Eingang oder den Höhlenboden laufen. Kabel sind Stolperfallen und können beim Spielen herausgerissen werden. Wenn ihr eine Lichterkette nutzt, sollte sie nicht um den Hals, Körper oder Möbel gewickelt werden, sondern sicher oben oder seitlich liegen. Kabel führen Strom – das sollte man immer im Hinterkopf behalten.
Für kleine Kinder sind einzelne LED-Teelichter oder eine Taschenlampe oft die unkomplizierteste Lösung.
Ideen für besondere Höhlen
Die Lesehöhle
Für eine Lesehöhle braucht ihr nur Kissen, Bücher und gemütliches Licht. Legt ein paar Bilderbücher, Erstlesebücher oder Comics hinein. Wenn die Höhle klein und ruhig ist, wirkt Vorlesen darin oft besonders schön. Ihr könnt auch eine feste Regel einführen: In der Lesehöhle wird geflüstert. Das macht sie automatisch ruhiger und gemütlicher.
Die Abenteuerhöhle
Aus der Höhle wird ein Dschungelcamp, eine Drachenhöhle oder ein Piratenversteck. Dafür reichen ein Fernglas, ein Stofftier als wildes Tier, ein selbst gemalter Schatzplan und ein paar Kissen als Felsen. Kinder können Aufgaben bekommen: Schatz finden, Proviant sammeln, eine Karte zeichnen oder ein Lagerfeuer aus Papier basteln. So wird aus der Höhle ein kleines Rollenspiel.
Die Kuschelhöhle
Eine Kuschelhöhle ist ideal für müde Tage. Sie wird besonders weich eingerichtet, mit Decken, Lieblingskuscheltieren und ruhigem Licht. Dazu passt ein Hörspiel, eine Vorleserunde oder einfach gemeinsame Zeit. Diese Variante ist schön, wenn Kinder eigentlich Beschäftigung brauchen, aber nicht mehr viel Energie haben.
Die Kinohöhle
Für eine Kinohöhle richtet ihr die Öffnung so aus, dass Kinder auf einen Fernseher, ein Tablet oder eine Wand schauen können. Dazu gibt es Kissen, Popcorn oder Obststücke in kleinen Schälchen. Wichtig ist, dass die Technik sicher steht und keine Kabel durch die Höhle laufen. Nach dem Film kann die Höhle einfach als gemütlicher Rückzugsort bleiben.
Die Sternenhimmel-Höhle
Mit einer kleinen Projektionslampe oder einer LED-Lichterkette entsteht ein Sternenhimmel. Besonders schön wirkt das unter einem dunkleren Tuch. Wenn ihr keine Lampe habt, können Kinder Sterne aus Papier ausschneiden und innen an die Decke kleben. Dazu passen Geschichten über Planeten, Nachtwanderungen, Astronauten oder Träume.
Die Kartonburg
Aus mehreren Kartons entsteht eine Burg mit Eingang, Fenstern und vielleicht sogar einer Zugbrücke und einem Turm aus Pappe. Kinder können Mauern aufmalen, Fahnen basteln und Wappen gestalten. Diese Variante ist etwas aufwendiger, hält aber oft länger als eine reine Deckenhöhle. Wenn sie stabil genug ist, kann sie mehrere Tage im Kinderzimmer bleiben.
Die Höhle für kleine Kinder
Für Kleinkinder sollte die Höhle übersichtlich, niedrig und weich sein. Eine Tischhöhle oder eine kleine Höhle neben dem Sofa reicht völlig aus. Verzichtet auf lange Stoffbahnen, Schnüre, kleine verschluckbare Deko und wackelige Konstruktionen.
Kleine Kinder lieben es oft schon, wenn sie hinein- und wieder herauskrabbeln können. Viel Einrichtung braucht es nicht: eine Decke, zwei Kissen und ein Kuscheltier reichen meist.
Die Höhle für größere Kinder
Größere Kinder möchten oft selbst planen. Sie können überlegen, welche Materialien sie brauchen, wie der Eingang aussehen soll und welche Regeln für die Höhle gelten. Hier darf es ruhig komplexer werden: mit mehreren Räumen, Geheimgang, Kartonfenster, selbst gemaltem Schild oder einer kleinen „Clubordnung“. So wird das Höhlenbauen zu einem richtigen Projekt.
Was kann man in der Höhle machen?
Eine Höhle ist nicht nur zum Sitzen da. Sie kann der Startpunkt für viele kleine Spiele sein. Schöne Ideen sind:
- Vorlesen
- Hörspiel hören
- Taschenlampengeschichten erzählen
- Picknick in der Höhle
- Kuscheltiere einziehen lassen
- geheime Briefe schreiben
- Schatzkarten malen
- „Restaurant“ spielen
- Verstecken spielen
- malen oder kleine Bücher anschauen
- Familienrat in der Höhle
- ruhige Pause nach Kita oder Schule
- Übernachtungsabenteuer im Wohnzimmer
Besonders beliebt sind Taschenlampengeschichten. Einer beginnt mit einem Satz, der nächste erzählt weiter. Durch das gedämpfte Licht fühlt sich selbst eine einfache Geschichte plötzlich viel spannender an.
Höhlenbauen bei schlechtem Wetter
An Regentagen ist Höhlenbauen eine der besten Beschäftigungsideen für zuhause. Kinder bewegen sich, planen, räumen, bauen und richten ein. Gleichzeitig entsteht am Ende ein Ort, der auch für ruhigere Beschäftigung genutzt werden kann.
Ihr könnt daraus einen ganzen Höhlentag machen. Erst wird gebaut, dann eingerichtet, danach gibt es ein Höhlenpicknick. Später wird vorgelesen oder ein Hörspiel gehört. So füllt eine einzige Idee mehrere Phasen des Tages, ohne dass ihr ständig etwas Neues vorbereiten müsst.
Höhle wieder abbauen: So klappt es ohne Drama
Manchmal ist der Abbau schwieriger als der Aufbau. Gerade wenn Kinder stolz auf ihre Höhle sind, möchten sie sie nicht sofort wieder hergeben.
Hilfreich ist es, vorher eine klare Abmachung zu treffen. Zum Beispiel: „Die Höhle darf bis nach dem Abendessen stehen bleiben.“ Oder: „Heute bleibt sie im Kinderzimmer, aber der Weg zur Tür muss frei sein.“
Wenn die Höhle besonders gelungen ist, könnt ihr ein Foto machen. Das macht den Abschied leichter und gibt den Kindern das Gefühl, dass ihr Werk nicht einfach verschwindet. Eine andere Möglichkeit: Ihr lasst einen kleinen Teil stehen. Aus der großen Höhle wird dann nur noch eine Leseecke oder ein Kuschelplatz.
Sicherheits-Check vor dem Spielen
Bevor die Kinder richtig loslegen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Höhle:
- Stehen Stühle und Tische stabil?
- Gibt es keine schweren Gegenstände, die herunterfallen können?
- Sind Kabel und Stolperfallen entfernt?
- Hängen keine langen Schnüre oder Schlaufen herunter?
- Wird keine Lampe heiß?
- Ist der Eingang groß genug?
- Kommt genug Luft hinein?
- Können kleine Kinder leicht wieder heraus?
- Sind Scheren, Cutter oder Kleinteile weggeräumt?
Niemals langweilig: Eine gute Höhle braucht nicht viel
Eine Kinderhöhle muss nicht perfekt aussehen. Sie muss auch nicht Pinterest-tauglich sein. Viel wichtiger ist, dass Kinder mitbauen, mitentscheiden und ihren eigenen kleinen Ort erschaffen dürfen.
Mit Decken, Kissen, Stühlen, Kartons und ein paar sicheren Lichtquellen entsteht zuhause schnell ein Abenteuer, das kaum etwas kostet und trotzdem lange in Erinnerung bleibt. Und das Beste: Jede Höhle sieht anders aus. Mal wird sie zur Leseecke, mal zum Piratenschiff, mal zum Kuschelnest und mal zur geheimen Basis. Genau das macht Höhlenbauen mit Kindern so schön.
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