Ständiges Aufwachen: warum Babys nicht durchschlafen


Babys wachen selbst wenn sie anscheinend tief und fest schlafen, mehrmals in der Nacht auf. Dann zurück in den Schlaf zu finden, braucht eine Menge Zeitaufwand. Warum gerade kleine Babys nur selten durchschlafen und was dahinter steckt, erfahrt ihr hier. 

Warum Babys von Natur aus nicht durchschlafen

Alle Eltern atmen auf, wenn sie ihr Neugeborenes endlich zum schlafen gebracht haben. Doch schon stehen sie vor dem nächsten Problem: Das Baby wacht ständig wieder auf. Egal wie vorsichtig sie es auch anstellen – kaum wird das Baby abgelegt, ist es schon wieder wach. Selbst wenn das Ablegen an sich gelingt, regelmäßig nach 20 bis 50 Minuten wacht das Kind wieder auf und findet nur schlecht wieder in den Schlaf. Und das obwohl es offensichtlich keineswegs ausgeschlafen ist.

Die Evolution ist schuld

Dass Kinder nachts ständig aufwachen, liegt daran, dass sie evolutorisch so „programmiert“ sind, stets den Schutz von Erwachsenen suchen. Wären Kinder in der Urzeit irgendwo abgelegt worden und hätten friedlich und tief geschlafen, wären sie wortwörtlich ein gefundenes Fressen für alle wilden Tiere gewesen. Leider wissen unsere Kleinen nicht, dass sie mittlerweile nicht mehr in Höhlen, sondern hinter sicheren Mauern leben. Sie prüfen weiterhin ununterbrochen ob sie alleine sind.

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[blockquote align=“none“ author=““]Allein sein bedeutet für Kinder Hilflosigkeit – vor tausenden von Jahren war diese quasi das sichere Todesurteil.[/blockquote]

Die Schlafphasen

Babys schlafen in Schlafphasen, die zwischen 20 und 50 Minuten lang sind. Es gibt dabei zwei unterschiedliche Phasen des Schlafs. Die Traumschlafphase, auch Rem-Schlaf genannt und die Tiefschlafphase. In den ersten zwei bis drei Lebensmonaten fallen Neugeborene zunächst immer in die Traumschlafphase. Zu erkennen ist diese Phase an Bewegungen der Gliedmaßen, schneller Atmung und Augenflattern. Erst nach etwa 20 Minuten beginnt das Kind dann in die Tiefschlafphase über zu gehen. Dabei atmet es langsam und gleichmäßig und bewegt sich kaum noch. Sehr sensible Kinder bemerken erst jetzt nicht mehr, wenn sie abgelegt werden.

Ist die Tiefschlafphase vorbei, beginnt alles wieder von vorne und das Kind taucht in die leichte REM-Schlafphase ein. In dieser Übergangsphase prüft es unbewusst, ob noch alle Bedingungen so sind, wie sie beim Einschlafen waren. Denn Neugeborene schlafen nur dann ein, wenn sie sich absolut sicher fühlen. Und am sichersten fühlt sich ein Baby, wenn es auf Mamas oder Papas Arm liegt. Dort wird es geschaukelt und gewiegt, das bedeutet es wird beschützt. Haben sich die Umgebungsbedingungen geändert, hat das Baby das Bedürfnis zu prüfen, ob es noch immer sicher ist. Es muss wissen, dass Mama und Papa noch da sind und es weiterhin beschützen.

Ist nicht sofort jemand da, der es beruhigt, schläft es nicht wieder ein – auch wenn es noch müde ist.  Das erklärt auch, warum Kinder in Tragehilfen, Kinderwagen und Autos am längsten schlafen, da sie Bewegung und Sicherheit suggerieren, die „Ist-denn-noch-alles-so-wie-es-war“-Prüfung ist schnell beendet und die nächste Schlafphase wird angeschlossen.


LESEPAUSE-VIDEO: Eine typische Nacht mit Baby!


Das Baby lässt sich nicht ablegen – was tun?

Das einfachste ist, wenn das Baby von Anfang an in seinem Bett, und zwar ohne Hilfe, einschläft. So sind die Bedingungen immer unverändert, wenn es beim Übergang von der einen Schlafphase zur nächsten gleitet. Doch gerade Neugeborene können schlecht alleine einschlafen. Daher ist der Normalzustand in den ersten zwei bis drei Lebensmonaten, das die Kleinen in den Armen ihrer Eltern einschlafen.

Ab dem vierten Lebensmonat sind die meisten Kinder dann in der Lage, alleine einzuschlafen, oder nur noch begrenzte Schlafbegleitung zu benötigen. Um die lieben Kleinen abzulegen, nachdem sie auf dem elterlichen Arm eingeschlafen sind, sollte man den Übergang von einer zur nächsten Schlafphase abwarten. Es ist außerdem sinnvoll das Kind in der Position abzulegen, wie es eingeschlafen ist. Lagerungswechsel stimulieren den Gleichgewichtssinn und signalisieren dem Baby „Gefahr“. Die Folge: Es wird wach.

Durchschlafen: Kinder beim weiterschlafen begleiten

Babys überprüfen also in den Übergängen der Schlafphasen ihre Umgebung: Ist alles so, wie es beim Einschlafen war, kann und wird es sorglos in die nächste Phase übergehen. Wacht das Kind alle 40 – 50 Minuten auf, ist es sinnvoll ihm dabei zu helfen, die Übergänge zu meistern.

Ist das Kleine in seinem Bett eingeschlafen und ihr habt ihm dabei die Hand gestreichelt, erwacht es erst gar nicht richtig, wenn ihr genau das Gleiche wieder macht, wenn das Kind sich in der Übergangsphase befindet. Kinder, die mit ihrem Schnuller im Mund eingeschlafen sind, schlafen weiter, wenn ihnen in dieser Phase der Schnuller wieder in den Mund gesteckt wird. Werden Babys „einschlafgestillt“, führt das Anbieten der Brust meist dazu, dass das Kind weiter schläft.

[blockquote align=“none“ author=““]Ermöglichen wir den Kindern immer die selbe Situation vorzufinden, können sie ruhig und tief schlafen. Das gibt ihnen nicht nur in der Schlafsituation Sicherheit, sondern stärkt die Bindung zu ihren Vertrauenspersonen, die immer da sind und es beschützen.[/blockquote]

LESETIPP: Schlafbegleitung –  sanfte Hilfe beim alleine Einschlafen!

 


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