Anklage im Bayern-Ei-Skandal nach über zwei Jahren zum Prozess zugelassen

Mit Salmonellen verseuchte Eier könnten zu Todesfall geführt haben

Eier mit Salmonellen
Bild: © Brooke Becker / Adobe Stock

Regensburg (AFP) – Im Skandal um salmonellenverseuchte Eier des Unternehmens Bayern Ei hat das Landgericht Regensburg nach einer über zwei Jahre dauernden Prüfung die Anklage der Staatsanwaltschaft zur Hauptverhandlung zugelassen.

Das Verfahren gegen den ehemaligen Geschäftsführer des Unternehmens solle wegen des Vorwurfs der Körperverletzung mit Todesfolge vor der Schwurkammer des Gerichts stattfinden, teilte das Gericht am Freitag mit. Der Prozess soll im zweiten Halbjahr beginnen.

Insgesamt 187 Menschen in Deutschland, Österreich und Frankreich sollen nach dem Verzehr von Eierlieferungen von Bayern Ei an Salmonellen erkrankt sein. Im September 2014 war ein Klinikpatient in Österreich gestorben. Dieser Todesfall führte zu der Anklage der Körperverletzung mit Todesfolge, außerdem werden dem ehemaligen Geschäftsführer gewerbsmäßiger Betrug, gefährliche Körperverletzung sowie lebensmittel- und tierschutzrechtliche Verstöße vorgeworfen.

Die lange Zeit zwischen der Erhebung der Anklage im Dezember 2016 und der erst jetzt erfolgten Zulassung liegt demnach an einem infektiologischen Gutachten, das die Frage klären sollte, ob der Todesfall auch tatsächlich mit den Eiern zusammenhing. Dazu lagen gegensätzliche rechtsmedizinische Gutachten von Staatsanwaltschaft und Verteidigung vor.

Auch nach dem vom Gericht beauftragten Gutachten sei diese Frage strittig, hieß es nun. Allerdings halte das Gericht einen Zusammenhang zwischen dem Tod und dem Verzehr für zumindest so wahrscheinlich, dass ein Gerichtsverfahren gerechtfertigt sei. Es gelte aber die Unschuldsvermutung.

Bayern Ei soll im gesamten Jahr 2014 Eier mit der Qualitätsbezeichnung Güteklasse A verkauft haben, obwohl in der Zeit immer wieder Salmonellen in den Produktionsstätten nachgewiesen wurden. Infolge des Verzehrs kontaminierter Eier sollen mindestens 187 Menschen in Deutschland, Frankreich und Österreich an Salmonellose erkrankt sein.

Die Handelskunden von Bayern Ei sollen in Unkenntnis davon, dass die Eier nicht als A-Ware hätten verkauft werden dürfen, rund fünf Millionen Euro für praktisch wertlose Lieferungen bezahlt haben.

ran/jpf


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