Baby im Krankenhaus versorgt
Bild: © lavizzara / Adobe Stock

Ulm (AFP) – Nach der Haftentlassung einer wegen der Vergiftung von fünf Neugeborenen verdächtigten Krankenschwester in Ulm hat das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) Fehler eingeräumt. Es habe vor Abschluss der Laboruntersuchungen ein Zwischenergebnis gegeben, das an die Polizei in Ulm übermittelt worden sei und zur Verhaftung der Frau geführt habe, sagte LKA-Präsident Ralf Michelfelder am Dienstag in Ulm vor Journalisten. „Diese rasche mündliche Vorabinformation über das Zwischenergebnis war im Nachhinein betrachtet ein Fehler.“

Die junge Frau steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft allerdings ebenso wie die fünf weiteren Mitarbeiter der Nachtschicht nach wie vor unter dem Verdacht, womöglich für die Vergiftung der Säuglinge verantwortlich zu sein.

Gegen alle sechs bestehe aufgrund ihrer Nähe zu den Säuglingen während des Tatzeitraums ein Anfangsverdacht. Die Ermittlungen erschöpften sich aber nicht darin, erklärte Oberstaatsanwalt Michael Bischofberger.

Die Kinderkrankenschwester war festgenommen worden, weil in ihrem Spind eine Spritze gefunden wurde, bei der Morphium nachgewiesen werden konnte. Nach den neuen Erkenntnissen der Ermittler ergab sich erst später durch weitere Untersuchungen unter anderem durch das bayerische Landeskriminalamt, dass das bei der Spritze nachgewiesene Morphium durch ein Lösungsmittel eingebracht wurde. Mit der Spritze habe dies nichts zu tun.



Nach dieser Feststellung sei die Frau am Sonntag nach fünf Tagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft entschuldigte sich bei der Frau. Diese ist ebenso wie die anderen fünf Mitarbeiter der Nachtschicht derzeit von ihrem Arbeitgeber freigestellt.

Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, die Schwester könnte den fünf Neugeborenen Morphium verabreicht haben. Diese hatten im Dezember zeitgleich unter Atemproblemen gelitten, wurden allerdings gerettet. Folgeschäden seien nicht zu erwarten.


ran/cfm

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