Kölner Dom - Blick vom Rhein
Bild: © John Smith / Adobe Stock

Der Rückruf von Wurstprodukten des Herstellers Wilke aufgrund einer möglichen Belastung mit gefährlichen Listerien hat sich zunächst nicht ausreichend verbreitet. So wurden nach Informationen von foodwatch in der Reha-Einrichtung “UniReha“ des Universitätsklinikums Köln noch am Feiertag (3. Oktober) zum Frühstück vom Rückruf betroffene Wilke-Produkte an Patienten ausgegeben.

Dies wurde der Verbraucherorganisation von mehreren voneinander unabhängigen Quellen berichtet. Bereits am Vortag (2. Oktober) waren auf Anordnung des hessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg vorsorglich sämtliche Produkte aus der Herstellen der Firma Wilke zurückgerufen worden.

Für die Essensausgabe ist nach Kenntnis von foodwatch nicht das Uniklinikum, sondern ein Caterer verantwortlich. Es muss laut foodwatch nun geklärt werden, ob bzw. wann dieser die Informationen über den Rückruf erhalten hatte.

Hier entwickelt sich ein handfester Skandal

Die Verbraucherorganisation hat noch ein weiterer Hinweis über den angeblichen Weiterverkauf von Wilke-Produkten nach dem öffentlichen Rückruf erreicht, konnte dies jedoch noch nicht verifizieren.

“Wir erwarten von den hessischen Behörden eine Auskunft zu der Frage, ob die von Wilke belieferten Unternehmen direkt über den Rückruf informiert wurden. Das ist dringend geboten, damit Großküchen, Restaurants, Wursttheken oder Krankenhäuser die möglicherweise gesundheitsgefährdenden Produkte nicht weiter verbreiten“, erklärte foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. “Ich hoffe doch, dass seit Mittwoch sehr viele Menschen bei Wilke und den Behörden am Telefon und an ihrem E-Mail-Programm sitzen, um die Abnehmer von Wilke zu kontaktieren.“

foodwatch verwies darauf, dass eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von Lieferwegen lebensmittelrechtlich vorgeschrieben ist. Dass zwei Tage nach Schließung der Produktion bei Wilke das Unternehmen und die zuständigen Behörden noch immer keine Listen der Verkaufsstellen und der vom Rückruf betroffenen Produkte und Marken vorlegen könnten, ist laut foodwatch “ein handfester Skandal“.


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