Viele Eltern erinnern sich noch gut an dieses Spiel aus ihrer eigenen Kindheit. Zwei Gruppen stehen sich gegenüber, ein Kind steht in der Mitte – und dann ertönt der bekannte Ruf: „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“
Kaum ist der Satz ausgesprochen, beginnt ein wildes Rennen über das Spielfeld. Genau diese Mischung aus Spannung, Bewegung und einfachem Spielprinzip macht das Fangspiel bis heute beliebt.
Gleichzeitig wird der Name des Spiels heute immer wieder diskutiert. Manche empfinden ihn als rassistisch, problematisch oder missverständlich. Deshalb spielen viele Kinder das Spiel inzwischen auch unter anderen Namen – zum Beispiel „Wer hat Angst vorm wilden Wolf?“ oder „Wer hat Angst vorm Spielverderber?“. Am Spiel selbst ändert sich dabei nichts. Woher der ursprüngliche Spielname tatsächlich stammt, erklären wir euch weiter unten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Alter: ab etwa 5 Jahren
- Ort: draußen auf einer Wiese, einem Schulhof oder Sportplatz
- Anzahl der Kinder: ab 6 Kindern, ideal sind größere Gruppen
- Dauer: 10–20 Minuten
Das braucht ihr
- ausreichend Platz zum Rennen
- zwei gegenüberliegende Startlinien (z. B. mit Kreide oder Hütchen markiert)
Vorbereitung
Die Kinder stellen sich hinter einer Startlinie auf. In der Mitte des Spielfelds steht ein einzelnes Kind – der sogenannte „Spielverderber“. Gegenüber befindet sich eine zweite Linie, die die Kinder erreichen müssen.
Spielanleitung Schritt für Schritt
- Der „Schwarze Mann“ ruft laut:
„Wer hat Angst vorm Spielverderber?“ - Die Gruppe antwortet:
„Niemand!“ - Darauf folgt die Frage:
„Und wenn er kommt?“ - Die Kinder rufen:
„Dann laufen wir!“
Jetzt rennen alle Kinder zur gegenüberliegenden Linie.
Der „Spielverderber“ versucht dabei, möglichst viele Kinder zu fangen.
Alle gefangenen Kinder helfen in der nächsten Runde beim Fangen. Das Spielfeld wird so mit jeder Runde “gefährlicher”. Gewonnen hat meist das Kind, das als letztes übrig bleibt.
“Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?”: Woher kam der Name?
Über die genaue Herkunft des Namens “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann” gibt es verschiedene Erklärungen. Eine verbreitete Deutung führt ihn auf die Zeit der Pest im Mittelalter zurück.
Damals trugen Menschen, die mit Kranken oder Verstorbenen zu tun hatten (etwa Totengräber oder Pesthelfer) häufig dunkle Kleidung und eine Pestmaske. Der „schwarze Mann“ wurde daher zu einer symbolischen Figur für Krankheit oder Tod.
Im Spiel steht diese Figur letztlich einfach für den Fänger, der versucht, die anderen zu erwischen. Mit Hautfarbe hat die ursprüngliche Bedeutung also tatsächlich nichts zu tun.
Heute wird der Name dennoch (verständlicherweise) kritisch betrachtet, weil er missverstanden werden kann. Deshalb greifen viele Gruppen auf alternative Namen zurück.
Wir haben den “Schwarzen Mann” deshalb hier als “Spielverderber” benannt. Denn letztlich entspricht das ja ganz genau seiner Rolle im Spiel. Vielleicht passen auch Namen wie der “Miesepeter”. Am Ende ist es eine Geschmackssache. Kinderspiele sind schließlich nicht politisch, sondern sollen nur Spaß und Bewegung fördern. Trotzdem macht es absolut Sinn, sich vom ursprünglichen Namen zu entfernen. Auch wenn sein Ursprung (ziemlich sicher) nicht rassistisch gedacht war, muss man als erwachsener Mensch hier ja nicht die “Das wird man wohl noch sagen dürfen” Karte ziehen. Man will ja schließlich kein “Spielverderber” sein. 😇
Warum Kinder dieses Spiel lieben
Das Spiel ist einfach, schnell erklärt und sorgt sofort für Bewegung. Gleichzeitig trainieren Kinder dabei wichtige Fähigkeiten:
- Schnelligkeit
- Reaktionsvermögen
- Orientierung im Raum
- Teamgefühl
Gerade größere Gruppen entwickeln schnell eine eigene Dynamik – und jede Runde fühlt sich ein bisschen anders an.
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