Kassel (AFP) – Wer das Kind von Freunden oder nahen Angehörigen betreut, steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung – und auch das Kind ist während dieser Zeit nicht versichert.

Anderes gelte nur bei einer Betreuung durch anerkannte Tagesmütter und -väter, bekräftigte am Dienstag das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. Als Konsequenz sollte, wer regelmäßig andere als die eigenen Kinder betreut, sich daher beim örtlichen Jugendamt als Tagespflegeperson anmelden. (Az: B 2 U 2/17 R)

Das BSG wies eine Großmutter aus Sachsen-Anhalt ab. Sie passte öfter auf ihren damals einjährigen Enkel und dessen Schwester auf. 2008 fiel der Enkel in einen gut ein Meter tiefen Pool. Durch den tragischen Unfall erlitt er schwere Hirnschäden und leidet seitdem unter anderem an epileptischen Anfällen.

Die Unfallkasse Sachsen-Anhalt lehnte eine Unfallentschädigung ab. Nur die Betreuung durch anerkannte Tagespflegepersonen sei versichert. Die Großmutter sei aber nicht als Tagespflegeperson gemeldet gewesen. In ihrer Klage meinte die Großmutter, der Gesetzgeber habe gleichermaßen alle Kinder schützen wollen, die von entsprechend geeigneten Pflegepersonen betreut werden.

Doch die Klage hatte durch alle Instanzen keinen Erfolg. Die Betreuung des Enkels sei hier reine Privatsache gewesen. Ein Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung bestehe daher nicht.

Demgegenüber werde bei anerkannten Tagespflegepersonen die Qualifikation durch das Jugendamt überprüft. Ähnlich wie bei Schulkindern werde hier daher die Betreuung dem staatlichen Einflussbereich zugerechnet. Daher sei der Unfallversicherungsschutz hier gerechtfertigt.

 

xmw/cfm


[blockquote align=“none“ author=““]LESETIPP: Wie kam es zu dem Urteil? Wie kann man seine Kinder trotzdem absichern?[/blockquote]

Über den Autor

AFP

Die AFP ist eine internationale Nachrichtenagentur. Auf unserer Seite veröffentlichen wir relevante Nachrichten der AFP in Bezug auf Familie, Eltern und Kinder.

Alle Beiträge ansehen