Baby wird an Brust gestillt
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Unseren Müttern wurde früher beigebracht, dass man Babys alle vier Stunden die Brust oder die Flasche gibt. Hatte das Baby schon nach zwei Stunden wieder Hunger, wurde es lediglich mit Tee oder Wasser besänftigt. Die nächste Milchmahlzeit gab es dann erst wiederum zwei Sunden später. Also insgesamt vier Stunden nach der letzten Mahlzeit. So lehrten es die Säuglingsschwestern und Hebammen. Heute ist das in dieser Form längst überholt. Babys werden nach Bedarf gefüttert. Nicht mehr die Uhr bestimmt, wann Babys essen dürfen, sondern ihr Bedürfnis nach Nahrung, Nähe und Geborgenheit.

Der Nahrungsbedarf des Babys

Neugeborene haben ein sehr kleines Magenvolumen und einen nicht vollständig ausgereiften Darmtrakt. In den ersten Wochen nach der Geburt kann ein Baby daher nur 30 bis höchstens 100 ml pro Mahlzeit trinken. Die Milch wird schnell verdaut und so ist es nicht verwunderlich, dass ein Säugling bereits nach zwei Stunden wieder einen leeren Magen hat. Im Zuge dessen kündigt das Baby nun also seinen erneuten Bedarf nach Nahrung an. Früher hätte das Kind keine Nahrung erhalten – auch nicht, wenn es vor Hunger bitterlich geweint hätte. Heute wissen wir es zum Glück besser.

Essen ist für Babys nicht nur Nahrungsaufnahme

Das Stillen oder Flasche geben bedeutet für Säuglinge dabei weitaus mehr, als reine Nahrungsaufnahme. Während des Fütterns befriedigen sie ihr Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit. Die Bindung zwischen Eltern und Kind wird gestärkt und das Urvertrauen gefestigt. Die Sicherheit, die das Baby durch die Fütterung nach Bedarf erhält, ist entscheidend für seine Entwicklung. Das Vertrauen darauf, dass die wichtigsten Bedürfnisse zu jederzeit erfüllt werden, und die Gewissheit stets „gehört“ zu werden, lässt Kinder gesund wachsen und gedeihen.

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Nach Bedarf zu füttern macht Babys nicht dick

Beim Stillen, sowie beim Füttern mit der Flasche von Pre-Nahrung, sollte immer der Bedarf des Kindes den Zeitpunkt festlegen. Ein Überfüttern ist praktisch nicht möglich. Sollte das Baby doch einmal zu viel – bzw. mehr – getrunken haben, als der Magen fassen kann, wird dieses postwendend den Weg zurück finden. Keine Sorge, das leichte Erbrechen nach dem Füttern (beispielsweise nach dem Bäuerchen) ist harmlos. Es dient schlicht dazu, den Magen und den Darm nicht zu überlasten. Sollte das Baby jedoch schwallartig und nach jeder Mahlzeit Erbrechen, sollte tatsächlich ein Kinderarzt zu Rate gezogen werden.

Der Mythos, dass nach Bedarf gefütterte Babys dick werden, ist absolut falsch. Der Körper eines Babys legt zu bestimmten Zeiten Fettreserven an. Beispielsweise kurz vor Wachstums- und Entwicklungsschüben. Oder für eventuelle Krankheitsphasen. Denn die Reserven werden dann vom Körper als nötige Energie angezapft.

Auf dem Weg zu den ersten festen Mahlzeiten

In der Regel pendelt sich in den ersten sechs Lebensmonaten ein gewisser Rhythmus bei den Mahlzeiten ein. Zwar kann man nicht die Uhr danach stellen, aber die meisten Babys entwickeln mit der Zeit eigene Abstände von Mahlzeit zu Mahlzeit. In der Regel trinken sie dann alle 3-4 Stunden ihre Milch.

(Bild: © Halfpoint / Adobe Stock)

Mit der Einführung der Beikost kommt es dann zu den ersten zeitlich festgelegten Mahlzeiten. Das Mittagessen um 12 Uhr vor dem Mittagsschlaf, oder den Milchbrei zum Abendessen. Dies ist ein wichtiger Schritt, hin zum späteren Essverhalten der Kinder. Jedoch ist die Beikost nur ein kleiner Teil der Ernährung im ersten Lebensjahr. Weiterhin ist die Milch das Hauptnahrungsmittel und sollte bis zum Abstillen bzw. Absetzen der Flaschennahrung nach Bedarf gefüttert werden.


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