Fast jedes Kind besitzt es – das Lieblingskuscheltier, die Schmusedecke oder das Kuscheltuch. Ein ständiger Begleiter, der Geborgenheit und Schutz bietet. Kinder scheinen zu ihnen eine ähnlich enge Bindung zu haben, wie zu ihren familiären Bezugspersonen. Gehen ihre Kuscheltiere verloren, bricht eine kleine Welt zusammen. 

Leon hat sein Schmusetuch, Finja ihre Kuschelpuppe und Nick seinen Teddybär. Viele Kinder haben ständige und treue Begleiter, die einfach überall mit hin müssen. Einschlafen ohne sie? Keine Chance. Und wenn die geliebte Decke oder das Kuscheltier nur so vor Dreck steht und unbedingt in die Waschmaschine gehört, ist das Theater groß. Meist über viele Jahre klammern sich die Kinder an ihre liebsten Weggefährten. Und auch wenn die Einschulung naht, brauchen noch viele Kinder ihren Teddy im Bett, um ruhig und selig einzuschlafen.

Schmusetuch oder Kuscheltier?

Leon ist zwei Jahre alt und liebt sein Schmusetuch heiß und innig. Überall wo er hin tapst, muss es mit. Für seine Eltern schon längst Gewohnheit, denn Leon hat bereits vor über einem Jahr etschieden, dass das Schmusetuch sein treuer Begleiter wird. Viele Kinder suchen sich im Alter von ein – drei Jahren einen Gegenstand aus, der von dort an nicht mehr von ihrer Seite weichen darf. Manchmal ist es eben das Schmusetuch, das vorher als Spucktuch immer mit im Bettchen lag, oder aber der Teddybär, den die Tante zur Geburt geschenkt hat. Für was sich die Kinder entscheiden, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Manchmal kann es auch das kleine rote Feuerwehrauto sein, oder die Puppe, die Tage vorher noch vollkommen uninteressant war.

Diese Beiden sind die besten Freunde. Kinder erzählen ihren Kuscheltieren einfach alles!
(Bild: © LIGHTFIELD STUDIOS / Adobe Stock)

Klar ist nur, vom Moment der Entscheidung an, muss es überall mit hin. Ob zum Einkaufen, zum Besuch bei Oma und Opa, oder zum Einschlafen im Bett.  Praktisch ist es, wenn Eltern schnell ein zweites Exemplar besorgen, das für Ersatz sorgt, wenn die Schmusedecke doch einmal in die Waschmaschine muss, oder im schlimmsten Fall verloren geht. Das wäre nämlich eine echte Katastrophe.

Kuscheltiere sind kleine Tröster in der Not

Für Kinder sind ihre ständigen Begleiter nicht nur ein Spielzeug. Sie sind vielmehr Tröster, Weggefährte und „Bezugsperson“. Kinder bauen zu ihren Gegenständen eine enge Bindung auf, ähnlich wie zu ihren Eltern. Schmusedecke und Co. sind Ersatzobjekte, die ihre Bedürfnisse befriedigen, wenn ihre Bezugspersonen nicht zur Stelle sind. So wird der Teddy zum Tröster, wenn das Kind Abends alleine im Bett liegt, und das Kuscheltuch hilft über den Schmerz hinweg, wenn das Kind gerade gefallen ist. Die Schmuser dienen als kleine Helfer in der Not und sind für einige Zeit, neben den Bezugspersonen, die wichtigsten „Dinge“ im Leben unserer kleinen Schätze.

Auch Schulkinder haben noch das Bedürfnis nach Kuscheltieren

Eltern können diese Zeit gelassen nehmen, denn die kuscheligen Begleiter ihrer Kinder sind ein wichtiges Hilfsmittel in der kindlichen Entwicklung. Kinder lernen mit der Zeit ihre Bedürfnisse ein Stück weit selbst zu befriedigen und unabhängiger von ihren Eltern zu werden. Trotzdem ist es völlig normal, wenn auch noch ein Schulkind am Abend den Teddy im Bett braucht, um ruhig einzuschlafen. Denn selbst Erwachsene hängen oft noch an bestimmten Objekten. So tragen viele stets einen Talisman mit sich – das Bedürfnis verschwindet also selten ganz.


Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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