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Rauchmelder sollten in allen Schlaf- und Kinderzimmern hängen

Warngeräte kosten nicht viel und können Leben retten

Rauchmelder sollten in allen Schlaf- und Kinderzimmern hängen
Ein Rauchmelder ist schnell und unkompliziert installiert - und rettet Leben.
Berlin (AFP) – Ein Rauchmelder kann Leben retten. Fast alle Todesopfer bei Wohnungsbränden sterben nicht durch die Flammen, sondern an einer Rauchvergiftung – das laute Signal der Warngeräte verschafft wichtige Sekunden zum Flüchten und Hilfe holen. Beim Fernziel, alle Gebäude Deutschlands mit Rauchmeldern auszustatten, ziehen 2016 drei weitere Bundesländer nach.

Was ändert sich zum Jahreswechsel?

Schon jetzt sind Rauchmelder bei Neu- und Umbauten in nahezu allen Bundesländern Pflicht. In Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt läuft am 31. Dezember die Frist zur Nachrüstung von Bestandsbauten ab, so dass dort dann wie in vielen anderen Bundesländern zumindest theoretisch jedes Gebäude die kleinen Warngeräte an den Zimmerdecken haben sollte. In Sachsen und Berlin gilt die Regel ab 2016 vorerst nur für Neubauten. Lediglich Brandenburg hat die Rauchmelderpflicht noch nicht beschlossen. Die Einbaupflicht gilt für alle Schlaf- und Kinderzimmer einer Wohnung sowie für Fluchtwege wie beispielsweise den Flur.

Was bringen die Rauchmelder?

Seit Einführung der ersten Rauchmelderpflicht 2003 ist die Zahl der Feuertoten mit zuletzt 439 laut Deutschem Feuerwehrverband merklich zurückgegangen. Dies liegt demnach jedoch nicht allein an den Warngeräten:

Auch der bessere bauliche Brandschutz, etwa durch Brandschutztüren, und die intensive Aufklärungsarbeit für den Umgang mit Bränden hätten die Entwicklung positiv beeinflusst.

Wer muss den Einbau bezahlen?

Die Kosten für Einbau und Wartung muss laut Deutschem Mieterbund in der Regel der Eigentümer einer Immobilie zahlen, bei Mietwohnungen also der Vermieter. Einzig in Mecklenburg-Vorpommern wird ausdrücklich der Mieter zur Kasse gebeten. Den Einbau darf der Vermieter als einmalige Anschaffung nicht auf die Betriebskosten umlegen – die Wartung als fortlaufendem Kostenpunkt dagegen schon.

Auch ist eine Mieterhöhung nach Einbau der Geräte zulässig, allerdings jährlich nur in Höhe von elf Prozent des Anschaffungspreises. Da laut Stiftung Warentest gute Geräte schon ab 20 Euro zu haben sind, dürfte eine mögliche Erhöhung jedoch überschaubar ausfallen.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Ein hoher Preis ist laut Stiftung Warentest keinesfalls Garantie für hohe Qualität. Die Zeitschrift „Test“ rät Bewohnern von Häusern und großen Wohnungen zu Funkmeldern. Sie sind zwar deutlich teurer, vernetzen sich aber untereinander und warnen auch, wenn in einem anderen Zimmer Feuer ausbricht.

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Achten sollten Käufer demnach zudem auf Lithium-Langzeit-Batterien, die eine zehnjährige Einsatzzeit versprechen. Die günstigeren Alkalizellen müssen regelmäßig gewechselt werden, so dass die Ersparnis allenfalls wenige Euro beträgt.

Wie vermeide mich einen Fehlalarm?

Der Berliner Feuerwehr zufolge sind Fehlalarme beispielsweise durch Zigarettenqualm oder Deodorants äußerst selten. Allerdings sollten die Geräte vorsorglich ausgeschaltet werden, wenn in der Wohnung etwa eine Party mit vielen Rauchern oder Bauarbeiten mit starker Staubentwicklung anstehen.

Außerdem sollten sie laut Feuerwehr nicht in der Küche oder im Badezimmer angebracht werden, da beim Kochen oder Duschen viele Partikel in die Luft gelangen und so falschen Alarm auslösen können. Die Zahl der Fehlalarme ist übrigens laut Feuerwehrverband seit Einführung Rauchmelderpflicht nahezu konstant geblieben.

Was passiert, wenn ich keinen Rauchmelder will?

Der Staat kontrolliert den Einbau der Geräte in Privatwohnungen nicht. Laut dem Gesamtverband Deutsche Versicherungswirtschaft muss die Rauchmelderpflicht von Versicherten zwar grundsätzlich beachtet werden – praktisch ergeben sich bei Nichtbeachtung jedoch kaum Auswirkungen auf den Versicherungsschutz. Grund dafür sei, dass ein Fehlen des Rauchmelders noch nicht die Brandursache und ein dadurch höher ausfallender Schaden meist kaum nachzuweisen ist.

bw/ilo

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