Missbrauchsbeauftragter verlangt staatliches Eingreifen bei katholischer Kirche Rörig: Verträge zwischen Staat und Kirche nötig

Katholische Kirche
Bild: © LaCozza / Adobe Stock

München (AFP) – Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat ein staatliches Eingreifen im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche gefordert. „Gerade weil Staat und Kirche Partner sind, ist hier auch der Staat gefordert“, sagte Rörig der „Süddeutschen Zeitung“ vom Montag. Der Staat trage die Verantwortung für alle Kinder, auch die, die sich in Obhut der Kirche befinden.

Bund und Länder sollten zumindest teilweise die Aufarbeitung der kirchlichen Fälle übernehmen. Verträge zwischen Staat und Kirchen sollten ein Akteneinsichtsrecht für Betroffene, Ermittlungs- und Zugangsbefugnisse sowie Entschädigungsansprüche regeln, forderte Rörig.

Die Deutsche Bischofskonferenz will am Dienstag auf ihrer Herbstvollversammlung in Fulda über eine Studie zum Ausmaß des Missbrauchskandals in Deutschland beraten. Vorab wurden Zahlen bekannt, nach denen sich mindestens 1670 Geistliche seit dem Zweiten Weltkrieg des Missbrauchs schuldig machten.



Bislang führen die Kirchen die Erforschung und Aufarbeitung der sexualisierten Gewalt in Eigenregie und entscheiden auch selber über mögliche Entschädigungen für Betroffene. Rörig sagte, viele Kirchenvertreter spürten, dass es so nicht weitergehe.

„Es braucht einen weiteren, mutigen Schritt, um den Vertrauensverlust zu stoppen, um diese Schuld aufzuarbeiten“, sagte der Missbrauchsbeauftragte. Da sei „auch der Staat gefragt, nach Wegen zu suchen, wie hier Gerechtigkeit hergestellt werden kann“.

ran/cfm


 


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