Wer und was sind die Eisheiligen? Für Kinder erklärt:

Kinderfragen

von Torsten Esser Profil Autorenbild-150x150Torsten Esser
Die Eisheiligen - Kirchblüten im SchneePin


Kinder stellen oft die besten Fragen. Besonders aufregend für uns Eltern wird es jedoch immer dann, wenn wir uns selbst an das Internet wenden müssen, um eine sehr dringende Frage unserer Kinder zu beantworten. Eine dieser Fragen, die ich wirklich nicht spontan beantworten konnte, ohne mit Halbwissen zu glänzen, war die nach den Eisheiligen. Wer und was sind eigentlich die Eisheiligen? Die Antwort findet ihr hier.

Wer sind die Eisheiligen?

Die Eisheiligen sind fünf Heilige der katholischen Kirche, nach denen die Tage vom 11. bis zum 15. Mai benannt sind. Diese Frühlings-Tage sind dafür bekannt, dass es in dieser Zeit oft noch einmal richtig kalt wird. Auch wenn es vorher schon einmal mollig warm war. Die fünf Eisheiligen sind Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia.

Das sind die fünf Eisheiligen

1.1 Mamertus

Mamertus ist der erste der Eisheiligen und sein Gedenktag ist der 11. Mai. Er war der Erzbischof von Vienne (Frankreich) und wurde um 400 n. Chr. in Lyon geboren. Mamertus war für seine Wundertaten bekannt und führte die drei sogenannten Bittgänge ein, die bis heute vor Christi Himmelfahrt ausgeübt werden.

1.2 Pankratius

Pankratius ist der zweite der Eisheiligen und sein Gedenktag ist der 12. Mai. Er wurde um 289 in Phrygien (das liegt in der heutigen Türkei) geboren und wurde mit nur 14 Jahren in Rom ermordet. Pankratius half verfolgten Christen mit seinem ererbten Vermögen und weigerte sich öffentlich, seinen Glauben aufzugeben.

1.3 Servatius

Servatius ist der dritte der Eisheiligen und sein Gedenktag ist der 13. Mai. Er war der erste bezeugte Bischof von Tongern (Belgien) und spielte eine wichtige Rolle bei mehreren Konzilien. Servatius wurde vermutlich um 340 n. Chr. geboren und starb wahrscheinlich um 384 in Maastricht (Niederlande).

1.4 Bonifatius

Bonifatius ist der vierte der Eisheiligen und sein Gedenktag ist der 14. Mai. Er wurde in Rom geboren und starb wahrscheinlich um 306 in Tarsus. Bonifatius trat dem christlichen Glauben bei, nachdem er miterlebt hatte, wie Christen unter der Herrschaft von Kaiser Galerius verfolgt, gefoltert und getötet wurden.

1.5 Sophia von Rom

Sophia von Rom, auch bekannt als die kalte Sophie, ist die letzte der Eisheiligen und ihr Gedenktag ist der 15. Mai. Über sie ist nicht viel bekannt, außer dass sie vermutlich um 304 n. Chr. als junge Märtyrerin während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian starb.

Warum werden die Eisheiligen “Eisheilige” genannt?

Die Eisheiligen haben ihren Namen nicht aufgrund ihrer persönlichen Eigenschaften oder Taten erhalten. Tatsächlich haben die Heiligen selbst nichts mit der Kälte zu tun. Ihre Gedenktage fallen jedoch zufällig auf diese besonderen Tage im Frühjahr, an denen es oft noch einmal ziemlich frisch werden kann. Dies hat dazu geführt, dass sie als “Eisheilige” bekannt wurden.

Was bedeutet die Zeit der Eisheiligen für die Landwirtschaft?

Die Zeit der Eisheiligen spielt eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft. Bauern und Gartenliebhaber sollten ihre Saat nicht vor dem 15. Mai, dem Tag der Heiligen Sophia und dem letzten Tag der Eisheiligen, pflanzen. Wenn man sein Gemüse früher pflanzt, besteht die Gefahr, dass die Saat durch den Frost der Eisheiligen zerstört wird. Erst nach dem 15. Mai kann man relativ sicher davon ausgehen, dass die Pflanzen vor Nachtfrost geschützt sind.

Gibt es immer Kälte während der Eisheiligen?

Dass es jedes Jahr während der Zeit der Eisheiligen zwischen dem 11. und 15. Mai kalt wird, ist nicht sicher. Die warmen Tage im Mai werden oft von kalten Tagen unterbrochen. Dies liegt an der kalten Luft, die im Mai schubweise zu uns herüberweht. Man kann jedoch nicht sagen, dass die kalten Tage nur während der Eisheiligen auftreten – manchmal treten sie auch früher oder später auf. Denn auch im Mai ist Wetter eben Wetter.

Das typischste Bild, das man während des plötzlichen ‘Früjahrsfrost’ aufnehmen kann, haben wir oben im Beitrag als Titelbild eingefügt. Denn verschneite Kirchblüten machen besonders deutlich, dass der Frühling eigentlich in voller Fahrt ist. Und dann kommt noch einmal ein kurzer eisiger Frost, der solche Fotos möglich macht.

Reime und Bauernregeln

Aus den Eisheiligen haben sich im Laufe der Zeit viele Reime und Bauernregeln entwickelt, die bis heute überliefert sind. Eine dieser Bauernregeln lautet: “Pflanze nie vor der kalten Sophie”. Diese Regel gilt bis heute und dient Bauern und Hobbygärtnern als Orientierungshilfe für die Aussaat ihrer Pflanzen.


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