Corona Hausaufgaben
Bild: © JustLife / Adobe Stock

Leipzig (AFP) – Hurra, Coronaferien! Viele Kinder und Jugendlichen freuen sich nach den Schulschließungen jetzt vor allem über mehr Freizeit. In den meisten Ländern läuft das Lernen über Internetplattformen oder andere Lernschienen in diesen Tagen an. Doch nicht alle Kinder werden zu Hause von ihren Eltern beaufsichtigt. Bevor Schüler in den Ferienmodus verfallen oder einen Lagerkoller bekommen, sollten Eltern einige Tipps beherzigen. Ein Überblick:

WOCHENTAGE STRUKTURIEREN

Der Deutsche Lehrerverband empfiehlt Familien, gemeinsam mit den Kindern die Tage zu strukturieren und Lernphasen, Freizeit oder die Mediennutzung zu regeln. Der Vorteil: Für Kinder gibt es endlich die Chance, passend zu ihrem eigenen Biorhythmus zu lernen. Bei der Mediennutzung sollten Eltern klar trennen zwischen der Arbeit am Computer und dem Spielen am PC.

Auch der Medienratgeber „Schau hin. Was Dein Kind mit Medien macht“ empfiehlt Struktur im Alltag und eine Regulierung des Medienkonsums. „Lernzeiten und das Zeitfenster für digitale Mediennutzung sollten vorher konkret abgesprochen werden“, sagt Medienexpertin Kristin Langer der Nachrichtenagentur AFP. Es sei wichtig, klare Verabredungen zu treffen und zu signalisieren, dass man sich darauf verlassen muss.

PAUSEN FESTLEGEN UND HANDY WEGPACKEN

Ratsam ist es laut Langer auch, Pausen beim Lernen zu Hause festzulegen, etwa zum Frühstücken, Spielen oder für die digitale Beschäftigung. Während der Lernphasen sollte darauf geachtet werden, dass das Handy beiseite gelegt wird – wie in der Schule auch.

LAGERKOLLER VERHINDERN

Um der Langeweile während der mehrwöchigen Schulschließungen zu entkommen, müssen nicht nur digitale Medien herhalten. Es hilft auch die Rückbesinnung auf analoge Unterhaltung etwa durch Malen, Bücher, Scrabble, Brett- oder Kartenspiele. Das gilt für Kleinkinder ebenso wie für größere Kinder und hat Langer zufolge oft auch einen Lerneffekt. Ohnehin könnte die Zeit genutzt werden, um etwa die technische Medienkompetenz und Kreativität der Kinder zu fördern, etwa durch die Erstellung kurzer Filme, einen Onlinefotokurs oder Tipps für Hörspielproduktionen.

ZUSÄTZLICHE ANGEBOTE IN FERNSEHEN UND RADIO

Einige Medienanstalten haben wegen der Schul- und Kitaschließungen ihr Programm erweitert. Das WDR-Fernsehen zeigt ab Mittwoch „Die Sendung mit der Maus“ täglich. Der SWR strahlt „Planet Schule“ jetzt auch täglich aus. Auch der NDR erweitert sein Radioangebot für Schüler mit „Mikado“-Sondersendungen mit Hörspielen und Wissensangeboten. Auch der Kinderkanal von ARD und ZDF (Kika) hat sein Angebot erweitert. Die Lernplattform „Learnattack“ von Duden ist übrigens für Schüler zwei Monate gratis, sofern sie sich bis zum 31. März anmelden.

LERNLÜCKEN VERMEIDEN

Das ifo-Institut warnt vor einem Lernstopp durch die Schulschließungen.

„Das Jahr 2020 darf nicht als das verlorene Jahr in die Bildungsgeschichte der betroffenen Kinder und Jugendlichen eingehen“, sagt Ludger Wößmann, Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik in München. Er sieht eine „große Gefahr“, dass nicht nur weniger Unterrichtsstoff vermittelt wird, sondern dass die Kinder und Jugendlichen die unbetreute Zeit mit Dingen wie Computerspielen verbringen. Wößmann empfiehlt den Schulen Rückmeldepflichten, um sicherstellen, dass die Schüler sich auch tatsächlich mit dem Lernstoff beschäftigen.


hex/cfm

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