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Paritätischer mahnt zu Hilfsangeboten für Notleidende auch bei Lockdown

von AFP
Unterstützung für Familien

Digitale Lösungen kommen oft nicht als Alternativen in Frage

Berlin (AFP) – Angesichts eines möglichen neuen Lockdowns hat der Paritätische Wohlfahrtsverband dazu gemahnt, hilfebedürftige Menschen nicht aus den Augen zu verlieren. Diese müssten auch in Krisenzeiten „umfassende Hilfe, Beratung und Schutz erhalten“, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. Entsprechende Angebote müssten auch bei neuen Einschränkungen unter Wahrung des Infektionsschutzes weitgehend offen gehalten und wo nötig Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden.

Der Paritätische wies darauf hin, dass zwar in den vergangenen Monaten vielfach digitale Notlösungen in der sozialen Arbeit geschaffen worden seien. Beispiele seien die Gesundheitsselbsthilfe, die Schwangerschaftskonfliktberatung oder die Suchtberatung.

Solche Angebote würden aber nicht alle Betroffenen erreichen und könnten in vielen Fällen den persönlichen Kontakt nicht ersetzen. „Nicht jede*r Betroffene hat den nötigen digitalen Zugang, nicht jede persönliche Krise lässt sich virtuell lösen“, warnte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider.

Einsame, kranke und psychisch belastete Menschen seien auf ergänzende Hilfesysteme und persönliche Kontakte angewiesen, gerade in Krisenzeiten, mahnte der Verband. Auch ließen sich praktische Unterstützungsangebote wie Notunterkünfte für Obdachlose, Essensausgaben der Tafeln, Rehakurse für chronisch Kranke oder auch psychiatrische Tageskliniken oder Tagespflegeeinrichtungen nicht digital ersetzen.

Wo dies nötig sei, müssten daher Hilfsangebote unter Wahrung des Infektionsschutzes offen gehalten werden, möglicherweise mit Hilfe eines Zugang zu Schnelltests und Schutzausstattung für die Beteiligten. Bei zeitweisen Schließungen etwa von Obdachlosenunterkünften müssten Alternativen angeboten werden.

Darüber hinaus dürften auch Soforthilfen für Betroffene kein Tabu mehr sein. „Arme Menschen müssen durch finanzielle Hilfe in die Lage versetzt werden, existenzielle Grundbedürfnisse auch während dieser Krise zu decken“, verlangte Schneider.


bk/cne

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