Spielzeuge, die Geräusche machen kommen bei Kindern gut an. Sie singen, sprechen, schmatzen und weinen. Manche imitieren die Kinderstimmen, andere schreien wie Drachen. Einige Spielzeuge sind per App steuerbar und verfügen über Bluetooth-Schnittstellen. Doch wie sicher sind solche Spielzeuge, die mit teils komplexer Elektronik gefüllt sind?

Hohe Schadstoffbelastungen in Spielzeug gefunden

Die Stiftung Warentest prüft 23 AkustikSpielzeuge, wie Puppen, Roboter, Tiere und Figuren auf Sicherheit und Schadstoffe. Die Altersempfehlungen reichen von „Ab Geburt“ bis „Ab 5 Jahre“. Alle elektrischen, mechanischen und akustischen Prüfungen fallen zufriedenstellend aus. Sämtliche Produkte halten die gesetzlichen Normen ein. Bei den chemischen Testreihen gibt es aber einige Ergebnisse, mit denen die Prüfer nicht zufrieden sind. Insgesamt gibt es vier Mangelhaft-und drei ausreichend Bewertungen wegen zu hoher Schadstoffbelastung.


Der Test und die Ergebnisse im Video


Im Test kassierten gleich vier sehr namhafte Hersteller ein Mangelhaft. In jedem Fall handelte es sich um Schadstofffunde. Der Drache „Ohnezahn“ des Herstellers Spinmaster, der Funky-Bot „Marvin“ von Revell, die Eiskönigin von Hasbro, und der kuschelige Esel „Emmi“ des Herstellers Sterntaler, sind sicherlich nicht die günstigen Spielzeuge im Test. So wird leider klar, dass man sich definitiv nicht am Preis orientieren kann, wenn man ein sicheres Spielzeug kaufen möchte.

Weitere Infos zu Produkten und Ergebnissen bekommt ihr oben in unserem zweiteiligen Video zu sehen. Im ersten Teil seht ihr einen Kurzbericht zum Test. Der zweite Teil zeigt ein Interview mit Sarah Wagner-Leifhelm (Stiftung Warentest), in dem sie genauer auf die einzelnen Ergebnisse eingeht.


Test: Licht und Helligkeit

Sind die Spielzeuge sicher? Um das sicher zu stellen gibt es gesetzliche Normen. Die Prüfer der Stiftung Warentest ermitteln die Lichtleistung von LED-Lichtquellen, um auszuschließen, dass die Kinder in zu helles Licht schauen und dabei ihre Augen gefährden. Dafür werden die LEDs aus den Spielzeugen entfernt und auf einer Messapparatur auf ihr Farbspektrum, die Größe des Lichtkegels und die Lichtleistung geprüft. Alle LEDs halten die Anforderungen der Norm ein.

Test: Akustik und Lautstärke

Im schalldichten Akustiklabor wird die Lautstärke der verschiedenen Spielzeuge getestet. Sie darf 80 Dezibel nicht überschreiten, um das Kindergehör vor Schäden zu bewahren. Für die Messung werden Mikrofone in einem genau definierten Abstand rund um das Spielzeug aufgebaut. Im Fall des Flamingos, der Stimmen imitiert, wird ein Rauschen eingespielt, das er dann imitiert. Die Differenz zwischen den Signalen wird gemessen und so die Lautstärke ermittelt. Die Prüfung zeigt, dass alle Produkte im Test leise genug sind.

Test: Schadstoffe

Für die Schadstoffanalyse haben die Tester rund 1450 Materialproben überprüft. Sie suchten unter anderem nach Nitrosaminen, Weichmacher und PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe). In der Puppe Lea von IMC Toys waren Nitrosamine nachweisbar. Einige Nitrosamine sind krebserzeugend. In einem Gummiband am Ärmel der Puppe, haben die Tester den Schadstoff nachgewiesen. Wenn ein Kleinkind daran lutscht, könnten sich die Stoffe lösen und mit dem Speichel in den Körper gelangen.

Die Proben werden entnommen, gewogen, mit Lösung versetzt und in einem Ofen erhitzt. Das Analysegerät, in dem die Proben automatisch untersucht werden, kann auch geringe Spuren der Substanzen nachweisen. Der Drache Ohnezahn von Spin Master enthält einen sehr hohen Wert an Naphthalin, einem PAK, der im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Die Prüfer haben die Gummiteile aufwändigen chemischen Tests unterzogen. Der Drache wurde mit Mangelhaft bewertet.

Test: Material

Jedes Spielzeug wird auch auf mechanische Sicherheit getestet. Die Zugprüfung ist dabei ein wichtiger Test, um die Belastbarkeit des Materials zu untersuchen. Dazu wird die Puppe in eine spezielle Apparatur gespannt und mit genau definierten Kräften auseinandergezogen.


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