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Katzenliebe lohnt sich!

Vom Katzenskeptiker zur Katzenmuddi: Warum Katzen die unterschätzten Familientiere sind

Vom Katzenskeptiker zur Katzenmuddi: Warum Katzen die unterschätzten Familientiere sind

Es gab eine Zeit, da hätte ich niemals gedacht, dass bei mir einmal Katzen einziehen würden – und das sage ich, Saskia Kanne, als Schreiberin dieses Gastbeitrags. Für mich waren sie arrogant, eigensinnig und irgendwie nichts, mit dem man sich anfreundet.

Heute lebe ich mit zwei Fellnasen, habe eine ganze Marke rund um Katzen aufgebaut und kann euch gar nicht mehr sagen, wie ich je ohne die beiden ausgekommen bin. Wie es dazu kam und warum ich finde, dass gerade Familien Katzen völlig unterschätzen, erzähle ich euch jetzt.

Warum ich Katzen jahrelang nicht mochte

Meine Abneigung kam nicht aus dem Nichts. Als ich klein war, lebte bei uns eine Katze mit dem Namen Pedo, die mein Vater schon vor meiner Geburt hatte und mit in die Familie brachte.

Mit meiner Schwester wuchs ich also mit ihr auf, bis ich ungefähr fünf oder sechs war. Nur leider war das keine Katze aus dem Bilderbuch. Sie war oft gereizt, fauchte, und ja, sie hat uns Kinder auch mal ordentlich gekratzt.

Was ich damals natürlich nicht verstand:
Meine Mutter konnte Katzen einfach nicht ausstehen. Reine Vorurteile, aber diese Ablehnung hat sich auf uns Kinder übertragen. Und Katzen sind feinfühlige Tiere. Sie merken ziemlich genau, ob sie in einem Zuhause willkommen sind oder nicht. Diese ganze abweisende Stimmung hat das Verhalten von Pedo vermutlich nur noch verstärkt. Ein Teufelskreis, den ich mit meinen Kinderaugen nur so deutete: Katzen sind gemein. Punkt.

Dazu kam noch eine handfeste Katzenhaarallergie. Also sprach wirklich alles dagegen, dass ich jemals ein Katzenmensch werden würde.

Der Moment, in dem alles kippte: ein tauber Kater aus Bulgarien

Dann kam 2020, und mit Corona wurde es privat ziemlich still. Mein Partner Sebastian, mit dem ich seit Jahren selbstständig bin, wuchs mit Katzen auf und schlug irgendwann vor, uns eine zu holen. Für einen Hund fehlte uns schlicht die Zeit. Ich selbst war zunächst überhaupt nicht überzeugt und ließ mich nur breitschlagen, mit einer klaren Ansage: Du machst das Katzenklo. Und wenn’s nicht passt, nimmt deine Mutter sie auf.

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Also gingen wir selbst auf die Suche und schalteten eine Anzeige bei Kleinanzeigen, denn das Wichtigste war mir, dass die Katze wirklich verschmust ist.

Und dann „meldete sich“ Misho. Ein tauber Kater, sieben Jahre alt, ursprünglich aus Bulgarien, inzwischen aber über einen Tierschutz in Deutschland vermittelt, dessen Frauchen gestorben war. Anhänglich und verschmust, hieß es. Und als ich seine Fotos sah, war es um mich geschehen.

Wir mussten nicht lange überlegen und entschieden uns sofort für ihn. Auf der Heimfahrt saß er still in seinem Körbchen auf meinem Schoß und gab keinen einzigen Ton von sich.

Was dann geschah, grenzt fast an ein Wunder. Kaum saßen wir zu Hause, kam er zu mir auf den Schoß und schmuste, als hätten wir uns schon ewig gekannt. Und die Allergie, die mich mein Leben lang begleitet hatte? Wie weggeblasen. Kein Scherz. Aus der Skeptikerin wurde über Nacht der größte Fan.

Diese Katzen-Klischees halten sich hartnäckig: Was wirklich dran ist

Katzen sind arrogant. Die kratzen doch nur. Katzen machen eh, was sie wollen. Und für Kinder sind sie sowieso nichts. Solche Sätze höre ich ständig. Und ehrlich gesagt habe ich sie früher selbst gesagt.

Heute weiß ich: Das meiste davon ist Quatsch. Eine Katze ist kein kleiner Hund, das stimmt, sie tickt eben anders. Aber arrogant ist doch nur ein anderes Wort für unabhängig. Katzen suchen sich ihre Nähe selbst aus, und genau das macht ihre Zuneigung so ehrlich. Wenn eine Katze zu euch kommt, dann weil sie es wirklich will.

Ich glaube, viele Menschen tun sich genau damit schwer. Wir sind es von Hunden gewohnt, dass sie uns gefallen wollen, und erwarten das insgeheim auch von einer Katze. Aber eine Katze ordnet sich niemandem einfach unter, und offen gesagt finde ich genau das ziemlich sympathisch. Man muss sich ihr Vertrauen erst verdienen, und hat man es einmal, ist es umso schöner.

Und der vielleicht schönste Teil:

Katzen tun uns richtig gut. Studien zeigen immer wieder, dass das Zusammenleben mit einer Katze Stress reduziert und sich sogar positiv auf den Blutdruck auswirken kann. Dem typischen Schnurren wird eine beruhigende, fast wohltuende Wirkung nachgesagt. Wer schon einmal eine schnurrende Katze auf dem Schoß hatte, weiß genau, was ich meine. Dieses Gefühl von Ruhe und seelischer Ausgeglichenheit lässt sich kaum in Worte fassen. Gerade in einem hektischen Familienalltag ist so ein kleiner Anker Gold wert.

Warum Katzen tatsächlich perfekte Familientiere sind

Versteht mich nicht falsch, ich habe absolut nichts gegen Hunde, im Gegenteil. Aber wenn ich ehrlich bin, passt eine Katze in viele Familien einfach praktischer rein. Sie muss nicht dreimal am Tag bei Wind und Wetter Gassi, sie kommt auch mal ein paar Stunden allein zurecht, und sie passt sich erstaunlich gut an euren Rhythmus an. Für Familien, bei denen ohnehin schon viel los ist, ist das ein echter Pluspunkt.

Dazu kommt, dass Kinder im Umgang mit einer Katze unglaublich viel lernen. Rücksicht, Geduld und dass ein Lebewesen eigene Grenzen hat, die man respektieren muss. Eine Katze holt sich ihre Streicheleinheiten ab, zieht sich aber auch zurück, wenn sie genug hat. Genau dieses Wechselspiel bringt Kindern auf die sanfteste Art bei, Signale zu lesen und ein Nein zu akzeptieren. Wenn ihr mehr über diese wichtigen Entwicklungsschritte wissen möchtet: Haustiere fördern die emotionale Intelligenz bei Kindern in vielen Bereichen – von Empathie bis zu sozialen Kompetenzen.

Und dann ist da noch dieser emotionale Faktor. Eine Katze bringt Wärme und Gelassenheit in ein Zuhause. Sie schnurrt sich in euer Herz, liegt abends bei euch auf dem Sofa und wird ganz nebenbei zu einem festen, geliebten Familienmitglied. Unsere beiden möchte ich jedenfalls nicht mehr missen.

Was ihr vor der ersten Katze wissen solltet (und warum Rasse überschätzt wird)

Wenn ihr gerade zum ersten Mal über eine Katze für eure Familie nachdenkt, kommen hier ein paar ehrliche Tipps von mir.

Erstens, und das ist mir besonders wichtig: Vergesst diesen Rassewahn. Überall liest man, die und die Rasse sei perfekt für Kinder. Ich halte das ehrlich gesagt für ziemlichen Unfug. Ob eine Katze lieb und familientauglich ist, hängt kaum von ihrer Rasse ab, sondern davon, wie sie sozialisiert wurde und welchen Charakter sie mitbringt. Eine ganz normale Streunerkatze aus dem Tierschutz kann der liebste Schmusetiger der Welt sein, während eine teure Rassekatze bockig ist. Es kommt auf das Wesen an, nicht auf den Stammbaum.

Zweitens: Schaut euch im Tierschutz um. Dort warten unzählige wunderbare Katzen, und beim Kennenlernen könnt ihr euch ein echtes Bild vom Charakter machen. Fragt ruhig ehrlich nach, wie die Katze mit Kindern und Trubel umgeht.

Drittens: Oft sind zwei Katzen unkomplizierter als eine. Sie beschäftigen sich gegenseitig, gerade wenn ihr mal nicht da seid.

Und viertens, ganz wichtig: Gebt eurer Katze Rückzugsorte. Kinder müssen lernen, dass die Katze dort tabu ist. Genau da schließt sich übrigens der Kreis zu meiner eigenen Geschichte. Eine Katze, die sich sicher und willkommen fühlt, zeigt fast immer ihre liebste Seite. Wenn ihr euren Familienalltag strukturieren möchtet, können auch klare Routinen und Rituale helfen – die geben Kindern und Katzen Sicherheit.

Und gerade weil ich als Kind selbst so schlechte Erfahrungen gemacht habe, liegt mir dieses Thema so am Herzen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Unterschied die richtige Einstellung macht.

Wie aus meiner Katzenliebe Katzenmuddi wurde

Aus dieser ganzen Katzenliebe ist irgendwann sogar ein eigenes Herzensprojekt entstanden. Weil ich früher gern gezeichnet habe, entwarf ich meine eigenen Katzendesigns, und so wurde nach und nach Katzenmuddi geboren, mein kleiner Shop mit liebevoll gestalteten Geschenken für Katzenliebhaber. Also für alle, die ihre Stubentiger genauso abgöttisch lieben wie ich. Ehrlich gesagt hätte ich früher nie gedacht, dass ausgerechnet ich einmal so katzenverrückt werde. Aber so kann es eben gehen.

Trauen lohnt sich, auch wenn ihr bisher skeptisch wart

Wenn meine Geschichte eines zeigt, dann das: Manchmal liegt man bei seinen festesten Überzeugungen komplett daneben. Ich war die Letzte, von der irgendjemand gedacht hätte, dass sie einmal zum Katzenmenschen wird. Und heute kann ich mir ein Leben ohne meinen Misho gar nicht mehr vorstellen. Ach ja, und eine Zweite kam später auch noch dazu, unsere Tutti, aber das ist eine Geschichte für ein andermal.

Wenn ihr also bisher gezögert habt, weil in eurem Kopf noch dieses alte Katzenbild herumspukt: Gebt den kleinen Fellnasen eine Chance. Vielleicht zieht ja auch bei euch bald ein neues Familienmitglied ein, das euer Herz im Sturm erobert. Und das alles, weil mir ein tauber Kater aus Bulgarien gezeigt hat, wie schön das Leben mit Katzen wirklich sein kann.


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