Berlin (AFP) – Bis zum 31. Mai muss die Steuererklärung vieler Steuerzahler beim Finanzamt sein. Einige Bundesländer räumen dafür allerdings bereits in diesem Jahr mehr Zeit ein. Verbraucher sollten aber auch dort beachten, dass das Ausfüllen der Formulare einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Dabei sind die Grundregeln dafür gar nicht so kompliziert.

Wozu dient die Lohnsteuererklärung eigentlich?

Die Steuer, die jeden Monat vom Gehalt abgezogen wird, beruht nur auf einer Schätzung, die davon ausgeht, dass ein Standardarbeitnehmer das ganze Jahr über zu gleichem Lohn arbeitet und kaum steuerrelevante Ausgaben hat. Mit der Lohnsteuererklärung soll die Arbeits- und Lebenssituation des Steuerzahlers besser berücksichtigt werden. Die meisten Steuerzahler bekommen Geld zurück, weil sie Ausgaben absetzen können.

Was kann ich von der Steuer absetzen?

Im Prinzip gibt es vier Gruppen von Ausgaben, die steuerrelevant sind: 

Werbungskosten sind alle beruflich bedingten Ausgaben, darunter die Pendlerpauschale für den Weg zur Arbeit, Fachbücher oder Arbeitscomputer. Die zweite Gruppe sind die sogenannten Sonderausgaben – etwa für Altersvorsorge, Spenden oder die Kirchensteuer und die Kinderbetreuung. Die dritte Gruppe sind außergewöhnliche Belastungen, etwa Ausgaben für Krankheit oder Scheidung. Zuletzt gibt es einen Steuerbonus für Ausgaben für Handwerker oder Haushaltshilfen.

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Wie funktioniert das Absetzen von der Steuer?

Grundlage der Besteuerung ist das jeweilige Gesamteinkommen eines Menschen:

Lohn plus Nebeneinkünfte, Mieteinnahmen und Einnahmen aus Geldanlagen. Von dieser Summe werden Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen abgezogen – das wird „von der Steuer absetzen“ genannt. Wie hoch die Steuerersparnis am Ende ist, hängt dann davon ab, wie hoch der individuelle Steuersatz des Steuerzahlers ist. Anders ist es beim Steuerbonus für Handwerker: Hier werden steuerlich anerkannte Ausgaben immer direkt von der Steuerschuld abgezogen.

Welche Unterlagen sind für die Steuererklärung wichtig?

Wichtige Daten für die Steuererklärung erhalten Angestellte per Bescheinigung ihres Arbeitgebers automatisch – darauf sind etwa Lohn und die gezahlten Steuern und Sozialversicherungsbeiträge ausgewiesen. Sie müssen in die Steuererklärung eingetragen werden. Für andere Angaben flattern Steuernachweise in den ersten Wochen des Jahres ins Haus – etwa von Banken oder Versicherungen. Seit diesem Jahr ist es nicht mehr nötig, Belege etwa über Ausgaben oder Spenden grundsätzlich mitzuschicken. Es genügt, sie aufzubewahren und sie auf Nachfrage des Finanzamtes einzureichen.

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Kann ich meine Steuererklärung allein machen?

Die Formulare können per Hand oder heutzutage meist elektronisch mit dem Elster-Programm der Finanzverwaltung ausgefüllt werden. Daneben ist es möglich, eine Steuersoftware für den Computer zu kaufen, die dann auf die Elster-Schnittstelle zugreift. Außerdem können Steuerpflichtige einem Lohnsteuerhilfeverein beitreten oder zum Steuerberater gehen. Die ideale Lösung hängt dem Bund der Steuerzahler zufolge vom individuellen Steuerwissen ab und davon, wie komplex der Steuerfall ist. Lohnsteuerhilfevereine sind spezialisiert auf Angestellte und Rentner, Steuerberater eher auf Selbstständige und Firmen.

Bis wann muss ich die Steuererklärung abgeben?

Wer auf Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater setzt, hat Zeit bis zum Jahresende. Ansonsten endet die Frist in diesem Jahr in den meisten Bundesländern am 31. Mai. Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Sachsen verlängern den Zeitraum  – allerdings nur für Elster-Nutzer – bis zum 31. Juli, Rheinland-Pfalz auch ohne diese Einschränkung. Wem die Zeit knapp wird, der sollte telefonisch oder per Brief um einen Aufschub bitten und diesen begründen können. Ab der Steuererklärung für 2018 wird die Abgabefrist bundesweit bis zum 31. Juli verlängert.

jm/hcy


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AFP

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