Neue Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland Zu viele Pfunde und zu wenig Bewegung (Von Andrea HENTSCHEL)

Studie Kindergesundheit
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Leipzig (AFP) – Viele Kinder in Deutschland sind zu dick – und jedes zehnte Kind hat Heuschnupfen. Das sind zwei Ergebnisse der jüngsten Studie zur Kinder- und Jugendgesundheit in Deutschland (Kiggs), die das Robert-Koch-Institut am Donnerstag in Berlin vorstellte. Ein Überblick:

 ÜBERGEWICHT

15 von 100 Kindern in Deutschland sind zu dick. Insgesamt 15,4 Prozent der Mädchen und Jungen im Alter von drei bis 17 Jahren sind übergewichtig, 5,9 Prozent davon sind sogar fettleibig. Dabei zeigen sich keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Auffällig ist aber, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien rund viermal häufiger adipös, also extrem übergewichtig sind als Gleichaltrige mit hohem sozialökonomischem Status.

Insgesamt veränderte sich die Lage damit im Vergleich zur Vorgängestudie vor zehn Jahren nicht, was die Experten durchaus positiv sehen. Sie sprechen von einer Stabilisierung, „wenn auch auf hohem Niveau“. Problematisch ist, dass viele Kinder ihre Pfunde auch später nicht mehr loswerden. So ist mehr als die Hälfte der Zwei- bis Sechsjährigen auch als Jugendliche viel zu dick.



BEWEGUNG

Kinder und Jugendliche bewegen sich zu wenig. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Heranwachsenden mindestens eine Stunde aktive Bewegung pro Tag. Doch nur 22,4 Prozent der Mädchen und 29,4 Prozent der Jungen schaffen das – und mit zunehmenden Alter gibt es immer mehr Bewegungsmuffel. Rund jedes zehnte Mädchen (11,1 Prozent) und sieben Prozent der Jungen bewegen sich sogar an weniger als zwei Tagen pro Woche jeweils eine Stunde. Auch bewegen sich Kinder aus sozial benachteiligten Familien weniger.

ZUCKERHALTIGE GETRÄNKE

Viel Limonade, Cola und Co. gelten als Risikofaktoren für Adipositas, Diabetes und andere Krankheiten. Die positive Nachricht: Insgesamt 16,3 Prozent der Mädchen und 12,7 Prozent der Jungen lassen die Finger von solchen Getränken. Zugleich sank der Anteil derjenigen, die einmal oder mehrmals täglich zuckerhaltige Getränke trinken, binnen zehn Jahren bei Mädchen deutlich von 28,2 auf 16,9 Prozent und bei Jungen von 34 auf 22,2 Prozent. Trotzdem halten die Experten den Konsum noch immer für zu hoch.


HEUSCHNUPFEN UND ASTHMA

Etwa jedes zehnte Kind zwischen drei und 17 Jahren hat Heuschnupfen. Damit ist mehr als eine Million Heranwachsende in Deutschland betroffen, wobei Jungen häufiger Heuschnupfen haben (11,9 Prozent) als Mädchen (7,9 Prozent). Zudem leidet etwa eine halbe Million Kinder und Jugendliche unter Asthma, das mit Reizhusten und Atemnot einhergeht. Es entsteht, wenn Bronchien überempfindlich auf verschiedene Reize reagieren. Bei Heranwachsenden sind meist Allergien die Ursache.

RAUCHEN

Seit einigen Jahren zeigt sich, dass insgesamt immer weniger Jugendliche rauchen. Wie die Kiggs-Studie aber zeigt, greifen 85 Prozent der rauchenden Jugendlichen auch als Erwachsene weiterhin zum Glimmstängel. Nur 15 Prozent gelingt das Aufhören. Neun von zehn Studienteilnehmern, die rauchen oder früher rauchten, fingen damit vor dem 18. Lebensjahr an.

Fast jedes zehnte Kind (10,9 Prozent) im Alter zwischen null und sechs Jahren hat zudem eine Mutter, die während der Schwangerschaft rauchte. Damit sank der Anteil rauchender Schwangerer in zehn Jahren um fast die Hälfte. Rauchen während der Schwangerschaft stellt ein erhebliches Risiko für die Entwicklung des ungeborenen Kinds dar.

PSYCHISCHE AUFFÄLLIGKEITEN

Bei rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen finden sich Anhaltspunkte für psychische Auffälligkeiten. Dazu zählen emotionale Probleme, Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen, Verhaltensauffälligkeiten oder Hyperaktivität. Die Häufigkeit entsprechender Symptome blieb in den vergangenen zehn Jahren stabil. Psychische Auffälligkeiten verschwinden bei jedem zweiten Kind innerhalb eines Jahres. Bei einem Teil können sie aber auch über längere Zeit andauern oder sich sogar verstärken.

 

hex/cfm


 


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