Familie Eltern Geld
Bild: © JenkoAtaman / Adobe Stock

Berlin (AFP) – Union und SPD haben sich auf Anpassungen beim Elterngeld geeinigt, mit denen die Auswirkungen der Corona-Krise abgefedert werden sollen. Zeiten der Kurzarbeit, die auf die Pandemie zurückgehen, sollen nicht zu Einbußen beim Elterngeld führen, wie Bundesfamilienministerin Franziska Giffey nach Beratungen mit der Union erklärte.

Dafür sollen bei jetzt beantragtem Elterngeld jene Monate nicht berücksichtigt werden, in denen die Eltern wegen der Corona-Krise Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld I beziehen. Das gilt auch für die spätere Berechnung des Elterngeldes für ein weiteres Kind. Normalerweise wird das Einkommen aus den zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes für die Berechnung des Elterngeldes herangezogen.

Außerdem sollen Eltern den Partnerschaftsbonus nicht verlieren, wenn sie aufgrund der Corona-Krise aktuell mehr oder weniger arbeiten als geplant. Der Partnerschaftsbonus ist eine zusätzliche Leistung, die Mütter und Väter bekommen, die gleichzeitig Teilzeit arbeiten, um sich die Kindererziehung zu teilen. Die Einigung sieht schließlich Anpassungen für Eltern vor, die in so genannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Da sie jetzt besonders gebraucht werden, können sie ihre Elterngeldmonate aufschieben.

„Deutschlands bekannteste und beliebteste Familienleistung ist auch in Corona-Zeiten krisenfest„, erklärte Giffey. „Wir wollen Eltern und denen, die es demnächst werden, die Sorge nehmen, dass sie wegen der Corona-Epidemie Nachteile beim Elterngeld haben könnten.“ Die Anpassungen sollten so zügig wie möglich durch das Kabinett und das parlamentarische Verfahren.

Die stellvertretende Unionsfraktionschefin Nadine Schön (CDU) nannte die Neuerungen „richtig und notwendig“. Der Unions-Familienexperte Marcus Weinberg erklärte: „Sondersituationen machen Sonderregelungen notwendig – auch während der Corona-Krise beim Elterngeld.“

Das Elterngeld errechnet sich normalerweise aus dem Durchschnitt des Nettoeinkommens der letzten zwölf Monate vor der Geburt des Kindes und ersetzt das bisherige Nettoeinkommen zu mindestens Prozent. Rund 1,8 Millionen Elternteile sind jährlich im Bezug, mehr als 40 Prozent der Väter beteiligen sich an der Betreuung der Kinder.


jp/pw

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