Das erste große Fest im Leben eines Kindes, ist in den meisten Fällen die Taufe. Die Aufnahme in die christliche Gemeinde wird oft groß gefeiert und bedeutet für uns Eltern jede Menge Organisation. Neben dem geschicktesten Termin, muss die Location passen, darf bloß niemand aus Versehen keine Einladung erhalten, und der Gottesdienst kann in vielen Fällen auch noch mitgestaltet werden. Da einen klaren Kopf zu bewahren, und den Überblick nicht zu verlieren, ist nicht ganz so einfach. Doch mit ein paar kleinen Tipps, gelingt euch diese erste große Aufgabe mit Bravour.

Tauftermin und Uhrzeit planen

Ihr habt euch also dazu entschieden, euren kleinen Liebling taufen zu lassen. Der nächste absolut essentielle Schritt ist nun die Wahl des perfekten Tauftermins. Denn immerhin sollte keine wichtige Person in Urlaub sein, und auch die Vorlaufzeit muss ausreichend sein, um alle weiteren Vorbereitungen ganz in Ruhe abarbeiten zu können. Mögliche Termine erfragt ihr ganz einfach im Pfarramt. Die meisten Pfarren richten Taufen meist lediglich Freitags bzw. Samstags aus. Die Auswahl möglicher Daten beschränkt sich also oft auf diese Tage.

Tauftermin festlegen - Kalender und christliches Kreuz
Ohne Termin keine Taufe –
alle Gäste unter einen Hut zu bekommen, ist eine sensible Aufgabe.
(Bild: © Comugnero Silvana / Fotolia)

Tipp: Ein Samstag ist sicherlich (wenn möglich) die bessere Wahl. Die meisten Taufgäste müssen an diesem Tag nicht arbeiten. Einerseits also aus rein terminlichen Gründen die handzahmere Lösung, aber auch die innere Ruhe der Gäste ist spürbar intensiver, wenn sie nicht gehetzt von der Arbeit zur Feier eilen müssen.

Gästeliste – Räumlichkeiten – Einladungen

Wenn Termin und Uhrzeit stehen, ist das Fundament der Tauffeier schon gegossen. Jetzt geht die Planung aber stramm weiter. Wo möchtet ihr mit Familie und Freunden feiern? Eine wichtige Entscheidung – denn je nach Gästeliste kann mancher Ort vielleicht einfach nicht passen:

Gästeliste:

Somit hat die Gästeliste an diesem Punkt absoluten Vorrang. Denn nur wenn man weiß, wie viele Menschen zu einer Feier kommen werden, kann man die Räumlichkeiten dementsprechend planen. Wie weit man den Radius für eine Taufe in der Familie und im Freundeskreis zeichnen möchte, bleibt am Ende natürlich jedem Elternpaar selbst überlassen. Die einen mögen eher den Gedanken einer ganz intimen Feier mit Paten und Großeltern – generell dem engen Kreis der Familie. Andere Paare haben vielleicht das dringende Bedürfnis, zumindest den engeren Freundeskreis mit zur Taufe einzuladen.

Beide Fälle sind absolut legitim – dabei gibt es kein Richtig oder Falsch. Lediglich eine Reizüberflutung der eigentlichen Taufe sollte vermieden werden. Denn da ist ja auch noch das Baby …

Räumlichkeiten:

Mit der finalen Gästeliste kann man sich nun auf die Suche nach einer geeigneten Räumlichkeit begeben. Bei einer eher intimen Feier, werden einige Täuflings-Eltern sicherlich schon in den eigenen vier Wänden fündig. Aber auch hier kann es gute Gründe geben, um die Feier dann doch noch an einen externen Ort zu verlegen. Werden viele Kinder kommen, kann es gut sein, dass die eigene Wohnung vollkommen unpassend ist. Denn auch, wenn alle zum Essen an den Tisch passen, ist vielleicht nicht genügend Platz, damit die Kinder sich ein wenig austoben können.

Ein weiterer wichtiger Punkt, welcher an die Gästeliste geknüpft ist: gibt es vielleicht ältere Gäste, die nicht mehr gut Treppen steigen können, oder auf einen Rollstuhl- bzw. Rollator- befahrbaren Zugang angewiesen sind?

Nicht zuletzt sollte man bedenken, dass es auch bei einer Tauffeier bis in die späteren Stunden gemütlich werden kann. Wie ist das Verhältnis zu den Nachbarn? Kann das Ärger geben? Im Zweifelsfall sollte man nicht das eigene Zuhause wählen, um wirklich ungestört den Tag genießen zu können.

Einladungen:

Ist auch die Entscheidung über die passende Räumlichkeit gefallen, geht es an die Einladungen. Ein unglaublich wichtiger Teil der Vorbereitungen auf eine Taufe. Denn eine Einladung zu solch einer Feier, sollte all das widerspiegeln, was man mit seinem Kind und dem ersten Sakrament verbindet.

Wenn man bedenkt, dass solche Karten auch noch nach Jahrzehnten in gut behüteten Erinnerungskisten wieder gefunden werden, ist es schon eine verantwortungsvolle Aufgabe, zeitlosen Geist und Individualität zu knüpfen. 

Da sich über Geschmäcker nicht streiten lässt, legen wir euch die Bildersuche von Google ans Herz, um eine Idee davon zu bekommen, wie man eine Einladung gestalten könnte. Auch der persönliche Ansatz mag vollkommen unterschiedlich sein. Denn sicherlich wird jemand mit Bastelgeschick gerne selbst Hand anlegen. Wer sich das nicht zutraut, oder lieber einen edleren Touch bevorzugt, hat dabei die Möglichkeit, Einladungskarten drucken zu lassen.

Neben einem schicken „Layout“ ist allerdings der Text die Seele eines jeden Schriftstücks. Auch hier darf man gerne in seinen eigenen Worten in die Tiefe gehen. Mama und Papa werden im Laufe der Jahre noch oft das Wort für ihren Liebling ergreifen. Warum also nicht bei einer Taufeinladung? Aber auch hier findet man unglaublich tolle Anregungen im Netz, welche man für sich adaptieren kann.

Das Festessen: solide und besonders

Worauf freuen wir uns alle am meisten, wenn wir zu einer Feier gehen? Richtig: das Essen! Kommen wir also zum zweiten emotionalen Höhepunkt (nach der eigentlichen Taufe des Kindes) – dem Festessen. 

Optische Höhepunkte bei der Tischdeko
Kleine optische Akzente der Tischdeko geben dem Anlass eine besonders edle Note.
(Bild: © exclusive-design / Fotlia)

Wir alle sind schon auf den unterschiedlichsten Feiern zu Gast gewesen – und haben dort gespeist. Auch hier sind kulinarische Geschmäcker naturgemäß vollkommen unterschiedlich gelagert. Aber eine ultimative Regel gibt es für eine gelungene Bespeisung: Wer es schafft, eine Mischung aus traditionellen Speisen und raffinierten Neuheiten auf den Tisch zu bringen, hat am Ende gewonnen.

Der Anteil der „soliden“ Küche sättigt jung und alt. Die Lust am Essen wird dabei jedoch erst durch kleine optische und geschmackliche (oder auch duftende) Einwürfe geweckt, und hinterlässt eine angenehme Nachhaltigkeit.

Anregung: Wer einen traditionellen Braten auf den Tisch bringt, wird gerne verschiedene Beilagen servieren wollen. So kann man beispielsweise Knödel oder Pürees – welche ja auch eher traditionell sind – durch die Verarbeitung diverser Gemüsesorten in ungewöhnlicher Färbung auftischen.

Püree in verschiedenen Farben
Verschiedene Pürees in unterschiedlichen Farben machen Lust aufs Schlemmen. (Bild: © PhotoKD / Fotolia)

In welcher Küche das Essen entsteht, entscheidet dabei natürlich auch die Räumlichkeit der Feier. Wobei man eigentlich davon abraten sollte, sich dem Stress des Kochens auszusetzen, wenn man die Taufe genießen möchte. Wer in einen Restaurant feiert, wird diese Wahl natürlich nicht haben. Grundsätzlich ist ein erfahrener Caterer immer eine gute Entscheidung.

Weitere Tipps:

  • Viele Caterer können neben dem eigentlichen Essen auch Geschirr und Gläser zur Verfügung stellen. An diesem Punkt erspart man sich dann (ob zu Hause oder in einer angemieteten Räumlichkeit) das Spülen.
  • Auch hier kann man durch den Druck von Tischkarten und Menükarten (auch bei der Buffet-Form) besondere Akzente setzen, welche einen edlen und gemütlichen Eindruck hinterlassen

Das Taufkleid – ein wichtiger Bestandteil der Zeremonie

Natürlich steht bei der Taufe euer Kind absolut im Mittelpunkt. Ein ganz wichtiger Bestandteil der eigentlichen Taufzeremonie ist dabei das Taufkleid:

  • Dieses ist traditionell weiß und deutlich länger als ein „normales“ Kleid. Die weiße Farbe steht dabei für Feierlichkeit und Reine sowie Unschuld. Die Länge und das tragen des Kleides bei der Taufe, symbolisiert die Größe Gottes und die Verbundenheit mit Jesus Christus.
  • In vielen Familien ist es Tradition, das Taufkleid von einer Generation zur nächsten weiterzureichen, und somit den Zusammenhalt in der Familie und im gemeinsamen Glauben zu verdeutlichen.

Die Taufe aktiv mitgestalten

Bevor euer Kind getauft wird, kommt der Pfarrer zu einem Vorgespräch zu euch nach Hause. Dort erklärt er euch die Abläufe der Taufe in der Kirche, und fragt euch nach der Namenswahl eures Kindes, nach den zukünftigen Paten, und vielleicht auch etwas über eure Familie. Mit diesen Informationen wird er die Zeremonie füllen und so die Taufe eures Kindes ganz individuell gestalten.

Aber auch ihr könnt ganz aktiv an der Taufe beteiligt werden. In den meisten Fällen wird so etwas sogar sehr gerne gesehen. So könnt ihr Lieder aussuchen, die gesungen werden sollen, und eigene Fürbitten und Lesungstexte aussuchen, welche entweder von Familienmitgliedern oder den Paten vorgetragen werden. Das wichtigste für die Taufzeremonie ist jedoch der Taufspruch. Diesen könnt ihr gemeinsam mit dem Pfarrer aussuchen, oder habt vielleicht schon einen gefunden, der genau zu eurem Kind passt. Als Taufspruch eignen sich nicht zuletzt ganz tolle Zitate aus der Bibel: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dich zu behüten auf allen deinen Wegen.“ (Psalm 91 11).

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Auch die Taufkerze spielt eine wichtige Rolle bei der Taufe. Diese könnt ihr selbst gestalten, fertigen lassen, oder bereits vorgefertigt kaufen. Taufkerzen können mit den unterschiedlichsten traditionellen Symbolen versehen werden, welche ganz spezielle Bedeutungen haben. Aber auch der Taufspruch, der Name eures Kindes und das Taufdatum, dürfen Teil der Taufkerze sein.

Gemütlichkeit ist wichtiger als absolute Perfektion

Am Ende sollte man sich aber auf keinen Fall in Perfektion verlieren. Denn einerseits kann man sich wund planen – und trotzdem läuft man Gefahr, dass ein paar Details nicht so geworden sind, wie man sich das erhofft hatte. Frust gehört jedoch nicht auf eine Taufe. Perfektion entsteht nur aus echter Gemütlichkeit. Der perfekte Tag einer Taufe ist ein Tag, an dem sich Täufling, Eltern, Familie und Freunde, zum ersten Mal in großer Runde, vollkommen in Geselligkeit – und gegenseitiger Zuneigung – das Versprechen geben, aufeinander zu achten…

Wir wünschen euch eine wundervolle und gesellige Taufe! 


Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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