Start Ernährung Langzeitstillen – zwischen Freude und Scham

Langzeitstillen – zwischen Freude und Scham

Sein Baby zu Stillen und somit mit Muttermilch zu Füttern, gehört für viele Mütter wie selbstverständlich zum Leben mit Kind dazu. Doch wird ein Baby länger als 12 Monate gestillt, müssen sich viele Mütter für ihre Entscheidung rechtfertigen und brechen damit ein gesellschaftliches Tabu. Kaum ein Thema führt zu solch großen Diskussionen, wie das Langzeitstillen.

Was ist Langzeitstillen?

Für die meisten Frauen beginnt das Langzeitstillen bereits, wenn ein Baby länger als 12 Monate gestillt wird. Was jedoch wirklich „lang“ bedeutet, ist nicht genau definiert und scheint von Mutter zu Mutter unterschiedlich zu sein. Die meisten Babys werden 6-10 Monate gestillt, doch was spricht dagegen ein Kind noch mit 20 Monaten zu stillen? Mütter selbst fühlen sich als Langzeitstillende, wenn sie kein gleichaltriges Kind mehr kennen, das gestillt wird oder sie sich rechtfertigen müssen, weil sie ihr Kind „immer noch“ stillen.

Stillen – das natürlichste der Welt

Das eigene Kind mit Muttermilch zu füttern und somit zu stillen, ist für viele das natürlichste der Welt. Nicht nur, dass es erwiesenermaßen das gesündeste ist, es ist bequem und stärkt die Mutter-Kind-Bindung. Für Milliarden Mütter vor unserer Generation, war stillen die einzige Möglichkeit ihr Kind zu ernähren. In der Zeit der Fertigmilchnahrungen müssen sich stillende Mütter immer häufiger rechtfertigen. Vom Stillen in der Öffentlichkeit wollen wir erst gar nicht reden. Sein Kind länger als ein Jahr zu stillen, scheint für die Gesellschaft nicht nur ein Tabuthema zu sein, nein – es wird als völlig „unnormal“ betitelt und erntet stets Kritik.

Ist Langzeitstillen gesund?

Die Erkenntnisse der neuesten Langzeitstudien konnten belegen, dass Langzeitstillen keinerlei negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Stillkindes hat. Ganz im Gegenteil, langes Stillen versorgt die Kleinen neben der Beikost mit zusätzlichem Eiweiß, Kalzium und verschiedenen Vitaminen und Spurenelementen. Desweiteren enthält die Muttermilch auch im zweiten Lebensjahr der Kinder, wichtige Antikörper und Abwehrzellen. Diese schützen die Kleinen weiterhin vor Infekten. Sicher ist ebenfalls, dass das Langzeitstillen das Risiko für späteres Übergewicht, Asthma und Allergien senkt.

Das „Problem“ ist die Gesellschaft

Obwohl kaum etwas gegen, vieles aber für längeres Stillen spricht, müssen sich Langzeitstillende nicht selten mit Vorurteilen herumschlagen.Das Außenstehende langes Stillen als befremdlich empfinden, liegt wahrscheinlich meist an der Sexualisierung der weiblichen Brust.  Das führt dazu, dass Mütter es – vor allem bei älteren Kindern – kaum noch wagen, diese in der Öffentlichkeit zu stillen. Denn das wird all zu oft als abstoßend empfunden und erntet regelmäßige Kritik.

Die Unterstützung der Familie ist ein wichtiger Bestandteil

Viele Väter sind stolz darauf, dass ihre Partnerin das Baby lange stillen kann. Mit dem selbstbewussten Satz „Tja, wer hat, der hat!“ unterstützen sie ihre Frau und reagieren so auf Kritik von anderen. Doch auch das Gegenteil erleben viele Mütter. Väter, die Eifersüchtig auf ihre Babys reagieren, weil diese die Brust „in Beschlag“ nehmen, sind ebenfalls keine Seltenheit. Doch auch bei anderen Müttern, Freundinnen oder der Schwiegermutter müssen sich Langzeitstillende immer wieder behaupten und erklären. Dabei ist der Rückhalt der Familie und von Freunden wichtig, um ohne Scham und mit viel Freude das eigene Bauchgefühl und die Entscheidung für das lange Stillen durchzusetzten und zu praktizieren.

Welche Stilldauer wird empfohlen

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Eine Begrenzung der Stilldauer empfehlen heute weder die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) oder die Nationale Stillkommission der Bundesregierung, noch die WHO oder die meisten Ärzteverbände.

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