Blick auf den Vatikan
Blick auf den Vatikan

Berlin (AFP) – In seinem Lehrschreiben „Amoris Laetitia“ (Freude der Liebe) zum Familienbild der katholischen Kirche schlägt Papst Franziskus in einige Bereichen einen neuen Ton an. An der bisherigen Lehre rüttelt er aber nicht grundsätzlich.

Wiederverheiratete

Franziskus fordert eine Öffnung der Kirche für Gläubige, die nach einer Scheidung wieder zivil geheiratet haben: „Sie sollen sich nicht nur als nicht exkommuniziert fühlen, sondern können als lebendige Glieder der Kirche leben und reifen.“ Sie sollten stärker in die katholische Gemeinschaft integriert werden. Einen generellen Zugang zur Kommunion für Wiederverheiratete lehnt der Papst aber ab. Er lässt jedoch Raum für Einzelfallentscheidungen.

Unverheiratete Paare

Die Kirche müsse solche Paare „mit Geduld und Feingefühl“ begleiten, fordert der Papst. Die Entscheidung gegen eine kirchliche Heirat beruhe oft auf kulturellen Gegebenheiten oder materieller Not. Auch in diesem Verbindungen könnte sich aber die „Liebe Gottes widerspiegeln“.

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Homosexuelle

Der Papst hält an der bisherigen Lehre der katholischen Kirche fest. „Eheähnliche Gemeinschaften oder die Partnerschaften zwischen Personen gleichen Geschlechts (…) können nicht einfach mit der Ehe gleichgestellt werden“, heißt es in seinem Lehrschreiben. Homosexuelle dürften aber keineswegs diskriminiert werden.

Sexualität

Die „erotische Dimension der Liebe“ sei ein Geschenk Gottes, schreibt der Papst. Außerhalb der Ehe diene die Sexualität aber oft nur der „egoistischen Befriedigung der eigenen Begierden und Instinkte“. Sie sei auch beherrscht „von der giftigen Mentalität des Gebrauchens und Wegwerfens“. Häufig werde der Körper des anderen „gehandhabt wie ein Gegenstand, den man behält, solange er Befriedigung bietet, und verschmäht, wenn er seine Attraktivität verliert“.

Kindesmissbrauch

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern bezeichnet der Pontifex als „eine der skandalösesten und perversesten Wirklichkeiten“ der heutigen Gesellschaft.

„Der sexuelle Missbrauch von Kindern wird noch skandalöser, wenn er an den Orten geschieht, wo sie geschützt werden müssen, besonders in den Familien, in den Schulen und in den christlichen Gemeinschaften und Institutionen.“

Ehe

Der Papst ermuntert junge Erwachsene zur Heirat – ohne dies zu überstürzen. „Sich gegenüber einem anderen Menschen ausschließlich und endgültig zu verpflichten, birgt immer ein gewisses Maß an Risiko und Wagnis. Die Weigerung, diese Verpflichtung zu übernehmen, ist egoistisch, opportunistisch und kleinlich.“

Selbstkritik

Franziskus ruft seine Kirche zu einer „heilsamen Selbstkritik“ auf. Diese habe oft „ein allzu abstraktes theologisches Ideal der Ehe vorgestellt, das (…) weit von der konkreten Situation und den tatsächlichen Möglichkeiten der realen Familien entfernt ist“. Diese „übertriebene Idealisierung“ habe eher abschreckend gewirkt. Einer „kalten Schreibtisch-Moral“ stellt der Papst die „barmherzige Liebe“ entgegen, „die immer geneigt ist zu verstehen, zu verzeihen, zu begleiten, zu hoffen und vor allem einzugliedern“.

bfi/pw

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