Danone informiert über einen Rückruf vereinzelter Aptamil-Chargen in Deutschland. Grund ist das mögliche Vorhandensein von Cereulid. Betroffen sind ausschließlich die unten genannten Produkte mit genau diesen Mindesthaltbarkeitsdaten – alle anderen Aptamil-Produkte auf dem deutschen Markt sind laut Hersteller nicht Teil des Rückrufs.
Diese Produkte sind betroffen:
- Aptamil Pronutra Pre (1,2 kg) – MHD: 19.11.2026
- Aptamil Pronutra 1 DE (800 g) – MHD: 10.11.2026
- Aptamil Profutura Pre D (800 g) – MHD: 20.04.2027
Was Eltern jetzt tun sollten
Wenn ihr eines dieser Produkte mit dem genannten MHD habt:
- Nicht weiter füttern.
- Zur Verkaufsstelle zurückbringen.
- Kaufpreis-Erstattung auch ohne Kassenbon.
Wenn ihr unsicher seid, ob euer Produkt dazugehört: Lieber einmal mehr prüfen oder kurz beim Service nachfragen.
Kontakt für Fragen (Aptacare Expertenteam)
- Telefon: 0800 278 26 45
- E-Mail: experten@aptacare.de
Stand der Information: 30.01.2026 (Frankfurt am Main).
Einordnung: Anfang des Jahres gab’s schon einen ähnlichen Fall bei Nestlé
Der aktuelle Aptamil-Rückruf ist leider nicht der erste Fall dieser Art: Anfang Januar 2026 hat auch Nestlé in mehreren Ländern Säuglingsnahrung zurückgerufen – Produkte der Marken BEBA und Alfamino. Auch dort ging es um den Verdacht auf Cereulid als mögliche Verunreinigung.
Im Nachhinein gab es damals enorme Kritik: Die Verbraucherorganisation foodwatch machte öffentlich, dass Nestlé nach ihren Recherchen mindestens seit Anfang Dezember Hinweise auf die Kontamination gehabt haben soll – der öffentliche Rückruf sei aus Sicht von foodwatch zu spät gekommen. Nestlé hat diese Vorwürfe zurückgewiesen.
➡️ Mehr Details zum Nestlé-Rückruf findest du in diesem Beitrag: BEBA und Alfamino Rückruf: Es besteht potenzielle Gesundheitsgefahr.
Welche Folgen kann Cereulid haben – gerade für Babys?
Cereulid ist ein hitzestabiles Gift, das von Bakterien der Bacillus-cereus-Gruppe gebildet werden kann. Wenn es aufgenommen wird, kann es sehr schnell zu plötzlicher Übelkeit, Bauchschmerzen und vor allem starkem Erbrechen kommen – oft schon 30 Minuten bis 6 Stunden nach dem Verzehr.
Meist klingen die Beschwerden innerhalb von etwa 24 Stunden wieder ab. Für Babys ist das trotzdem heikel, weil wiederholtes Erbrechen (und ggf. Durchfall) schnell zu Flüssigkeitsmangel und einer Störung des Salzhaushalts führen kann – besonders bei sehr jungen Säuglingen (Neugeborene/unter 6 Monaten).
In seltenen, schweren Fällen (bei hoher Aufnahme) sind auch Organ-Schäden beschrieben, vor allem an Leber und Nieren. Wenn euer Baby nach dem Trinken mehrfach erbricht, ungewöhnlich schlapp wirkt, schlecht trinkt, deutlich weniger nasse Windeln hat, oder ihr euch einfach unsicher fühlt: lieber sofort kinderärztlich abklären (bei starken Symptomen direkt Notdienst / Notaufnahme).
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