Pflegekinder und Geld
Bild: © obeyleesin / Adobe Stock

Berlin (AFP) – Kinder in Pflegefamilien müssen selbst verdientes Geld zu drei Vierteln ans Jugendamt abgeben – das wollen Linke und Grüne im Bundestag jetzt ändern. Ein am Mittwoch vorgestellter Änderungsantrag der beiden Oppositionsfraktionen zum Sozialgesetzbuch sieht eine Streichung dieser Kostenbeteiligung vor.  

„Keiner der Jugendlichen hat sich seine Lebenssituation ausgesucht“, erklärten der Linken-Jugendexperte Norbert Müller und die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Katja Dörner. Gerade die Kinder in Pflegefamilien verfügten in der Regel nur über geringe finanzielle Mittel und über ein familiäres Netzwerk, das bei den Schritten ins Erwachsenenleben Unterstützung leiste.

„Wer bei dieser schwierigen Ausgangslage 75 Prozent des Einkommens abgeben muss, kann nichts ansparen“, erklärten die beiden Oppositionspolitiker. „Anschaffungen wie ein Kühlschrank, der Führerschein oder auch die Kaution für die erste Wohnung werden so zu riesigen finanziellen Herausforderungen.“

Der Änderungsantrag soll am Donnerstag im Bundestag beraten werden. Nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) müssen Kinder in Pflegefamilien und Einrichtungen der stationären Jugendhilfe drei Viertel ihres Einkommens ans Jugendamt zahlen, wenn sie einen Ferienjob oder eine bezahlte Ausbildung annehmen.


jp/pw

-Anzeige-


HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here