Start Nachrichten für Eltern und Familie Polizeigewerkschaft: Mutmaßliche Anschlagspläne von Zwölfjährigem „erschreckend“

Polizeigewerkschaft: Mutmaßliche Anschlagspläne von Zwölfjährigem „erschreckend“

Junge soll Nagelbombenattacke in Ludwigshafen geplant haben

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Bild: © Jürgen Fälchle / Fotolia

Osnabrück (AFP) – Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in den mutmaßlichen Anschlagsplänen eines Zwölfjährigen in Ludwigshafen eine neue Dimension der Skrupellosigkeit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

GdP-Chef Oliver Malchow sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, es sei „erschreckend, aber nicht überraschend“, dass der IS auch Kinder rekrutiere. Für die Fahnder stelle sich das Problem, junge radikalisierte Täter zu erkennen.

„Bei solch einem Jungen ist das ganz schwierig: Der sitzt in seinem Kinderzimmer vor dem Rechner und hat Kontakt mit den Islamlisten“, sagte Malchow der „NOZ“ vom Samstag.

Deshalb müsse die Suche nach potenziellen Tätern im Internet intensiviert werden. Der GdP-Vorsitzende wies darauf hin, dass auch Kinder bei entsprechender Gefährlichkeit in geschlossenen Jugendeinrichtungen untergebracht und damit aus dem Verkehr gezogen werden können.

In Ludwigshafen soll sich ein Zwölfjähriger so weit religiös radikalisiert haben, dass er Anschläge verüben wollte. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte am Freitag, die Ermittlungen zum Fund einer Nagelbombe in Ludwigshafen am 5. Dezember übernommen zu haben. Der ermittelte Junge soll zwei Anschlagsversuche unternommen haben, laut einem Bericht des Magazins „Focus“ wurde er womöglich durch den IS gesteuert.

„Es wäre nicht neu, dass Terrororganisationen versuchen, Kinder zu rekrutieren und zu instrumentalisieren“, sagte Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), der „Passauer Neuen Presse“ vom Samstag. Notwendig seien aufmerksame Eltern und Schulen und das soziale Umfeld, um Radikalisierungen möglichst früh wahrzunehmen.

Nach Ansicht des Terrorismusexperten Peter Neumann vom Londoner King’s College wirbt der IS zwar nicht gezielt Kinder an. „Aber Ansprache und Aufmachung – Videos, Parolen, Ideen von Macht und Stärke, immer geringere theologische Ansprüche machen die Gruppe gerade auch für immer jüngere Rekruten zugänglich“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“.

Der IS verwende häufig Motive aus Computerspielen, die gerade Teenager und Kinder sehr attraktiv fänden.

gw/gt


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