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Dopplerbefund einfach erklärt

Notching in der Schwangerschaft: Was der Befund im Mutterpass bedeutet

Notching in der Schwangerschaft: Was der Befund im Mutterpass bedeutet

Wenn bei der Doppler-Untersuchung plötzlich das Wort Notching fällt oder im Befund etwas wie „Notch“, „A. uterina“, „bds.“ oder „erhöhter Widerstand“ steht, ist die Verunsicherung oft riesig. Viele werdende Mamas fragen sich sofort: Wird mein Baby gut versorgt? Ist das gefährlich? Muss ich jetzt etwas tun?

Erst einmal: Ein Notching ist nicht automatisch ein Notfall. Es ist ein Hinweis aus der Doppler-Untersuchung, den eure Ärztin oder euer Arzt im weiteren Verlauf einordnet und kontrolliert. Entscheidend ist dabei unter anderem, ob der Befund einseitig oder beidseitig auftritt, in welcher Schwangerschaftswoche er festgestellt wurde – und wie sich euer Baby weiter entwickelt.

Kurz gesagt: Was bedeutet Notching?

Notching bezeichnet eine kleine Einkerbung in der Blutflusskurve einer Gebärmutterarterie. Diese Gefäße heißen medizinisch Arteriae uterinae und versorgen die Gebärmutter und damit indirekt auch die Plazenta.

Beim Doppler-Ultraschall wird sichtbar, wie das Blut durch diese Gefäße fließt. Zeigt sich dabei eine Kerbe in der Kurve, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einem Notch oder Notching.

Das bedeutet: Das Blut fließt nicht ganz so widerstandslos durch das Gefäß, wie man es idealerweise erhoffen würde. Es kann also ein Hinweis auf einen erhöhten Gefäßwiderstand sein.

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Wichtig ist aber: Ein Notching bedeutet nicht automatisch, dass euer Baby akut schlecht versorgt ist. Es ist zunächst ein Befund, der beobachtet und im Gesamtbild bewertet wird.

Was ist die Arteria uterina?

Die Arteria uterina ist eine Gebärmutterarterie. Genau genommen gibt es sie auf beiden Seiten: links und rechts. Diese Blutgefäße spielen in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle, weil sie die Gebärmutter und die Plazenta mit Blut versorgen.

Über die Plazenta bekommt euer Baby Sauerstoff und Nährstoffe. Deshalb schauen Ärztinnen und Ärzte bei bestimmten Untersuchungen genau hin, ob die Durchblutung gut funktioniert.

Beim Doppler-Ultraschall wird nicht nur ein Bild gemacht, sondern auch der Blutfluss gemessen. So lässt sich erkennen, ob das Blut leicht fließt oder ob es auf mehr Widerstand trifft.

Warum entsteht ein Notching in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft verändert sich die Durchblutung der Gebärmutter stark. Die Gefäße müssen sich anpassen, damit die Plazenta gut versorgt wird und euer Baby wachsen kann.

Ein Notching kann darauf hinweisen, dass diese Anpassung noch nicht vollständig abgeschlossen ist – oder dass der Widerstand in einem Gefäß erhöht bleibt. Vor allem im früheren Verlauf der Schwangerschaft, kann sich so ein Befund noch verändern.

Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto genauer wird geschaut, ob das Notching bestehen bleibt und ob es weitere Hinweise gibt, zum Beispiel:

  • ein eher kleines Baby
  • auffällige Wachstumswerte
  • erhöhter Blutdruck bei der Mutter
  • Eiweiß im Urin
  • auffällige Dopplerwerte an anderen Gefäßen
  • Hinweise auf eine Plazentainsuffizienz

Deshalb wird ein Notching nicht isoliert betrachtet, sondern immer zusammen mit allen anderen Befunden.

Wie steht Notching im Mutterpass oder im Arztbrief?

Der Befund kann unterschiedlich formuliert sein. Häufig tauchen im Mutterpass, im Ultraschallbericht oder im Arztbrief Begriffe und Abkürzungen auf wie:

BegriffBedeutung
Notcheinzelne Einkerbung in der Doppler-Kurve
Notchingenglischer Begriff für das Auftreten eines Notch
A. uterinaArteria uterina, also Gebärmutterarterie
Aa. uterinaebeide Gebärmutterarterien
links / rechtsNotching auf einer Seite
bds.beidseits, also links und rechts
unilateraleinseitig
bilateralbeidseitig
erhöhter WiderstandBlutfluss trifft auf mehr Gefäßwiderstand
PI / RIMesswerte, mit denen der Widerstand im Blutfluss beurteilt wird

Wenn ihr den Befund nicht versteht, lasst ihn euch unbedingt erklären. Gerade bei Dopplerwerten ist es völlig normal, dass man als Laie erst einmal nur Bahnhof versteht.

Einseitiges Notching: Was bedeutet das?

Ein einseitiges Notching bedeutet, dass nur auf einer Seite eine Einkerbung in der Flusskurve gesehen wurde, also zum Beispiel links oder rechts.

Das klingt zwar beunruhigend, ist aber häufig weniger kritisch, als ein beidseitiger Befund. Vor allem, wenn euer Baby zeitgerecht wächst, die übrigen Dopplerwerte unauffällig sind und euer Blutdruck normal bleibt, wird meist erst einmal kontrolliert und beobachtet.

Möglich ist zum Beispiel, dass die Plazenta eher auf einer Seite liegt und die Durchblutung deshalb dort anders aussieht. Die genaue Einordnung kann aber nur eure Frauenärztin, euer Frauenarzt oder eine Praxis für Pränataldiagnostik übernehmen.

Wichtig ist: Auch ein einseitiger Befund sollte nicht ignoriert werden. Er ist aber nicht automatisch gleichbedeutend mit einer akuten Gefahr.

Beidseitiges Notching: Warum wird dann genauer kontrolliert?

Bei einem beidseitigen Notching zeigt sich der Befund an beiden Gebärmutterarterien. Das wird meist aufmerksamer beobachtet, weil das Risiko für bestimmte Schwangerschaftskomplikationen erhöht sein kann.

Dazu gehören vor allem:

  • Wachstumsverzögerung beim Baby
  • Plazentainsuffizienz
  • erhöhter Blutdruck in der Schwangerschaft
  • Präeklampsie
  • selten auch eine frühere Geburt, wenn die Versorgung nicht mehr ausreichend ist

Das bedeutet aber nicht, dass all das passieren muss. Ein beidseitiges Notching ist ein Risikohinweis, keine sichere Vorhersage.

Viele Schwangerschaften verlaufen trotz auffälligem Doppler weiter stabil. Entscheidend ist, wie sich euer Baby entwickelt, wie eure Blutdruckwerte aussehen und ob sich weitere Auffälligkeiten zeigen.

Bedeutet Notching, dass mein Baby unterversorgt ist?

Nicht automatisch.

Ein Notching kann ein Hinweis darauf sein, dass die Durchblutung der Gebärmuttergefäße nicht ideal ist. Ob euer Baby tatsächlich zu wenig versorgt wird, lässt sich aber nicht allein an diesem einen Wort festmachen.

Dafür schauen Ärztinnen und Ärzte auf mehrere Dinge:

  • Wie groß und schwer wird das Baby geschätzt?
  • Wächst es entlang seiner Kurve weiter?
  • Wie sehen die Dopplerwerte der Nabelschnur aus?
  • Wie ist die Fruchtwassermenge?
  • Wie ist der Blutdruck der Mutter?
  • Gibt es Eiweiß im Urin?
  • Gibt es Beschwerden oder Warnzeichen?
  • Wie aktiv ist das Baby?

Wenn euer Baby zeitgerecht wächst und die übrigen Werte gut sind, kann ein Notching erst einmal einfach ein Grund für engmaschigere Kontrollen sein.

Kann ein Notching wieder verschwinden?

Ja, das ist möglich. Vor allem wenn der Befund früher in der Schwangerschaft festgestellt wird, kann sich die Durchblutung im weiteren Verlauf noch verbessern.

Ob das bei euch wahrscheinlich ist, hängt aber von der Schwangerschaftswoche, den genauen Messwerten und dem Gesamtbefund ab. Deshalb ist es wichtig, Kontrolltermine wahrzunehmen und nicht nur nach dem Begriff „Notching“ zu googeln.

Das Internet zeigt oft die schlimmsten Erfahrungsberichte zuerst. Eure persönliche Situation kann aber ganz anders aussehen.

Welche Kontrollen können nach einem Notching-Befund folgen?

Je nach Befund kann eure Ärztin oder euer Arzt zusätzliche Kontrollen empfehlen. Dazu können gehören:

  • erneuter Doppler-Ultraschall
  • Wachstumskontrolle des Babys
  • Kontrolle der Nabelschnurdurchblutung
  • Kontrolle weiterer kindlicher Gefäße
  • Blutdruckmessungen
  • Urinkontrollen
  • engmaschigere Vorsorge
  • Überweisung zur Feindiagnostik oder Pränataldiagnostik

Oft geht es dabei nicht darum, dass direkt etwas Dramatisches passiert, sondern darum, Veränderungen früh zu erkennen. Gerade das ist bei solchen Befunden ein Vorteil: Wenn ein Risiko bekannt ist, kann die Schwangerschaft genauer begleitet werden.

Was kann ich selbst tun?

Das Wichtigste ist: Haltet die empfohlenen Kontrolltermine ein und fragt nach, wenn ihr etwas nicht versteht. Außerdem hilfreich:

  • Blutdruck kontrollieren, wenn es euch empfohlen wurde
  • auf Kindsbewegungen achten
  • Warnzeichen ernst nehmen
  • nicht rauchen
  • ausreichend trinken
  • euch nicht körperlich überfordern
  • keine Medikamente eigenmächtig einnehmen
  • bei Unsicherheit lieber einmal mehr in der Praxis anrufen

Bitte beginnt niemals selbstständig mit ASS, Blutverdünnern, Nahrungsergänzungen oder anderen Medikamenten. Solche Entscheidungen gehören immer in ärztliche Hände.

Wird Notching behandelt?

Ein Notching selbst ist kein „Krankheitsbild“, das man direkt wegbehandelt. Behandelt werden mögliche Folgen oder Begleitprobleme, zum Beispiel Bluthochdruck, eine beginnende Präeklampsie oder eine auffällige kindliche Entwicklung.

Manchmal wird Schwangeren bei bestimmten Risiken ASS verordnet. Das gilt aber nicht pauschal für jede Schwangere mit Notching und sollte niemals ohne ärztliche Rücksprache passieren.

In vielen Fällen besteht die wichtigste Maßnahme schlicht darin, Mutter und Baby genauer zu überwachen.

Wann sollte ich sofort ärztlich abklären lassen?

Bitte meldet euch zeitnah in der Praxis, im Kreißsaal oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst, wenn ihr zusätzlich zum Notching-Befund eines dieser Warnzeichen bemerkt:

  • starke Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Schmerzen im rechten Oberbauch
  • plötzlich starke Wassereinlagerungen
  • deutlich erhöhter Blutdruck
  • starke Übelkeit oder Krankheitsgefühl
  • Blutungen
  • Fruchtwasserabgang
  • deutlich weniger Kindsbewegungen
  • starke Bauchschmerzen oder regelmäßige Wehen

Das bedeutet nicht, dass sofort etwas Schlimmes sein muss. Aber solche Symptome sollten in der Schwangerschaft grundsätzlich lieber zügig abgeklärt werden.

Welche Fragen sollte ich meiner Ärztin oder meinem Arzt stellen?

Wenn ihr mit dem Begriff Notching nach Hause geschickt wurdet und nun unsicher seid, helfen konkrete Fragen. Zum Beispiel:

  • Ist das Notching einseitig oder beidseitig?
  • In welcher Arterie wurde es gesehen?
  • Sind PI oder RI erhöht?
  • Wie wächst mein Baby aktuell?
  • Ist die Nabelschnurdurchblutung unauffällig?
  • Wie ist die Fruchtwassermenge?
  • Muss mein Blutdruck engmaschiger kontrolliert werden?
  • Wann ist die nächste Doppler-Kontrolle sinnvoll?
  • Ab welchen Symptomen soll ich mich sofort melden?
  • Muss ich mich körperlich schonen?
  • Gibt es für mich eine Empfehlung zu ASS oder anderen Medikamenten?

Schreibt euch die Fragen ruhig vorher auf. In der Untersuchungssituation ist man oft aufgeregt und vergisst genau das, was man eigentlich wissen wollte.

FAQ: Häufige Fragen zu Notching in der Schwangerschaft


Fazit: Notching ernst nehmen, aber nicht sofort in Panik geraten

Ein Notching-Befund klingt erst einmal beunruhigend. Verständlich. Schließlich geht es um die Versorgung eures Babys.

Trotzdem ist wichtig: Notching ist zunächst ein Hinweis aus der Doppler-Untersuchung. Es bedeutet nicht automatisch, dass euer Baby akut gefährdet ist. Entscheidend ist das Gesamtbild aus Schwangerschaftswoche, einseitigem oder beidseitigem Befund, Wachstum, Blutdruck, Fruchtwasser und weiteren Dopplerwerten.

Nehmt Kontrolltermine ernst, stellt eure Fragen und lasst euch den Befund erklären. Genau dafür ist die Vorsorge da: Risiken früh erkennen, Mutter und Baby gut begleiten und rechtzeitig reagieren, wenn es nötig wird.


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