Prozess gegen mutmaßlichen Mörder von Elias und Mohamed begonnen

Große Sicherheitsvorkehrungen in Potsdam nach Drohungen gegen Angeklagten

Potsdam (AFP) – Vor dem Landgericht Potsdam hat am Dienstag der Prozess gegen den mutmaßlichen Entführer und Mörder der Kinder Elias und Mohamed begonnen.

Der 1983 geborene Silvio S. aus der Ortschaft Kaltenborn südwestlich von Berlin ist unter anderem wegen Mords und schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt. Nach verschiedentlich im Internet geäußerten Morddrohungen begann der Prozess unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Vor dem Gericht standen viele Menschen für einen der wenigen Zuschauerplätze Schlange.

Silvio S. soll am 8. Juli vergangenen Jahres den damals sechsjährigen Elias von einem Spielplatz im Potsdamer Viertel Schlaatz entführt haben. Laut Anklage wollte S. das Kind sexuell missbrauchen und erwürgte es noch am selben Tag. Die aufwändige Suche nach dem Jungen blieb über Monate ergebnislos.

Am 1. Oktober soll S. dann den vierjährigen Mohamed aus Bosnien vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales entführt haben. S. soll sich an dem Jungen schwer vergangen und ihn am Folgetag erdrossselt haben. Missbrauch und Mord sollen im Obergeschoss des Elternhauses von S. geschehen sein, wo der Wachmann wohnte.

Bilder einer Überwachungskamera führten vier Wochen nach Mohameds Verschwinden zu Silvio S., der nach der Festnahme die Morde gestand. Am Dienstag sollten Elias‘ Mutter, ihr Lebensgefährte und fünf weitere Zeugen aussagen. Einem Bericht zufolge könnte die Verteidigung einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit stellen.

sh/cfm

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