Wohlfahrtsverbände sehen Existenz von Kitas und Pflegeheimen in Gefahr

Forderung nach staatlichen Zusagen für gemeinnützige Träger

Kita Gebäude Lego
Bild: © yanadjan / Adobe Stock

Berlin (AFP) – Vor den Beratungen der Bundesregierung über neue Hilfen in der Corona-Krise fordern die Wohlfahrtsverbände, auch soziale Einrichtungen wie Kitas und Pflegeheime abzusichern. „Es braucht jetzt dringend klares, konsequentes und flexibles Handeln seitens der Bundesregierung, um die Existenz sozialer Einrichtungen und Dienste auch über die Krisenzeit hinaus zu sichern“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Samstag.

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege schickten einen entsprechenden Brandbrief an die Bundesregierung, wie Schneider weiter sagte. Er forderte, die öffentliche Finanzierung müsse grundsätzlich weiterlaufen, „unabhängig von Ausfällen oder temporären Schließungen“. Gemeinnützige Träger der Freie Wohlfahrtspflege bräuchten entsprechende staatliche Zusagen. Zudem müssten der Ausfall von Leistungsentgelten und erhöhte Ausgaben kompensiert werden.

„Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, dann könnte in einiger Zeit vielleicht die Corona-Gefahr weg sein, aber mit ihr gleich auch der Kindergarten oder die Behinderteneinrichtung“, mahnte Schneider. Er verwies darauf, dass gemeinnützige Träger anders als kommerzielle Anbieter kaum Risikorücklagen bilden dürften. Alles, was hereinkomme, müsse auch wieder für den guten Zweck ausgegeben werden. „Deshalb besteht bei vorübergehenden Schließungen von Kitas oder anderen Einrichtungen eine erhöhte Insolvenzgefahr.“

Kredite seien meist keine geeignete Hilfe, da sie letztlich zu einer Überschuldung und damit ebenfalls zum Konkurs beziehungsweise zur Auflösung der Einrichtungen führen können.

Nach Angaben von Schneider gibt es in den gemeinnützigen Wohlfahrtsverbänden allein 26.000 Kitas. Hinzu kämen Tageseinrichtungen wie Mehrgenerationenhäuser oder Familienzentren, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung und Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

Die Bundesregierung will am Montag über weitere Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise beraten. Bundestag und Bundesrat sollen bereits im Laufe der Woche die Maßnahmen im Eiltempo beschließen.


cha/cne

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