Polizei Bayern
Bild: © stgrafix / Adobe Stock

München (AFP) – Die im Fall vergifteter Erfrischungsgetränke in Münchner Supermärkten festgenommene 56 Jahre alte Tatverdächtige soll bereits seit dem Jahr 2018 mit Gift hantiert haben. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen sei die Polizei auf einen Fall aus dem November 2018 gestoßen, als zwei sieben und zehn Jahre alte Kinder nach dem Konsum von Getränken bei einer Kulturveranstaltung ohnmächtig geworden waren, sagte der Leiter der Münchner Mordkommission, Josef Wimmer, am Donnerstag vor Journalisten.

Zeugen hätten damals bereits von einer älteren Frau berichtet, die als auffällig wahrgenommen worden sei. Ein Zeuge habe die Frau nun auf einem Foto identifiziert. Außerdem sei in der Wohnung der seit ihrer Festnahme in einer Psychiatrie untergebrachten Frau eine Postkarte mit einigen Notizen zu der Veranstaltung im Münchner Gasteig gefunden worden, darunter der Name der Veranstaltung und der Hinweis auf einen Notarzteinsatz. Dies sei Täterwissen, sagte Wimmer.

Oberstaatsanwältin Anne Leiding sagte, es sei die „Horrorvorstellung aller Eltern“, dass die Familie auf eine Kulturveranstaltung gehe und plötzlich die Kinder ohnmächtig zusammenbrächen. Folgeschäden erlitten die Kinder nicht, sie kamen damals für eine Nacht ins Krankenhaus.

Die Polizei sucht nun nach weiteren möglichen ähnlichen Fällen, die von der Frau verursacht sein könnten. Die Tatverdächtige sei vor allem in München, aber auch überregional unterwegs gewesen. Wie die Polizei mitteilte, macht die psychisch kranke 56-Jährige weiter keine Angaben. Damit bleibt ihr Tatmotiv unklar.

Im März und April waren in zwei Münchner Supermärkten Getränke mit einer potenziell tödlichen Dosis von Lösungsmitteln versetzt und ins Regal gestellt worden. Drei Kunden kauften die Flaschen und tranken davon – sie klagten über Schwindel, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden.


ran/cfm

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