Betrüger Coronakrise
Bild: © beeboys / Adobe Stock

Frankfurt/Main (AFP) – Verbraucherschützer und Banken warnen in der Corona-Krise verstärkt vor Betrügereien. Kriminelle versuchen demnach an verschiedenen Stellen, Profit aus der Pandemie und der damit verbundenen Unsicherheit zu schlagen. Wo Verbraucher derzeit besonders vorsichtig sein sollten:

BEIM EINKAUF IM INTERNET

Da Verbraucher momentan viele Waren – und vor allem begehrte Gesundheits- und Hygieneprodukte – nur im Netz bekommen, nimmt hier auch der versuchte Internetbetrug zu. Die Verbraucherzentralen in Deutschland sowie der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) verweisen beim Online-Shopping insbesondere auf zwei Probleme: Demnach werden Kunden von manchen Anbietern mit irreführenden Gesundheitsversprechen und zu völlig überhöhten Preisen zum Kauf gelockt. Gleichzeitig werden Schutzmasken oder Desinfektionsmittel zunehmend auch auf gefälschten Verkaufsplattformen angeboten.

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„Seien Sie bei besonders günstigen Schnäppchen misstrauisch, insbesondere, wenn Sie dafür Vorkasse leisten sollen“, rät der OSV Verbrauchern.

Es gebe „Hinweise, dass die Zahl der Fake-Shops massiv ansteigt“. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) warnt, dass um ihr Produkt betrogene Käufer im Nachhinein kaum an die vermeintlichen Betreiber der fiktiven Online-Läden herankommen, will entsprechenden Hinweisen aber nachgehen.

BEIM ONLINE-BANKING

Kriminelle nutzten nach Angaben des Deutschen Bankenverbands „die aktuelle Nachrichtenflut rund um die Corona-Krise“ derzeit gezielt für sogenanntes Phishing. Dabei kontaktieren sie Bankkunden meist per SMS oder E-Mail und geben sich als Mitarbeiter der Hausbank aus. Per Link sollen Betroffene auf ein gefälschtes Banking-Portal gelockt werden und dort ihre Zugangsdaten preisgeben.

Da viele der gefälschten Nachrichten und Websites „mittlerweile einen hohen Grad an Perfektion aufweisen, ist ein solcher Angriff oft nicht ganz so leicht erkennbar“, erklärt der Bankenverband. Verbraucher sollten Aufforderungen zur Eingabe ihrer Banking-Daten darum nicht folgen und entsprechende Nachrichten auch generell gar nicht erst beantworten: „Banken fragen solche Daten niemals ab, weder per E-Mail oder SMS, aber auch nicht telefonisch“.

Wer Online-Banking nutzt, sollte außerdem stets die genutzte Internetadresse auf Echtheit prüfen und im Zweifel direkt bei seiner Bank anrufen. Zugangsdaten sollten regelmäßig geändert werden und „gehören niemals unverschlüsselt in Apps, in eine Cloud oder sollten auf der Festplatte gespeichert werden“, wie der Bankenverband mahnt.

ZUHAUSE

Bei klassischen Wohnungseinbrüchen zeichnet sich angesichts der Beschränkungen des öffentlichen Lebens und der Heim-Isolation laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) ein Rückgang ab. Dafür werden Betrugsmaschen nach dem Muster des sogenannten Enkeltricks an die Corona-Pandemie angepasst und könnten zunehmen. So geben Täter an der Türe beispielsweise vor, Bewohner auf das Virus testen zu müssen, um sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen. Nicht zuletzt hier gilt: Gesundes Misstrauen, auch in der Krise.

UNTERWEGS

Insbesondere für ältere Menschen sind nicht nur solche Betrugsversuche daheim gefährlich. Der OSV warnt sie aktuell auch verstärkt vor Diebstählen auf der Straße, insbesondere in der Nähe von Bankfilialen und Geldautomaten.

Auch Senioren sollten ihre Einkäufe darum nach Möglichkeit bargeldlos bezahlen, nur zur Bank gehen, „wenn es wirklich sein muss“, und dann nur Bargeld in nötiger Höhe abheben. Andere Geschäfte könnten „auch erledigt werden, wenn sich die Situation wieder entspannt hat“.


dwo/jm

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