Berlin (AFP) – Mit ihrem am Montag vorgestellten Modell eines Familiengeldes will die zuständige Bundesministerin Manuela Schwesig (SPD) die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter fördern. Ihr Konzept knüpft an das bereits bestehende Elterngeld an.

Welche Leistungen beinhaltet das bestehende Elterngeld?

Das Elterngeld orientiert sich am Durchschnitt des monatlich verfügbaren Erwerbseinkommens, das die betreuende Mutter oder der betreuende Vater im Jahr vor der Geburt hatte. Es beträgt mindestens 300 Euro und höchstens 1800 Euro monatlich.

Das Mindestelterngeld von 300 Euro erhalten alle, die nach der Geburt ihr Kind selbst betreuen und höchstens 30 Stunden in der Woche arbeiten – also auch Studenten, Hausfrauen und Hausmänner.

Das Basiselterngeld wird an Väter und Mütter für maximal 14 Monate gezahlt, beide können den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen.

Die beiden weiteren Monate gibt es, wenn sich auch der andere Elternteil an der Betreuung des Kindes beteiligt und den Eltern mindestens zwei Monate Erwerbseinkommen entfallen. Alleinerziehende können die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen.

ElterngldPlus

Das ElterngeldPlus schafft die Möglichkeit, bereits während des Elterngeldbezugs wieder in Teilzeit zu arbeiten. Mütter und Väter, die mit einer gewissen Stundenzahl ihrer Arbeit nachgehen wollen, haben dann die Möglichkeit, das Elterngeld doppelt so lange in maximal halber Höhe zu beziehen. Das ElterngeldPlus beträgt mindestens 150 Euro und höchstens 900 Euro monatlich.

Das Elterngeld wird beim Arbeitslosengeld II, bei der Sozialhilfe und beim Kinderzuschlag in der Regel vollständig als Einkommen angerechnet. Der Anspruch endet für Elternpaare bei einem Jahresverdienst 500.000 Euro, für Alleinerziehende bei mehr als 250.000 Euro.

Wie soll das von Schwesig geplante Familiengeld aussehen?

Diese Leistung soll anders als das Kindergeld nicht nur für die Zeit nach der Geburt gewährt werden. Bis zum Alter von acht Jahren der Kinder sollen die Eltern einen Betrag von monatlich 300 Euro bekommen, wenn sie nur zwischen 32 und 36 Stunden arbeiten. Dies entspricht 150 Euro pro Partner, Alleinerziehende sollen den vollen Betrag erhalten.

Gewährt werden soll das Geld bis zu zwei Jahre. Schwesig rechnet mit Kosten von einer Milliarde Euro und geht davon aus, dass 20 Prozent der Eltern die Leistung beantragen werden.

Welche Leistungen für Familien mit Kindern gibt es sonst noch?

Kindergeld

Die einkommensunabhängige Leistung beträgt für das erste und zweite Kind monatlich 190 Euro, für das dritte Kind 196 Euro, sowie für das vierte und jedes weitere Kind schließlich 221 Euro. Kindergeld gibt es grundsätzlich für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr, für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr.

Im Gegensatz zum Kindergeld wird der Kinderfreibetrag nicht ausgezahlt, sondern ist ein Freibetrag, der vom zu versteuerndem Einkommen abgezogen wird. Eine Familie kann entweder Kindergeld oder den Freibetrag in Anspruch nehmen.

Kinderzuschlag

Er wird an Eltern für das in ihrem Haushalt lebende Kind gezahlt, wenn sie mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf decken können, nicht aber den ihrer Kinder. Er beträgt monatlich bis zu 160 Euro je Kind.

jp/eha

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AFP

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