Berlin (AFP) – Fast die Hälfte der Haushalte in Deutschland heizt mit Erdgas. Nach lange stabilen Preisen kommen auf viele Gaskunden im nächsten Jahr nun höhere Preise zu. Zahlreiche Grundversorger haben das bereits angekündigt. Bei einer Preiserhöhung gibt es das Recht auf Kündigung, und durch einen Anbieterwechsel können Verbraucher viel Geld sparen. Verbraucherschützer raten allerdings, die Tarife genau zu studieren.

So wehrt man sich gegen eine satte Gaspreiserhöhung

Wie groß ist die Auswahl an Gasanbietern?

Der Erdgasmarkt hat sich seit der Liberalisierung im Jahr 1998 grundlegend gewandelt. Heute gibt es bundesweit mehr als 900 Anbieter, die regional und überregional Erdgas vertreiben. Je Postleitzahlengebiet gibt es im Schnitt rund 90 Anbieter.

Wie finde ich den günstigsten Gasanbieter?

Preisvergleichsrechner finden sich im Internet. Dort geben Nutzer den Jahresverbrauch in Kilowattstunden und die Postleitzahl ein und erhalten eine Liste mit den günstigsten Anbietern. Wenn auf der Gasrechnung der Verbrauch nur in Kubikmetern angegeben ist, kann dieser Wert mit 9,2 multipliziert werden, um einen annähernden Wert in Kilowattstunden zu erhalten.

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Verbraucher sollten sich darüber im Klaren sein, dass diese Angebote ihre Schwächen haben: Die Betreiber finanzieren sich durch Provisionen sowie Werbung von Gasanbietern. Die Standard-Suche ist häufig so voreingestellt, dass nicht die besten und langfristig günstigsten Tarif ganz oben angezeigt werden. Verbraucherschützer raten Nutzern deshalb dazu, die Voreinstellungen zu kontrollieren und die angebotenen Vorschläge stets kritisch zu überprüfen.



Was zeichnet einen guten und fairen Tarif aus?

Verbraucherschützer empfehlen unter anderem Tarife mit einer mindestens zwölfmonatigen beziehungsweise über die gesamte Laufzeit reichenden Preisgarantie. Die Erstvertragslaufzeit sollte demnach nicht mehr als zwei Jahre dauern, die Kündigungsfrist dagegen bei maximal sechs Wochen liegen.

Meiden sollten Kunden sogenannte Pakettarife über eine bestimmte Gasliefermenge. Bei niedrigerem Verbrauch gibt es dabei kein Geld zurück.

Als ungünstig werten Verbraucherschützer darüber hinaus Tarife mit Neukundenboni. Solche einmaligen Wechselprämien werden nur unter bestimmten Umständen und manchmal gar nicht ausgezahlt, lassen den Tarif aber im Vergleich billiger aussehen, als er mit Blick auf den Gaspreis tatsächlich ist. Bei der Einstellung der Suchoption sollten solche Angebote ausgeschlossen werden. Das gleiche gilt für Tarife mit Vorkasse. Sie können ein Hinweis auf unseriöse Geschäftsmodelle von Billiganbietern sein. Bei Insolvenz ist das Geld oft weg.

Wie funktioniert der Wechsel?

Der neue Anbieter übernimmt nach Vertragsabschluss in der Regel kostenlos die Abwicklung. Dafür fragt er beim neuen Kunden dessen persönliche Daten sowie zum Beispiel die Kundennummer beim bisherigen Anbieter und die Nummer des Gaszählers ab. Teils empfiehlt es sich, den Stand des Anbieterwechsels zwischenzeitlich beim alten Versorger zu überprüfen.

Wie schnell komme ich aus meinem Vertrag heraus?

Das hängt ganz vom jeweiligen Tarif ab. Wer noch nie gewechselt hat und noch in der Grundversorgung ist, kann jederzeit mit einer Frist von 14 Tagen kündigen. Ansonsten steht die Kündigungsfrist im Vertrag. Bei einer Preiserhöhung hat jeder Kunde das Recht auf eine sofortige Kündigung. In der Regel dauert es ein bis zwei Monate, bis die Wechselformalitäten abgeschlossen sind.

Kann ich plötzlich ohne Gas dastehen?

Nein, auch bei Problemen während des Wechsels oder bei einer plötzlichen Pleite des neuen Anbieters kann das nicht passieren. Der lokale Versorger ist gesetzlich verpflichtet, alle Haushalte in seinem Gebiet mit Energie zu versorgen – auch wenn er nicht mehr deren Vertragspartner ist. Er darf dann aber auch wieder seinen Grundpreis für das gelieferte Gas verlangen.

ilo/jm


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