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Verteidigung im Anneli-Prozess sieht keinen Beweis für Mord durch Angeklagten

von AFP
Veröffentlicht: Letztes Update
Erpresserischer Menschenraub

Dresden (AFP) – Im Prozess um den Mord an der 17-jährigen Anneli-Marie aus Sachsen hat die Verteidigung für den Hauptangeklagten Markus B. eine Verurteilung wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge beantragt.

Vor dem Landgericht Dresden plädierte der Anwalt des 40-Jährigen nach Angaben eines Gerichtssprechers auf eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren. Weder seinem Mandanten Markus B. noch dem Mitangeklagten Norbert K. könne nachgewiesen werden, die 17-Jährige getötet zu haben. Deshalb könne er nicht wegen Mordes verurteilt werden, da der Grundsatz “im Zweifel für den Angeklagten” gelte.

Der Verteidiger von Norbert K. beantragte für den 62-Jährigen wegen Beihilfe zum erpresserischen Menschenraub eine Freiheitsstrafe von höchstens vier Jahren und fünf Monaten. K. hatte lediglich eingeräumt, das Tatfahrzeug gefahren zu haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor für Markus B. eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge gefordert. Zudem plädierte die Anklage auf Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Dem Mitangeklagten K. warf die Staatsanwaltschaft Mord durch Unterlassen sowie ebenfalls erpresserischen Menschenraub mit Todesfolge vor. Sie forderte dafür eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Ein Urteil wird am 5. September erwartet.

Die Anklage wirft den beiden Männern vor, Anneli am 13. August vergangenen Jahres bei einem Spaziergang nahe ihres Elternhauses bei Meißen entführt und von der Familie des Mädchens 1,2 Millionen Euro Lösegeld gefordert zu haben.

B. soll die Gymnasiastin einen Tag nach ihrer Verschleppung mit einer Plastiktüte, Kabelbindern und Spanngurt erstickt haben, aus Angst, dass die Tochter eines Bauunternehmers die unmaskierten Entführer später wiedererkennen könnte. B. schwieg in dem seit Mai andauernden Verfahren beharrlich zu den Tatvorwürfen. Annelis Vater hatte die Angeklagten im Laufe des Prozesses in eindringlichen Worten zum Reden aufgefordert. Seine Appelle blieben erfolglos.

Zum Auftakt des Verfahrens hatte der Vater der 17-Jährigen, der wie ihre Mutter und Schwester als Nebenkläger auftritt, gesagt, das eigene Kind “durch diese entsetzlichen Umstände zu verlieren”, stelle die Frage nach dem Sinn des Lebens.

hex/ul

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