Bowling zuhause klingt erst einmal nach einer Spielidee, für die man irgendetwas Besonderes braucht. Dabei stimmt genau das Gegenteil: Eine kleine DIY-Bowlingbahn lässt sich fast immer mit Dingen bauen, die ihr ohnehin zuhause habt.
Leere Flaschen, Plastikbecher, Dosen, Klopapierrollen, Kartons oder Bauklötze werden zu Kegeln. Ein weicher Ball wird zur Bowlingkugel. Und schon entsteht im Wohnzimmer, Flur oder Kinderzimmer ein Spiel, bei dem Kinder werfen, zählen, ausprobieren und gegeneinander oder miteinander spielen können.
Das Beste daran: DIY-Bowling ist schnell aufgebaut, leicht zu verstehen und lässt sich wunderbar an das Alter der Kinder anpassen.
Was braucht ihr für DIY-Bowling zuhause?
Für die einfachste Variante braucht ihr nur zwei Dinge:
- etwas, das als Kegel stehen kann
- einen Ball, der weich genug für drinnen ist
Dazu kommt am besten noch ein bisschen Platz im Flur, Wohnzimmer oder Kinderzimmer. Der Boden sollte frei sein, damit nichts Zerbrechliches im Weg steht und der Ball gut rollen kann.
Wenn ihr mögt, legt ihr außerdem Papier und Stift bereit, um Punkte zu zählen. Für kleinere Kinder reicht es aber auch völlig, einfach zu schauen, wie viele Kegel umfallen.
Diese Materialien eignen sich als Bowling-Kegel
Oft scheitert die schnelle Spielidee nicht daran, dass nichts da wäre – sondern daran, dass man im Moment nicht auf die naheliegenden Dinge kommt. Deshalb lohnt sich ein kleiner Blick durch Wohnung, Küche, Kinderzimmer oder Abstellkammer.
Leere Plastikflaschen
Plastikflaschen sind der Klassiker für DIY-Bowling. Sie stehen stabil, fallen gut um und machen dabei ein schönes Geräusch. Wenn sie zu leicht sind, könnt ihr etwas Wasser, Reis oder Sand einfüllen. Aber nur wenig – sonst werden sie zu schwer und kippen nicht mehr gut.
Besonders schön wird es, wenn ihr die Flaschen vorher bemalt, mit Papier umwickelt oder nummeriert. So sehen sie nicht mehr nach Pfandflaschen aus, sondern wie richtige Spielkegel.
Plastikbecher
Plastikbecher oder Mehrwegbecher eignen sich gut für kleinere Kinder. Sie sind leicht, fallen schnell um und lassen sich nach dem Spielen einfach stapeln. Ihr könnt sie einzeln aufstellen oder kleine Bechertürme bauen.
Für mehr Herausforderung stellt ihr die Becher weiter auseinander. Für jüngere Kinder dürfen sie enger zusammenstehen, damit schneller Erfolgserlebnisse entstehen.
Leere Dosen
Leere Konservendosen können ebenfalls als Kegel funktionieren. Sie fallen gut und klingen beim Umkippen deutlich lauter als Plastikflaschen. Achtet aber unbedingt darauf, dass keine scharfen Kanten vorhanden sind.
Dosen eignen sich eher für ältere Kinder oder für draußen. Drinnen können sie laut sein und auf empfindlichen Böden Spuren hinterlassen. Mit weichem Ball und Teppich darunter geht es entspannter.
Klopapierrollen oder Küchenrollen
Leere Klopapierrollen sind eine sehr leichte und ungefährliche Variante. Sie kippen schnell um und eignen sich besonders für kleine Kinder. Ihr könnt sie bemalen, mit Gesichtern versehen oder als kleine Monster-Kegel gestalten.
Küchenrollen sind höher und dadurch etwas schwieriger zu treffen. Wenn sie zu leicht umfallen, könnt ihr unten ein kleines Stück Papier hineinklemmen oder sie mit etwas Bastelpapier stabilisieren.
Bauklötze
Bauklötze oder Holzklötze funktionieren ebenfalls, wenn sie sicher stehen. Sie eignen sich gut, wenn ihr eine sehr kleine Bowlingbahn bauen wollt. Der Ball sollte dann weich sein, damit nichts kaputtgeht.
Mit Bauklötzen könnt ihr auch verschiedene Formen aufbauen: eine klassische Dreiecksform, eine Mauer oder einzelne Zielpunkte. So wird aus Bowling schnell ein kleines Geschicklichkeitsspiel.
Kleine Kartons
Leere Müslikartons, Versandkartons oder Verpackungen können als große Kegel oder Zielobjekte dienen. Sie sind besonders gut, wenn Kinder noch nicht so genau zielen können. Große Kartons machen das Spiel einfacher und sichtbarer.
Ihr könnt sie mit Zahlen bekleben oder daraus lustige Figuren machen. Zum Beispiel: Wer den Drachen-Karton trifft, bekommt drei Punkte.
Kuscheltiere als Ziele
Wenn es ganz weich und ruhig bleiben soll, könnt ihr auch Kuscheltiere aufstellen. Sie fallen nicht immer so deutlich um wie Flaschen, sind aber perfekt für kleinere Kinder oder empfindliche Räume.
Dann wird aus Bowling eher ein Zielspiel: Der Ball muss das Kuscheltier berühren oder aus einem markierten Feld schieben. Das ist sanfter, aber trotzdem spannend.
Welcher Ball eignet sich?
Der Ball sollte drinnen möglichst weich sein. Gut geeignet sind:
- Softball
- Stoffball
- kleiner Schaumstoffball
- zusammengerollte Socken
- leichter Gummiball
- kleiner Wasserball
- weicher Spielball
Eine zusammengeknotete Socke oder ein Sockenball funktioniert überraschend gut. Er rollt zwar nicht perfekt, aber genau das macht es manchmal lustiger. Außerdem ist er sehr sicher, wenn wenig Platz vorhanden ist.
Tennisbälle oder harte Bälle würde ich drinnen eher vermeiden, vor allem wenn Möbel, Pflanzen oder Glas in der Nähe sind.
Wo baut ihr die Bowlingbahn am besten auf?
Ein Flur ist oft ideal, weil er eine natürliche Bahn vorgibt. Auch ein freier Bereich im Wohnzimmer funktioniert gut. Auf Teppich rollt der Ball langsamer, auf glattem Boden schneller.
Markiert eine Startlinie mit Malerkrepp, einem Schal oder einem Stück Papier. Die Kegel stellt ihr in ein paar Metern Abstand auf. Für kleinere Kinder darf der Abstand kurz sein, ältere Kinder können weiter weg starten.
Achtet darauf, dass hinter den Kegeln nichts Zerbrechliches steht. Wenn der Ball weiterrollt, sollte er nicht direkt unter ein Regal oder gegen eine Vase knallen.
So stellt ihr die Kegel auf
Klassisch stellt ihr die Kegel in Dreiecksform auf:
- vorne 1 Kegel
- dahinter 2 Kegel
- dahinter 3 Kegel
- dahinter 4 Kegel
Das ergibt zusammen 10 Kegel – wie beim echten Bowling.
Für zuhause reichen aber auch 6 Kegel völlig aus:
- vorne 1
- dahinter 2
- dahinter 3
Für kleine Kinder könnt ihr die Kegel enger zusammenstellen. Für größere Kinder stellt ihr sie weiter auseinander oder baut Hindernisse ein.
Einfache Spielregeln für DIY-Bowling
Die Regeln sollten nicht kompliziert sein. Je klarer sie sind, desto schneller können Kinder loslegen.
Grundregel
Jedes Kind hat pro Runde zwei Würfe. Danach wird gezählt, wie viele Kegel umgefallen sind. Jeder umgeworfene Kegel zählt einen Punkt. Dann werden die Kegel wieder aufgestellt und das nächste Kind ist dran.
Beispiel
- Wurf: 4 Kegel fallen um
- Wurf: 2 weitere Kegel fallen um
- Ergebnis: 6 Punkte
Nach fünf Runden werden die Punkte zusammengezählt. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt – oder ihr spielt einfach so lange, wie alle Lust haben.
Regeln für jüngere Kinder
Bei kleineren Kindern sollte der Spaß wichtiger sein als die genaue Punktzahl. Gute Anpassungen sind:
- kürzerer Abstand
- größere Ziele
- mehr Würfe pro Runde
- Kegel enger zusammenstellen
- Ball rollen statt werfen
- Treffer zählen statt Punkte vergleichen
Ihr könnt auch sagen: „Ziel ist, alle Kegel gemeinsam umzuwerfen.“ Dann spielen die Kinder miteinander statt gegeneinander.
Regeln für ältere Kinder
Ältere Kinder mögen oft mehr Herausforderung. Dann könnt ihr Zusatzregeln einbauen:
- nur mit der schwächeren Hand rollen
- rückwärts werfen
- durch einen kleinen Tunnel rollen
- nur ein bestimmter Kegel zählt doppelt
- nummerierte Kegel bringen unterschiedliche Punkte
- wer alle Kegel trifft, bekommt einen Bonuspunkt
Besonders spannend wird es, wenn die Kegel Zahlen bekommen. Dann zählt nicht nur, wie viele umfallen, sondern welche.
Punkte zählen: einfache Varianten
Variante 1: Jeder Kegel zählt einen Punkt
Das ist die einfachste Lösung. Sie eignet sich für fast alle Altersgruppen und ist schnell erklärt.
Variante 2: Nummerierte Kegel
Ihr schreibt Zahlen auf die Kegel. Zum Beispiel von 1 bis 10. Fallen drei Kegel um, werden die Zahlen addiert. So wird das Spiel etwas kniffliger.
Variante 3: Farb-Punkte
Klebt farbige Punkte auf die Kegel:
- Blau = 1 Punkt
- Gelb = 2 Punkte
- Rot = 3 Punkte
Das ist übersichtlich und funktioniert auch für Kinder, die noch nicht sicher rechnen.
Variante 4: Team-Bowling
Alle spielen gemeinsam gegen eine Zielzahl. Zum Beispiel: „Schaffen wir zusammen 30 Punkte?“ Das nimmt den Wettkampf raus und passt gut, wenn Geschwister schnell streiten.
Kleine Ideen, damit DIY-Bowling besonderer wird
Ihr könnt aus dem einfachen Spiel mit wenig Aufwand eine liebevolle Aktion machen.
Kegel bemalen
Flaschen, Rollen oder Kartons können vorher bemalt werden. Daraus werden Monster, Tiere, Roboter oder kleine Bowlingfiguren. So beginnt das Spiel schon beim Basteln.
Eigene Bowlingbahn gestalten
Mit Malerkrepp könnt ihr eine Bahn auf den Boden kleben. Dazu kommt eine Startlinie und vielleicht ein kleiner Zielbereich. Das sieht sofort mehr nach echtem Spiel aus.
Turnierkarte schreiben
Auf einem Blatt notiert ihr die Namen und Runden. Kinder können selbst Punkte eintragen. Das macht das Spiel offizieller und übt nebenbei Zahlen.
Ansager spielen
Ein Kind oder Erwachsener kommentiert die Würfe wie beim Sport. „Und jetzt kommt der letzte Wurf der Runde!“ Das bringt Stimmung rein und sorgt oft für Gelächter.
Musik dazu
Mit fröhlicher Musik wird aus dem Bowling-Spiel ein kleines Wohnzimmer-Turnier. Zwischen den Runden kann sogar kurz getanzt werden.
Sicherheits-Tipps für Bowling zuhause
Damit nichts kaputtgeht und niemand sich weh tut, lohnt sich ein kurzer Check:
- nur weiche Bälle verwenden
- Glas, Pflanzen und Deko aus dem Weg räumen
- nicht auf Treppen oder in Türbereichen spielen
- Dosen nur ohne scharfe Kanten nutzen
- Abstand zu Fernseher und Fenstern halten
- nicht werfen, wenn jemand Kegel aufstellt
- jüngere Kinder lieber rollen lassen statt werfen
Wenn ihr wenig Platz habt, nehmt lieber einen Sockenball und leichte Ziele. Dann bleibt es entspannt.
DIY-Bowling draußen spielen
Wenn das Wetter passt, könnt ihr DIY-Bowling auch draußen aufbauen. Im Garten, Hof oder auf einer ruhigen Terrasse funktionieren Flaschen, Dosen oder Kartons besonders gut.
Draußen darf der Ball etwas kräftiger rollen und die Kegel dürfen lauter fallen. Achtet nur darauf, dass nichts auf die Straße rollt und kleine Kinder nicht hinter dem Ball herrennen.
Noch mehr Ideen gegen Langeweile zuhause
Wenn ihr noch mehr einfache Ideen sucht, was ihr heute mit Kindern machen könnt, findet ihr hier unseren großen Überblick: Was kann man heute machen? 67 Ideen für Familien.
Fazit: DIY-Bowling geht fast immer
DIY-Bowling ist eine dieser Ideen, die schnell funktionieren, wenig kosten und trotzdem richtig Spaß machen. Ihr braucht keine echte Bowlingbahn und kein spezielles Spielzeug. Leere Flaschen, Becher, Rollen, Kartons oder Kuscheltiere reichen oft völlig aus.
Mit einfachen Regeln, einem weichen Ball und ein bisschen Platz wird daraus ein kleines Spiel für zwischendurch. Und wenn die Kinder die Kegel vorher bemalen oder nummerieren dürfen, fühlt es sich direkt noch persönlicher an.
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